Volkswagen auf dem 36. Wiener Motorensymposium

Wolfsburg / Wien – Dr. Heinz-Jakob Neußer, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen und Leiter der Konzern Aggregate-Entwicklung, gab zum Abschluss des diesjährigen Wiener Motorensymposiums einen Ausblick auf die künftige Mobilität und auf innovative Technologien. Die größten Herausforderungen der Branche sind die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, die Elektromobilität und die Digitalisierung.

  • CO2-Reduzierung, Elektromobilität und Digitalisierung sind die großen Herausforderungen der Automobilindustrie
  • Hochdrehzahldiesel und High-Performance 3-Zylinder-TSI stehen für die Zukunft des Verbrennungsmotors
  • Laseraufrauen – innovatives Beschichtungsverfahren in Großserie
  • Neuer 6.0 W12 TSI mit 447 kW (608 PS) – Performance und Laufkultur
  • Neue EU6-TDI-Motorengeneration für leichte Nutzfahrzeuge

Dr. Heinz-Jakob Neußer:

Das Auto der Zukunft wird die Menschen unverändert faszinieren

Auf der Fachtagung präsentierte Friedrich Eichler, Leiter Aggregate-Entwicklung der Marke Volkswagen, zudem den neuen 6.0 W12 TSI. Die neue EU6-TDI-Motorenfamilie für leichte Nutzfahrzeuge wurde von Jörn Kahrstedt, Leiter Dieselmotoren-Entwicklung der Marke Volkswagen, vorgestellt.

Dr. Neußer erklärte in seinem Abschlussvortrag, dass sich die Branche in den vergangenen Jahren stärker und schneller verändert habe als in den Jahrzehnten zuvor. Umweltschonende Mobilität bleibe jedoch das Thema der Automobilbranche.

Klimaschutz ist ein fester Bestandteil unserer Verantwortung für Mensch und Gesellschaft. Zudem verlangen die Kunden Modelle mit weniger Verbrauch und Emissionen und auch die Politik stellt hohe Anforderungen an die Automobilindustrie,

so Dr. Neußer.

Das breite Antriebsspektrum im Volkswagen Konzern – vom Benziner über Dieselmotoren, Erdgasfahrzeuge, Plug-In-Hybride, reine Elektroautos und perspektivisch auch die Brennstoffzellenfahrzeuge – zeige die enorme Innovationsstärke des Konzerns. Der Entwicklungsvorstand betonte:

Die Optimierung des Verbrennungsmotors bleibt ein wichtiges Innovationsfeld. Hocheffiziente TDI und TSI/TFSI-Motoren – am besten in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG – bleiben auf absehbare Zeit unverzichtbar. Die CO2-Reduzierung beim Verbrennungsmotor ist inzwischen High-Tech pur. Exemplarisch dafür steht unser Hochdrehzahldiesel sowie der High-Performance 3-Zylinder-TSI.

Dr. Neußer betonte, dass der Hochdrehzahldiesel dabei in vielerlei Hinsicht in die Zukunft des Verbrennungsmotors weist. Mit hocheffizienten Brennverfahren, innovativem Thermomanagement, maximaler Aufladung dank E-Booster sowie neuen Werkstoffen und Beschichtungen erreichen diese hochmodernen TDI-Motoren schon jetzt eine Leistung von deutlich über 100 kW pro Liter Hubraum.

Im Bereich der Otto-Motoren gab Dr. Neußer einen Ausblick auf den High-Performance 3-Zylinder-TSI auf Basis des EA211-Aggregates. Mit den Genen des Rallyesport-Motors aus dem Polo WRC erreicht dieses Aggregat per Monoscroll-Turbolader und E-Booster aus nur einem Liter Hubraum 272 PS und 270 Nm Drehmoment.

Ein schönes Beispiel, wieviel Potenzial noch im Verbrenner steckt,

so Dr. Neußer.

