Ein Wochenende, das man am liebsten im Rückspiegel vergisst. Alpine startet hinten, landet hinten, und dazwischen fehlt der Rhythmus wie der Takt bei einem müden Schlagzeuger. Das Auto wirkt verschlossen, die Strecke fordert, und die Reifen erzählen ihre eigene, kurze Geschichte. Man spürt’s schon am Lenkrad: Heute will die Kiste nicht tanzen.
Reifenabbau, der weh tut
71 Runden sind lang, wenn der Gummi schneller bröselt als die Nerven. Bei Alpine war genau das der rote Faden. Pierre Gasly, von Startplatz 18 losgeschickt, tastet sich nach vorn, sammelt mit ein paar Ausfällen Plätze ein und schiebt sich am Ende auf Rang 15. Kein Feuerwerk, eher Schadensbegrenzung.
Er berichtet, über motorsport.nextgen weitergereicht, mit einem Ton zwischen nüchtern und trotzig: Nach einem ordentlichen Antritt seien sie wieder dort gestanden, wo sie losgefahren sind, also zurück in die Realität. Erst Medium, früh an die Box, dann auf Soft – klang vernünftig, biss aber zurück: Der Verschleiß war höher als gedacht, der zweite Stint lang und schwer, wie ein Montag nach zu wenig Schlaf. Man werde alles durchgehen, sagt er, doch unterm Strich habe die Pace gefehlt. Die Strecke sei speziell, ja, aber da und dort lässt sich was nachschärfen. Hoffnung bleibt – São Paulo als nächster Halt –, auch wenn die momentane Welle nicht gerade pro Alpine schwappt.
Am anderen Ende der Box Franco Colapinto: Start ganz hinten, Ziel Platz 16 – letzter, aber nicht kampflos. Harte Reifen zum Losfahren, der Plan: lange draußen bleiben, jede kleine Lücke packen. Die Theorie war sauber, die Praxis eine Spur zu langsam. Es habe an Tempo gefehlt, um wirklich im Getümmel zu bleiben, sagt er. Nicht viel mitzunehmen, außer Lernen, Lernen, Weiterfahren. Blick nach vorn: Brasilien. Und ein Lächeln in der Stimme, wenn es um São Paulo geht – Südamerika, Fans, Lautstärke. Das gibt Kraft, auch wenn die Stoppuhr gerade kein Freund ist.
Kurz zusammengefasst
Alpine erlebt ein zähes Wochenende: hinten gestartet, hinten angekommen, jenseits der Punkte. Der Reifenabbau sticht, die Performance fehlt, und das Paket wirkt nervös statt präzise. Fazit, so ehrlich wie nötig: Alles gehört auf den Prüfstand – Auto, Abläufe, Abstimmung – damit in Brasilien nicht wieder die Reifen sprechen, sondern endlich die Pace.

