Mercedes-Benz erfindet sich – in Paris – neu

Paris/Stuttgart. Auf der „Mondial de l’Automobile 2016“ stellte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes‑Benz Cars, die Unternehmensstrategie für die Mobilität der Zukunft vor:

 Vernetzung, autonomes Fahren, Sharing und elektrische Antriebe – jeder dieser vier Trends hat das Potenzial, unsere Branche auf den Kopf zu stellen. Aber die eigentliche Revolution liegt in der intelligenten Verknüpfung der vier Trends,

sagte Zetsche im Rahmen der Mercedes‑Benz Pressekonferenz in Paris. Entsprechend stellt sich das Unternehmen auf. Unter dem Begriff CASE wird künftig die strategische Ausrichtung bei Mercedes‑Benz Cars zusammengefasst. CASE steht für die vier Säulen Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive.

Um die konsequente Verbindung aller vier Zukunftsthemen zu gewährleisten, fassen wir die jeweiligen Aktivitäten zu einer neuen, rechtlich eigenständigen Einheit zusammen. Das Ziel dieser Fokussierung ist es, mehr Durchschlagskraft und Tempo bei der Umsetzung zu erreichen.

Als Vorbote der neuen Mobilitätsära von Mercedes‑Benz präsentierte Zetsche die Fahrzeugstudie „Generation EQ“. Das seriennahe Elektrofahrzeug auf SUV-Basis steht sinnbildlich für die neue strategische Ausrichtung. Zetsche enthüllte damit auch die neue Produktmarke, unter der Mercedes‑Benz künftig alle Aktivitäten im Bereich E‑Mobility bündeln wird: „EQ“.

CASE – diese Buchstaben prägen die Zukunft von Mercedes‑Benz Cars. Sie stehen für die strategischen Säulen Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared) und elektrische Antriebe (Electric), die das Unternehmen konsequent vorantreibt und intelligent verbindet. Schon heute nimmt Mercedes‑Benz Cars in allen vier Bereichen eine führende Rolle ein. Durch die Bündelung zu einem allumfassenden Zielbild unterstreicht das Unternehmen seinen Anspruch, die Mobilität der Zukunft maßgeblich zu prägen.

Vier Säulen für ein umfassendes Mobilitätsangebot

Im Zentrum für alle Aktivitäten im Bereich Vernetzung steht die digitale Marke Mercedes me, die den Kunden per App, Website oder direkt im Auto Zugang zu einem umfassenden und personalisierten Dienstleistungsangebot gibt. Eines der nächsten digitalen Serviceangebote wird das „Community-based Parking“ sein, bei dem die Sensoren von Mercedes‑Benz Pkw freie Parklücken erkennen und diese Informationen über das Daimler Vehicle Backend mit anderen Fahrzeugen in der Umgebung teilen. So wird die Suche nach einem Parkplatz deutlich komfortabler.

Auf dem Weg zum autonomen Fahren treibt Mercedes‑Benz seit Jahren die Entwicklung intensiv voran und setzt dabei immer wieder Maßstäbe. Dafür nutzen die Mercedes Ingenieure die sogenannte Sensor Fusion. Die Daten unterschiedlicher Sensoren wie Kameras, Ultraschall und Radar werden intelligent verknüpft und ausgewertet. Das ermöglicht bereits heute umfassende autonome Fahrfunktionen, soweit sie rechtlich zulässig und technisch sicher sind. Was dabei heute schon möglich ist, zeigt eindrucksvoll die neue E‑Klasse mit dem DRIVE PILOT. Zu seinen wichtigsten Funktionen gehören teilautomatisiertes Fahren auf Autobahnen, Landstraßen und sogar in der Stadt sowie Unterstützung beim Spurwechsel auf mehrspurigen Straßen, zum Beispiel beim Überholen. Außerdem kann es in immer mehr Situationen bei Bedarf autonom bremsen und bei Ausweichmanövern aktiv unterstützen.