Einen Ausblick gab Dr. Neußer zudem auf das „Laseraufrauen“. Dieses Beschichtungsverfahren, dass der Volkswagen Konzern in Zukunft in der Großserie einsetzen wird, leistet einen erheblichen Beitrag zur innermotorischen Reibungsreduktion und Leistungssteigerung. Dr. Neußer stellte heraus, dass dies eine wichtige Innovation in der Fertigungstechnologie sei, da beim Laseraufrauen zudem Werkzeuge nicht verschleißen, ein gleichbleibendes Ergebnis erzielt wird und es für alle Werkstoffe eingesetzt werden kann.
Die größte Herausforderung sieht Dr. Neußer in der Digitalisierung, denn Infotainment, Assistenzsysteme und Vernetzung sind für viele Kunden inzwischen mindestens genauso wichtig wie die Motorleistung.

In der Studie Golf R Touch haben wir alles an Bord, was das Cockpit der Zukunft ausmacht: Volle Konnektivität durch die Einbindung von Apps, Smartphones, Tablets und Smartwatches, aber auch große Touchscreens und nicht zuletzt die Gestensteuerung, die beispielsweise das Schiebedach mit einem kurzen „Wink“ öffnet.

Darüber hinaus treiben wir das automatische bzw. pilotierte Fahren voran und arbeiten an neuen Geschäftsmodellen und digitalen Diensten rund um unsere Fahrzeuge. Daher bin ich mir sicher: Das Auto der Zukunft wird die Menschen unverändert faszinieren.

Bereits einige Stunden vorher hatte Volkswagen beim Wiener Motorensymposium, das alljährlich vom Österreichischen Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. H.P. Lenz von der Technischen Universität in Wien ausgerichtet wird, neueste Antriebsgenerationen präsentiert: Den neuen 6.0 W12 TSI als einer der anspruchsvollsten Premiumantriebe weltweit und den ebenfalls neuen 2,0-Liter-TDI-EU6-Dieselmotor für leichte Nutzfahrzeuge. Den Vortrag zum neuen Zwölfzylinder hielt Friedrich Eichler, Leiter Aggregateentwicklung der Marke Volkswagen, die neue Dieselmotoren-Familie wurde von Jörn Kahrstedt, Leiter Dieselmotoren-Entwicklung der Marke Volkswagen, vorgestellt.

Der neue 6,0-Liter-W12TSI für Premiummodelle des Volkswagen Konzerns

Auf der Basis des W12-Konzepts hat der Volkswagen Konzern Topmotorisierungen im Einsatz, die seit nunmehr 13 Jahren ihre Perfektion im Hinblick auf Performance und Komfort in den Premiummodellen der Marken Volkswagen, Audi und Bentley in beeindruckender Manier unter Beweis stellen. Die auf dem diesjährigen Motorensymposium vorgestellte Nachfolgegeneration W12 TSI macht das Spitzentriebwerk des Volkswagen Konzerns zu einem der faszinierendsten Aggregate mit der höchsten Technologiedichte weltweit.

So wurden im Rahmen der Weiter- und Neuentwicklungen zwei bislang parallel eingesetzte Brennverfahren – die FSI Direkteinspritzung bei Audi und die TMPI Mehrpunkteinspritzung bei Bentley – zusammen mit weiteren neuen beziehungsweise optimierten Systemen und Komponenten zum erfolgreichen TSI-Verfahren zusammengeführt. Der Entwicklungsumfang beinhaltete darüber hinaus Zylinderlaufbahnen mit APS-Beschichtung, einen offroadtauglichen Ölkreislauf mit schaltbarer Ölpumpe, ein Kühlsystem mit integriertem Thermomanagement, eine duale Kraftstoffzumessung mit Hochdruck-Direkt- und Niederdruck-Saugrohreinspritzung, eine Twin-Scroll-Biturboaufladung, eine Einzel-Zylinderbankabschaltung (in Fahrtrichtung links), ein Motormanagement mit zwei Steuergeräten sowie ein verbrauchs- und emissionsminderndes Start-Stopp-System. Zum Antriebskomfort auf Premiumniveau trägt unter anderem eine adaptive Motorlagerung mit hydraulischer Grunddämpfung bei, bei der elektromagnetische Aktuatoren motorinduzierte Anregungen mit phasenversetzten Gegenschwingungen entgegenwirken.

