Er riecht nach Gummi und Benzin, der Teil seines Lebens, der zwischen Startampel und karierter Flagge passiert. Fernando Alonso würde nicht Nein sagen zu mehr Pokalen als den beiden von 2005 und 2006. Aber jammern? Keine Spur. Er schaut auf seine zwei Titel wie auf zwei perfekt getroffene Scheitelpunkte: selten, schwer erarbeitet, kostbar.
Seit jenen Renault-Jahren bleibt er einer der Begabtesten im Feld, ein Fahrer, dem auch die Mechaniker im Paddock instinktiv Platz machen. Dreimal Vize mit Ferrari – 2010, 2012, 2013 – so knapp dran, dass man die fehlenden Punkte fast am Lenkradleder spürt. Und doch: mit 44 wirkt er nicht wie einer, der auf Durchzug stellt. Er atmet weiter tief durch den Helm. Er will’s noch einmal wissen.
Der letzte Anlauf
Was blieb? Ein paar Runden, ein paar Entscheidungen, ein paar Zähler. Der Spanier spricht darüber ohne Bitterkeit, eher wie ein Fahrer, der genau weiß, wie ein Auto unter ihm atmet. Die fast verpassten Chancen sind keine Gespenster, eher Schatten, die mitfahren – man sieht sie, aber sie steuern nicht. Er sagt sinngemäß: Gib mir eine Handvoll Punkte mehr, und wir reden über drei weitere Kronen. So ist der Sport – hart, aber schön, weil er nichts schenkt. Zufriedenheit mit zwei Titeln? Ja. Respekt im Fahrerlager? Spürbar, vom Boxenfunk bis zum Parc fermé. Und trotzdem bleibt da dieser Druck aufs Gaspedal, dieses kleine Nachlegen am Ausgang der Kurve. Das Gefühl, dass noch eine Runde kommt. Noch eine Attacke. Ein letzter, sauber gesetzter Bremspunkt, der alles dreht.
Wer ihn beobachtet, merkt: Da fährt keiner die Vergangenheit spazieren. Da fährt einer Gegenwart. Die Hände ruhig, der Blick weit, die Entscheidungen klar. Wenn das Auto trägt, trägt auch der Plan. Und wenn nicht, dann kämpft er – mit der Sturheit eines guten Differenzials, das die Kraft dorthin schickt, wo sie am meisten bewirkt.
Kurz zusammengefasst
Alonso hätte gern mehr als die zwei Titel von 2005 und 2006 – klar. Aber er hadert nicht, er schätzt, was da ist. Und er lässt offen, was noch kommt: ein weiterer Anlauf, ein weiterer Titel? Er bleibt bereit, falls sich die Lücke auftut. Genau dann, wenn die Strecke frei wird und der Motor noch einmal tief durchzieht.