Auch bei flexiblen Modellen für die Nutzung von Pkw ist der Erfinder des Automobils Vorreiter:

2007 waren wir mit car2go Pionier beim free-floating Carsharing. Mit rund zwei Millionen Nutzern sind wir heute der größte Anbieter weltweit,

so Zetsche. Und auch hier wird permanent an neuen Ideen und Dienstleistungen entwickelt. Einer der nächsten Schritte ist ein Pilotprojekt für die Vermietung von privaten Fahrzeugen von Mercedes‑Benz und smart in Zusammenarbeit mit dem in San Francisco ansässigen Startup Getaround. Neben der Zusammenarbeit mit Startups entwickelt das Unternehmen auch eigene Projekte im Bereich Carsharing.

Bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs folgt Mercedes‑Benz einem ganzheitlichen Ansatz und entwickelt unter der Marke „EQ“ ein Ökosystem, das neben dem reinen Fahrzeug ein umfassendes Angebot rund um die Elektromobilität enthält. Dieses reicht von intelligenten Services über Energiespeicher für private und gewerbliche Kunden sowie Ladetechnologien wie dem induktiven Laden bis hin zum nachhaltigen Recycling. Das Ziel ist klar: Bis 2025 wird Mercedes‑Benz Cars mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge im Angebot haben. Für den wachsenden Bedarf an hochwertigen Hochvoltbatterien investiert das Unternehmen insgesamt eine Milliarde Euro in den Ausbau seines globalen Netzwerkes für Batterieproduktion. Allein 500 Millionen Euro fließen dabei in den Bau einer zweiten Batteriefabrik am Standort Kamenz, Sachsen.

Vorbote einer neuen Ära: Generation EQ

Die Studie „Generation EQ“, die in Paris ihre Weltpremiere feiert, gibt einen konkreten Ausblick auf eine völlig neue Fahrzeuggeneration von Mercedes‑Benz und die Vorzüge, welche die enge Verknüpfung aller vier CASE-Säulen für die Kunden mit sich bringt. Gleichzeitig ist die Studie der Startschuss für die neue Marke EQ, unter der Mercedes‑Benz alle Aktivitäten rund um die Elektromobilität zusammenfasst. Das Fahrzeug verfügt über umfassende Infotainment-Features, die Möglichkeit zum induktiven Laden, bei dem kein Kabel mehr nötig ist, sowie automatisierte Fahrfunktionen. Die Reichweite des elektrischen Antriebs liegt bei bis zu 500 Kilometern.

Die neue Generation von Elektrofahrzeugen wird auf einer eigens für batterieelektrische Modelle entwickelten Architektur basieren, die in jeder Hinsicht skalierbar und modellübergreifend einsetzbar ist. Radstand und Spurweite sowie alle übrigen Systemkomponenten sind dank des modularen Systembaukastens variabel. Das Fahrzeugkonzept ist damit für alle Anforderungen einer batterieelektrischen Modellfamilie optimiert.

Auch die Modelle von smart werden dazu einen signifikanten Beitrag leisten. Bereits im Jahr 2007 hat smart mit dem Start der ersten elektrisch angetriebenen Testflotte in London in Sachen Elektromobilität die Vorreiterrolle übernommen. In Paris feierten nun die batterieelektrischen Versionen von smart fortwo, smart forfour und smart fortwo cabrio ihre Weltpremiere. Damit ist smart die erste und einzige Marke, die ihr gesamtes Portfolio sowohl mit Benzinmotor als auch elektrisch betrieben anbietet.

Der Erfinder des Automobils erfindet sich neu

Damit der CASE-Ansatz seine volle Durchschlagskraft entwickeln kann, werden die Aktivitäten zu den vier CASE-Säulen in einer neuen, rechtlich eigenständigen Einheit zusammengefasst. Eine der faszinierenden Ideen in dieser spannenden Transformationsphase ist die Umstrukturierung von Teilbereichen der Daimler AG in Schwarmorganisationen. Damit treibt das Unternehmen den Kulturwandel weiter voran: Die Eigeninitiative der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird gestärkt, die Hierarchien werden flacher und die Entscheidungswege deutlich schneller. CASE ist als eine erste eigenständige Einheit hierfür der perfekte Start.

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