Lokalisierungsstrategie zahlt sich für Bosch auch in China aus

Schanghai – Bosch konnte seinen Umsatz in China 2015 auf 11,1 Milliarden Euro steigern. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erzielte trotz einer weniger dynamischen Marktentwicklung nominal ein Umsatzwachstum von rund 19 Prozent – wechselkursbereinigt ein leichtes Plus in lokaler Währung. Mit der vollständigen Übernahme der früheren paritätischen Gemeinschaftsunternehmen BSH Hausgeräte GmbH und Robert Bosch Automotive Steering GmbH hat sich der Umsatz in China nahezu verdoppelt. Das Land ist damit der zweitgrößte Markt für die Bosch-Gruppe nach Deutschland. In den vergangenen drei Jahren stieg der Anteil von China am Gesamtumsatz des Unternehmens von neun auf 16 Prozent.

  • Nominaler Umsatzanstieg von 19 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro
  • Initiative „Internet plus” treibt Markt für Vernetzung in China voran
  • Bosch investierte 2015 mehr als 750 Millionen Euro in China
  • Industrie 4.0 bereits an acht chinesischen Bosch-Standorten
  • 2 500 zusätzliche Software-Entwickler für Bosch in China in 2016

Für 2016 erwartet Bosch in China erneut eine positive Entwicklung und sieht vor allem im Bereich der Vernetzung großes Potential.

Der chinesische Markt bietet weiterhin vielfältige Möglichkeiten für unser Geschäft. Auch der Markt für das Internet der Dinge in China entwickelt sich rasch,

sagt Peter Tyroller, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH mit Verantwortung für Asien-Pazifik auf der lokalen Jahrespressekonferenz in Schanghai. Maßgeblich sei die „Internet plus“-Initiative zur Integration des Internets in traditionelle Industrien – ein wesentliches Element des 13. Fünf-Jahresplans der chinesischen Regierung. Der Plan hat zum Ziel, China zu einer grüneren, offeneren, innovativeren und nachhaltigeren Volkswirtschaft zu machen.

Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren die Nachfrage nach mehr Qualitätsprodukten, sowie nach vernetzten Lösungen und Services in China deutlich steigt. Bosch ist dafür ideal aufgestellt,

so Tyroller.

„Local for Local“ auch im Bereich Vernetzung

Bereits seit 1909 ist Bosch in der Volksrepublik präsent und setzt dort auf eine starke Lokalisierung.

Unsere ‚Local for Local‘-Strategie in China zahlt sich aus. Das belegt unser nachhaltiger Geschäftserfolg im Land,

sagte Tyroller. Die Erweiterung der lokalen Fertigung und der Ausbau von Forschung und Entwicklung sind die Voraussetzung dafür.

2015 haben wir mehr als 750 Millionen Euro in China investiert, für 2016 planen wir eine ähnliche Summe,

so der Bosch Asien-Pazifik-Chef weiter. Mitte des Jahres soll beispielsweise ein neues Werk für den Bereich Car Multimedia in Wuhu eröffnet werden. Tyroller sieht Lokalisierung auch als Erfolgsrezept für die Vernetzung. Die Tochtergesellschaften Bosch Software Innovations, Bosch Sensortec und Bosch Connected Devices and Solutions sind deshalb bereits seit mehreren Jahren im lokalen Markt etabliert. Bosch setzt auch bei der Vernetzung auf Kooperationen mit lokalen Partnern: Für die Nutzung der Smartphone-Integrationslösung mySPIN im chinesischen Markt beispielsweise kooperiert Bosch mit Tencent, einem der größten chinesischen Internet-Unternehmen. Zudem entwickelt ein Team von Forschungsmitarbeitern in China Lösungen für das Internet der Dinge, zugeschnitten auf den lokalen Markt.

Höhere Wettbewerbsfähigkeit durch Industrie 4.0 in China

Vor allem für die vernetzte Fertigung sieht Bosch großes Potenzial in China.

Wir rechnen damit, dass der Einsatz intelligenter und vernetzter Lösungen in der Fertigung in China eine zunehmende Rolle spielen wird,

sagte Peter Tyroller. Wesentlich sei hier die Initiative „Made in China 2025“, die Teil von Chinas „Internet plus“-Aktionsplan ist. Auch in China verfolgt Bosch im Bereich Industrie 4.0 eine Doppelstrategie: Als Leitanbieter bietet das Unternehmen für den chinesischen Markt zahlreiche Lösungen aus den Bereichen Antriebstechnik und Automatisierung sowie Sensorik und Software. Als Leitanwender von Industrie 4.0 betreibt Bosch bereits acht Pilotprojekte an seinen chinesischen Fertigungsstandorten in Suzhou, Schanghai, Wuxi, Changsha, Nanjing, Peking, Changzhou und Xi’an. In der Logistik und Inventur beispielsweise, erfassen RFID (Radio-Frequency Identification)-Funketiketten den Transport der Werkstücke durch die Fabrik. Die Lesestationen erkennen dabei die jeweilige Position der Transportkisten. So wird deutlich, welche Arbeitsschritte die Rohlinge durchlaufen und wann die Produkte fertig sein werden. Daraus lässt sich ableiten, wann sie verpackt, versendet und eingebaut werden können. Im Bosch-Werk in Suzhou konnten so bereits 97 Prozent der Zeit für die Inventur gespart werden, das entspricht 440 Mannstunden.

Bosch auch in China gefragter Software-Arbeitgeber

Auch bei der Suche nach neuen Talenten spielt die Vernetzung eine wichtige Rolle. Bereits im Jahr 2015 waren 30 Prozent der 5 000 chinesischen Bosch-Forscher und Entwickler in der Softwareentwicklung tätig. In diesem Bereich sollen 2016 weitere 2 500 Mitarbeiter hinzukommen. Insgesamt beschäftigt Bosch in China heute rund 55 000 Mitarbeiter – 2 000 mehr als noch vor einem Jahr. Damit hat das Unternehmen in China die größte Belegschaft außerhalb von Deutschland.

Asien-Pazifik als Erfolgsstory für Bosch

Bosch ist in der Region Asien-Pazifik bereits seit mehr als 100 Jahren aktiv und blickt auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Allein in den vergangenen fünf Jahren verzeichnete das Unternehmen in der Region ein durchschnittliches Umsatzwachstum von rund zehn Prozent und investierte insgesamt etwa 4 Milliarden Euro. Mit einem Anteil von 27 Prozent am Gesamtumsatz der Bosch-Gruppe bleibt Asien-Pazifik eine wichtige Wachstumssäule für Bosch. 2015 erhöhte die Bosch-Gruppe ihren Umsatz dort um 17 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro (wechselkursbereinigt 2,8 Prozent). Heute ist Bosch in der Region mit 104 000 Mitarbeitern in 18 Ländern vertreten: Australien und Neuseeland, Bangladesch, China, Indien, Japan, Südkorea, Sri Lanka, Taiwan sowie in den ASEAN-Staaten Indonesien, Malaysia, Philippinen, Kambodscha, Laos, Myanmar, Singapur, Thailand und Vietnam.

Über die Bosch Gruppe

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

 

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