Die eingesetzten Technologiebausteine machen den neuen W12 TSI zum sparsamsten Zwölfzylindermotor im automobilen Luxussegment. Ein CO2-Ausstoß von weniger als 250 g/km im NEFZ-Normzyklus – bei einer Leistung von 447 kW / 608 PS (6.000 1/min) und einem maximalen Drehmoment von 900 Nm (1.500 – 4.500 1/min) – zeigen eindrucksvoll, wie sich in diesem Antrieb Effizienz und Performance auf höchstem Level vereinen. Je nach Fahrzeugmodell ermöglicht der 6,0-l-Zwölfzylinder Beschleunigungswerte von weniger als vier Sekunden auf 100 km/h und Höchstgeschwindigkeiten von über 300 km/h.

Der neue 2,0-Liter-TDI-Dieselmotor für leichte Nutzfahrzeuge

Der neue, auf Basis des modularen Dieselbaukastens MDB entwickelte 2.0 TDI-Motor debütiert mit der Markteinführung der neuen Volkswagen Nutzfahrzeuge Modelle Multivan und Transporter. Zugeschnitten ist die neue Motorenfamilie auf nutzfahrzeugspezifische Anforderungen, gleichzeitig wurde die Leistungsbandbreite vergrößert.
Bei der Entwicklung standen eine signifikante Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs (durchschnittlich 14 Prozent) bei gleichzeitiger Erfüllung der EU6-Emissionsgrenzwerte im Fokus, sowie ein zugkraftorientierter Drehmomentverlauf mit spürbaren Fahrleistungszuwächsen für den Kunden. Für die Spitzenmotorisierungen kommt zudem eine neu entwickelte Zweistufen-Turboaufladung zum Einsatz.

Um die gesetzliche Anforderung an NOx- und Partikel-Rohemissionen der Abgasstufe EU6 zu unterbieten, kommen neben einem Common-Rail-System mit 2.000 bar Einspritzdruck eine neue Niedertemperatur-Hochdruck-Abgasrückführung und ein wassergekühlter Ladeluftkühler zum Einsatz; ein Schaltsaugrohr sorgt zudem für den notwendigen Strömungsdrall in den Teillastphasen. Die Abgasnachbehandlung erfolgt über einen Oxidationskatalysator mit einer nachgeschalteten Kombination aus Dieselpartikelfilter und SCR-Katalysator.

Aktuell decken vier Ausführungen des Triebwerks eine Leistungsspanne von 62 kW (84 PS) bis 150 kW (204 PS) und eine Drehmomentspanne von 220 bis 450 Nm ab. Mit einer spezifischen Leistung von über 76 kW und einem spezifischen Drehmoment von mehr als 225 Nm pro Liter Hubraum (plus ca. 13 Prozent) ist die neue Transportermotorisierung „Benchmark“ ihres Segments. Überproportional zugelegt hat auch das Anfahrmoment, bei dem die Vorteile der VTG-Hochdruckstufe innerhalb der Biturbo-Aufladeeinheit wirkungsvoll zur Geltung kommen.

Zu Klassenbestwerten in puncto Fahrvergnügen und Fahrdynamik sorgen zudem – neben adäquater Leistung – füllige Drehmomentkurven und überlegenes Anfahrverhalten im gesamten Drehzahlbereich, wobei in den Leistungsstufen bis 110 kW ein Turbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) zum Einsatz kommt. Bei der Spitzenmotorisierung mit 150 kW wurde die bereits vorhandene Zweistufen-Aufladung komplett überarbeitet und um eine ebenfalls variable Turbinengeometrie in der Hochdruckstufe ergänzt.

© Volkswagen / Volkswagen auf dem 36. Wiener Motorensymposium

Schlagwörter aus dem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren:
Kommentare

Comments are closed.

Übersicht Automarken