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Alpine: Colapinto gelassen für 2026

Die Boxengasse atmet ruhig bei Alpine. Während drüben bei Red Bull und den Racing Bulls die Gerüchte wie ein hochdrehender Turbolader pfeifen, klingt es hier eher nach Leerlauf: gleichmäßig, unspektakulär, aber sauber. Zwei Fahrer, die den Blick nach vorn richten und nicht nervös am Lenkrad zupfen. Das tut gut. Und man spürt es – im Ton, im Takt, im Gangwechsel der Aussagen.

Seinen Platz im Griff

Franco Colapinto spricht über 2026, als säße er in einer schnellen, aber gut austarierten Kurve: nicht übermütig, nicht ängstlich – entschlossen. Austin liegt noch im Rückspiegel, inklusive jener Teamorder, die er ignoriert hat. Ein Fleck auf dem Rennanzug? Vielleicht. Aber sicher keiner, der sich nicht auswaschen ließe. Der Argentinier wirkt für das kommende Jahr erstaunlich gelassen, weil bei Alpine – anders als anderswo – kaum jemand an der Fahrerpaarung sägt. Kein Geraune in den Gängen, kein Stuhlrücken im Bürotrakt. Ruhe ist hier kein Leerlauf, sie ist Strategie.

Natürlich, Mexiko brachte wieder dieses halblaute Flüstern: Ein Vertrag für 2026, heißt es, könnte schon längst unterschrieben sein – gut gepuffert von kräftigen Förderern – und rund um den Brasilien‑Grand‑Prix ans Licht kommen. Paddock‑Radio, wie man es kennt: mal kernig, mal hohl, immer verführerisch. Doch die Luft über der Strecke lügt gern, vor allem wenn die Sonne glitzert und die Motoren singen.

Colapinto kontert das mit einer Gelassenheit, die man eher von einem routinierten Routinier erwartet: Meinungen habe jede und jeder, sagt er sinngemäß, nur seien sie derzeit selten satt belegt. Bei Alpine sei wenig los, kaum Getöse – und das sei gut so. Aber Vorsicht bleibt sein Sicherheitsgurt: Ruhe beweise noch gar nichts. Man hört das und sieht fast, wie er die Handschuhe straffer zieht.

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Dann der nüchterne Unterboden der Worte: Als Team müsse man das Auto weiter nach vorne bringen, die Stärken sauber herausbremsen, die Schwächen fein anfahren – und sich auf das konzentrieren, was als Nächstes kommt. Er, sagt er, denke im Rhythmus der Rennen, eins nach dem anderen, ohne die Zukunft zu übertakten. Und am Ende, das betont er ohne Groll, liege die Entscheidung nicht in seinen Händen. Ein Fahrer kann viel beeinflussen – das Timing, die Linie, den Mut am Bremspunkt. Aber nicht alles.

Diese Haltung passt zur Alpine‑Stimmung: kein großes Kino, keine aufgeblasenen Versprechen. Eher das präzise Klicken einer gut gewarteten Schaltkulisse. Wer so redet, plant nicht die Schlagzeile. Er plant das nächste Zelt auf der Ideallinie.

Kurz gefasst

Während rund um Red Bull die Gerüchteküche brodelt, bleibt es bei Alpine auffallend still – und genau das spielt Franco Colapinto in die Karten. Der Argentinier gibt sich für das kommende Jahr entspannt, trotz Austin‑Eklat, und lässt die Paddock‑Gerüchte über einen möglichen 2026‑Deal kalt an sich abperlen. Wenn Alpine diesen Kurs hält, könnte Colapinto seine Formel‑1‑Geschichte einfach weiterschreiben – sauber, Schritt für Schritt, Rennen für Rennen.

Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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