Resümee zum 37. Internationalen Wiener Motorensymposium

Die Zukunft der Mobilität im Fokus – Mehr als 1000 Motorenexperten aus aller Welt, Topmanager der Automobil- und Zulieferindustrie und Wissenschaftler konferierten in der Vorwoche zwei Tage lang im Kongresszentrum der Wiener Hofburg. Beim 37. Internationalen Wiener Motorensymposium, dem weltweit wichtigsten derartigen Kongress, diskutierten die Experten in mehr als 40 Vorträgen die neuesten Entwicklungen und bedeutendsten Fortschritte im Automobilbau. Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Lenz, Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik sowie Gründer und Leiter des weltweit renommierten Motorensymposiums:

Das Resümee fällt nach zwei hochinteressanten Kongresstagen recht deutlich aus: Die Basis des Antriebs im Automobil bleibt noch für lange Zeit, sicher für weitere 20 bis 25 Jahre, der Verbrennungsmotor. Dabei ist klar: Ohne Elektrifizierung des Verbrennungsmotors geht in Zukunft nichts mehr.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Symposiums, aus der Sicht des Wissenschaftlers Univ.-Prof. Dr. Lenz:

  • Neue Ottomotoren erleben einen beeindruckenden Entwicklungsschub und nähern sich im Wirkungsgrad dem Dieselmotor an. Über die Fortschritte in Effizienz und Umweltfreundlichkeit kann man nur staunen, diese hätte man vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten. Zehn Prozent Verbrauchssenkung gegenüber dem Vorläufermotor bringen fast alle Neuentwicklungen.
  • Auch neue Dieselmotoren lassen alle Register spielen und liefern durch zahlreiche Innovationen einen Beweis für ihr großes Potenzial an Fortschritten, von der Registeraufladung über elektrisch betriebene Verdichter bis hin zur Vollaluminium-Bauweise.
  • Der Plug-in-Hybridantrieb etabliert sich zunehmend als „Brückentechnologie“ auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren. Er ermöglicht elektrisches Fahren, ohne auf Reichweite verzichten zu müssen. Hybride und Plug-in-Hybride werden immer intelligenter und effizienter.
  • Zum Thema batterieelektrischer Antrieb erfolgte heuer kaum ein geeigneter Input, offenbar gibt es keine wesentlichen neuen Erkenntnisse und ohnehin kaum Interesse von Kunden trotz angekündigter Subventionierung.
  • Die Brennstoffzelle bleibt nach Jahrzehnten der Forschung und Entwicklung weiter Hoffnungsträger für eine zukünftige emissionsfreie Mobilität, ob sie jedoch je den erhofften Durchbruch schafft, wird sich – wenn überhaupt – erst in vielen Jahren erweisen.
  • Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge bis hin zum autonomen Fahren wird derzeit von den führenden Automobilkonzernen zum großen Thema gemacht. Der Autopilot zeichnet sich am Horizont schon ab.

© ÖVK / Doris Kucera / Resümee zum 37. Internationalen Wiener Motorensymposium

 

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