Einstimmung auf die 9. Klassikwelt Bodensee 2016

Automobile Schätze als rentable und emotionale Wertanlage – Die Kurven in der Oldtimer-Branche gehen allesamt noch immer steil nach oben: Die Zahl der Oldtimer wächst weiter, nach Angaben des deutschen Verbands der Automobilindustrie wurde das für historische Fahrzeuge wichtige H-Kennzeichen im Jahr 2015 an insgesamt 388 120 Fahrzeuge geschraubt. Das bedeutet allein bei den PKWs (343 958) eine Steigerung um zehn Prozent.

Dies soweit zu den offiziellen Zahlen des KBA. Jedoch trifft auch diese Statistik nur ein Stück des Ganzen.
Fahrzeuge, welche als Wertanlage in Garagen oder Schauräumen ihr Dasein fristen und nicht angemeldet wurden, sowie Fahrzeuge welche erst gar nicht als historische Fahrzeuge angemeldet werden, scheinen hier nicht auf. Diese Dunkelziffer dürfte die Anzahl des Oldtimer-Bestandes in Deutschland mehr als verdoppeln.

Soweit zur Statistik, wie solch Schätze in Natura aussehen und was die Klassikwelt Bodensee dazu beträgt, beschreibt Klaus Wellmann, Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen wie folgt:

Die Klassikwelt hat sich als Magnet für die Oldtimerbranche etabliert. Im neunten Jahr sind wir mit einem starken Produktangebot in zehn Hallen am Start,

erklärte Wellmann. Rund 800 Aussteller, Clubs und Teilnehmer präsentieren Liebhaberstücke jeder Art. Mit den Sonderthemen “100 Jahre BMW” und “Vive la France” zeigt die Verkaufs- und Erlebnismesse zwei neue spannende Themen.

Die Freunde der klassischen Mobilität kommen in jedem Fall auf ihre Kosten,

ist Klaus Wellmann überzeugt. Am Bodensee könne man exklusive Sammlerfahrzeuge bewundern, aber auch bezahlbare und reizende Oldtimer entdecken.

Die ersten Eindrücke, bei unserem Rundgang, unterstreichen die Aussage des Messechefs.

Aufbauten und “Rennsport Ost” (Foyer West)

Sonderschau – 100 Jahre BMW (Halle A3)
Vintage Racing auf dem ZF-Motodrom – Fahrzeug in Aufbereitung
“Old English Style” Sonderschau des ADAC Ortsclub FN e.V.

Viva la France (Foyer Ost)

US Cars – Muscle Cars (Halle B4)

Hörbare Einstimmung in die Welt des V8 bei den Muscle Cars

Der Ausstieg aus dem Rennwagen

60 Jahre Yamaha (Halle B4)

Rennwagen K1 (Halle B3)

Abschließend noch die Sicht auf die Lage des Oldtimermarktes zweier Brancheninsider mit Stefan Röhrig, Leiter Fachbereich Historische Fahrzeuge im Verband der Automobilindustrie (VDA) und Dr. Götz Knoop, Vizepräsident DEUVET, Bundesverband für klassische Fahrzeuge.

Wir sehen in der Oldtimerszene einen Wandel,

meint Stefan Röhrig vom Verband der Automobilindustrie VDA,

der Kauf und der Betrieb von historischen Fahrzeugen hat sich von einem reinen Hobby zu einem Geschäftsinteresse entwickelt. Insgesamt gibt es rund 2 500 Betriebe in Deutschland, die sich mit der Reparatur und der Restauration von Oldtimern beschäftigen.

Die deutsche Bevölkerung tendiert zu immer älteren Fahrzeugen: Das Durchschnittsalter deutscher PKWs erhöhte sich 2015 von neun auf 9,2 Jahre. Der Bestand an Fahrzeugen mit H-Kennzeichen, der sowohl Automobile als auch Nutzfahrzeuge umfasst, stieg ebenso wie der an Youngtimern, Fahrzeuge, die mindestens 15 Jahre alt sind.

Der Oldtimer-Index, der den Wertzuwachs von historischen Fahrzeugen anhand von Zulassungszahlen berechnet, wuchs 2015 von 2285 auf 2413 Punkte, was eine im Durchschnitt moderate Preissteigerung bedeutet. Porsche verzeichnete mit den Modellen 924 und 944 eine starke Wachstumssteigerung und kletterte im Index von Platz 8 auf Platz 5. An der Spitze des Wertzuwachses bleiben der Mercedes-Benz W198 sowie VW Busse. Stefan Röhrig:

Der beliebteste Oldtimer war auch 2015 der VW Käfer, von dem in diesem Jahr 32 750 Stück ein H-Kennzeichen erhielten.

Unter den zehn populärsten Autos finden sich mit Volkswagen, Mercedes, Porsche und Opel ausschließlich deutsche Marken. Die meisten Oldtimer sind mit 80 256 Fahrzeugen in Nordrhein-Westfalen zugelassen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.

Dr. Götz Knoop, Vizepräsident DEUVET:

Die Originalität eines Fahrzeugs ist beim Verkauf immer noch ein wichtiger wertbegründender Faktor, ohne dass der Begriff genau definiert ist.

Konservativere Ansichten werten jede Veränderung als originalverändernd, während andere Ansätze Veränderungen während der Gebrauchszeit liberaler sehen. Bei Auktionen im letzten Jahr sei es deshalb zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.

Insgesamt spielt der Realismus eine immer größere Rolle,

urteilt der Experte.

Käufer schauen bei den Oldtimern genauer hin, vor allem ob das Fahrzeug eine dokumentierte Geschichte hat. Das tut der Branche und auch den Messen gut.

© MotorNews kw / Einstimmung auf die 9. Klassikwelt Bodensee 2016

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