Sie steht da wie ein Versprechen. Flach für einen Crossover, straff in der Haltung, als wüsste sie, was gleich passiert. Zündung an, die Elektronik blinzelt – und die Alpine A390 wirkt plötzlich nicht mehr wie ein Showroom-Stück, sondern wie ein Werkzeug. Ein Familien-Stromer, ja. Aber mit dieser leisen Unruhe im Blick, die nur Autos haben, die gern fahren.
Ein paar Monate nach ihrem Auftritt im Mai ist es so weit: Die A390 rollt auf den französischen Markt. Die Marke mit dem pfeilförmigen A öffnet am 4. November offiziell die Bestellbücher – zuerst exklusiv für jene, die sich den Alpine A390 Première Pass gesichert haben, dieses kleine VIP-Ticket aus der Präsentationsphase. Alle anderen dürfen kurz darauf ran: Ab dem 18. November geht’s für das breite Publikum los.
Mit dem Start der Bestellungen rücken auch die finalen Preise ins Licht. Zwischen etwa 65.000 und 76.000 Euro wurde anfangs kolportiert; geworden sind es am Ende ein wenig mehr – heuer startet die A390 in der GT-Ausführung bei 67.500 €. Leicht angehoben, ja. Aber der Gegenwert? Interessant, wie sich gleich zeigen wird.
400 PS und 555 km WLTP – schon die Basis meint es ernst
Die Einstiegsvariante heißt GT, klingt unschuldig und legt doch los wie ein gut trainierter Vierkäsehoch. Drei E-Motoren arbeiten zusammen: vorne ein fremderregter Synchronmotor (dieses feine, drahtige Gefühl in der Dosierung), hinten zwei Synchronmaschinen mit Permanentmagneten, die knurren, wenn man sie fordert, und flüstern, wenn man nur gleitet. Zusammen liefern sie 400 PS und 661 Nm. Das fühlt sich an wie ein fester Händedruck – nicht grob, aber entschlossen.
Allrad ist hier kein Marketingwort, sondern ein Werkzeugkasten. Alpine Active Torque Vectoring verteilt den Schub dorthin, wo er Wirkung zeigt – Kurveneingang: die Nase wird leicht, das Heck denkt mit; Kurvenmitte: die Räder kneten sich in den Asphalt; Kurvenausgang: sie zieht. Nicht hysterisch, sondern zielstrebig. 0–100 km/h in 4,8 Sekunden, Spitze 200 km/h. Genug, um einen grauen Montag in einen hellen zu verwandeln.

Die Batterie? 89 kWh nutzbar. Nicht zu viel, nicht zu wenig – genau so, dass Alltag und Ambitionen zusammenspielen. Mit 20-Zoll-Rädern verspricht sie nach WLTP 555 Kilometer Reichweite. Wer die Geste größer mag und 21 Zoll montiert (Serie bei der GTS), schaut offiziell auf 503 Kilometer. Spürbar, aber nicht dramatisch: Die A390 bleibt ein Langstreckenfreund, solange die Ladesäule in Sichtweite bleibt.
Und das Laden? Keine 800-Volt-Architektur, richtig. Dennoch macht die Zeit an der Säule keinen Nachmittag daraus. Die GT nimmt bis zu 150 kW auf, die GTS geht auf 190 kW. Alpine spricht von 15 auf 80 Prozent in 29 Minuten bei der GT – und unter 25 Minuten bei der GTS. In der Praxis bedeutet das: Espresso, E-Mail, weiter.
Die GTS kommt später – und legt dann spürbar nach
Zum Start hat die GT die Bühne. Vernünftig, könnte man sagen. Die GTS, das temperamentvollere Geschwister, betritt sie Anfang 2026. 470 PS, 824 Nm – Zahlen, die man nicht schreit, sondern beiläufig fallen lässt, um dann die Gesichter zu beobachten. 0–100 in 3,9 Sekunden, bis zu 220 km/h. Auf der Geraden ein Rammbock, in der Kurve ein Skalpell. Preislich liegt sie bei 78.000 € – kein Zufall, eher eine Ansage.
Die Unterschiede sind sichtbar und fühlbar: 21-Zoll-Räder als Standard – optisch präsent, fahrdynamisch griffig, wenn der Belag passt. Vorn sitzen Alpine Sportsitze von Sabelt, zweifarbiges Nappa, das den Rücken stützt wie ein guter Freund in einem hektischen Gespräch. Für die Ohren spielt ein 13‑Kanal‑System von Devialet, dessen „Space“-Modus die Kabine öffnet, als wäre sie größer als die Außenmaße. Und wer Zahlen liebt wie andere Lyrik: Alpine Telemetrics Expert bringt Fahrdaten und Tipps, die man sofort umsetzen will – nicht, um anzugeben, sondern um besser zu werden.

Gebaut wird durch und durch in Frankreich: Antriebe aus Cléon, Batteriemodule aus Douai (Zellen aus Frankreich und Europa), Endmontage in Dieppe – die Heimat gibt dem Auto eine Handschrift. Nur beim Umweltbonus schaut die A390 in Frankreich durch die Finger: Der staatliche Deckel liegt bei 47.000 €, weit weg von den hier geforderten Summen. So ehrlich muss man sein.
Zum Trost – und zur Versuchung: Erste Fahrzeuge stehen ab Ende 2025 in den Schauräumen, Probefahrten inklusive. Wer früh reserviert hat, bekommt die Schlüssel kurz darauf. Und dann merkt man, wie sich dieses Auto fährt: nicht laut, aber wach; nicht hart, aber straff; nicht protzig, sondern selbstsicher. Ein Stromer, der nicht missioniert, sondern verführt.
Preise Alpine A390 (November 2025):
| Preis (in €) | GT | GTS |
| A390 GT, 400 PS – 89 kWh | 67.500 | – |
| A390 GTS, 470 PS – 89 kWh | – | 78.000 |
Fotos: Thomas Antoine für Alpine.
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Und jetzt? Einfach fahren. Die A390 will nicht gefallen, sie will überzeugen – höflich, aber bestimmt.

