Elektroautoförderung muss begrenzt bleiben

Nach Plänen der Bundesregierung soll der Kauf eines Elektroautos mit 4.000 Euro Prämie und der von Hybrid-Fahrzeugen mit ergänzendem Verbrennungsmotor mit 3.000 Euro gefördert werden. Die Automobilindustrie will die Hälfte der jeweiligen Kaufprämien dabei übernehmen. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) befürwortet eine begrenzte Förderung von Elektrofahrzeugen, denn diese zeigen die Innovationskraft der deutschen Autoindustrie mit Blick auf den Weltmarkt. Und die Förderung ist ein Test, ob der Kunde das Elektroauto auch tatsächlich will.

  • AvD sieht in den geplanten Zuschüssen den Test für den Kundewillen
  • Ladestations-Chaos und Parkraumwucherung müssen verhindert werden

Doch die Anschubhilfe muss nach Ansicht des AvD wegen der langjährigen Förderung von Forschung und Entwicklung zeitlich begrenzt bleiben, weil das Elektroauto zwar leiser, aber nicht umweltfreundlicher ist. Das Hybridauto kann das besser – sein umweltfreundlicher Verbrennungsmotor wird automatisch nur dann zugeschaltet, wenn der Batteriestrom nicht ausreicht.

Die Förderung darf nicht zur Fortsetzung des Wildwuchses an Ladestationen führen, die derzeit überall, wo es zweckmäßig erscheint, aufgestellt werden, obwohl sie nicht zu allen Autotypen passen. Ladestationen gehören zu Autohöfen und Tankstellen und dürfen keine Werbesäulen vor Stadthäusern sein. Desgleichen sollen E-Fahrzeugen keine Parkraum-Privilegien eingeräumt werden, weil sie den gleichen Verkehrsraum beanspruchen, wie herkömmliche Automobile. Der AvD befürchtet, dass E-Fahrzeuge vornehmlich als Flotten- und Dritt-Fahrzeuge gekauft werden und damit mehr Verkehrsraum beanspruchen.

Verbraucher sehen die E-Mobilität nicht nur wegen der hohen Kaufpreise und der geringen Reichweite kritisch, sondern auch, weil die Bundesregierung kein überzeugendes Konzept vorgelegt hat: Es existiert kein E-Tankstellennetz mit austauschbaren Batterien, P+R-Plätze für E-Autos zum Umstieg auf die Bahn sind nicht vorhanden, Aussagen zu den bevorstehenden Preissteigerungen beim Ladestrom werden vermieden. Hinzu kommt der schlechte Wiederverkaufswert gebrauchter E-Mobile. Private Fahrer von E-Fahrzeugen sind aktuell wohl eher Trendsetter. Daneben sind Fuhrparks die Hauptzielgruppe für den Straßeneinsatz. Umfangreiche Förderungen sind für die letztgenannte Gruppe nicht zwingend erforderlich.

Der AvD sieht bezogen auf die Zukunft des Automobils die Themen „Daten“, „Plattformen“ und „Software“ als hochrelevant für das Wohlergehen sowie für die Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Automobilindustrie an. Bei deren vorhandener Ertragsstärke sind dagegen dauerhafte Subventionen im Bereich Kaufförderung nicht notwendig. Viel wichtiger ist die Schaffung verlässlicher politischer Rahmenbedingungen für die Bereiche Vernetzung und automatisiertes Fahren, um der Automobilindustrie zu ermöglichen, erfolgreich mit den US-Unternehmen im Bereich der Digitalisierung konkurrieren zu können. Daraus abgeleitet sind grundlegende Förderungen im Bereich Elektromobilität für die notwendige Vernetzung und Digitalisierung oder das Management der Energiewende voranzubringen. Dazu gehören auch die Bereitstellung von Wagniskapital für zukunftsfähige Entwicklungen und der Analyseschutz von Daten. Nur so kann die deutsche Automobilindustrie in den globalen Wachstumsregionen weiter bestehen.

Die Elektroauto-Förderung ist finanziell für den Staat auch kein Nullsummenspiel

Wenn 1 Million E-Autos die gleiche Zahl normaler Autos mit einem Durchschnittverbrauch von 5 Litern ersetzen und man etwa 10.000 km als Jahresfahrleistung annimmt, würden diese Automobile 500 Millionen Liter Kraftstoff brauchen. Das bedeutet, dass dem Finanzminister jährlich rund 500 Millionen Euro fehlen, wenn der Literpreis bei 1,30 Euro liegt.

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© MotorNews kw / VW e-Golf VII

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