Die bayerische Automarke erntet heute die Früchte ihrer kühnen strategischen Ausrichtung. Anstatt sich wie Mercedes oder Audi ausschließlich auf Elektrofahrzeuge zu konzentrieren, hat BMW modulare Plattformen entwickelt, die verschiedene Antriebssysteme aufnehmen können. Dieser flexible Ansatz, der zunächst skeptisch aufgenommen wurde, erweist sich nun als vorteilhaft in einem sich rasch verändernden Markt.
Eine multilaterale Energiestrategie mit Potenzial
BMW hat sich entschieden, modulare Plattformen zu entwickeln, die sowohl thermische als auch hybride und elektrische Antriebe integrieren. Die Modelle i4, i5 und i7 nutzen dieselbe Architektur wie ihre entsprechenden Benzinmodelle. Diese technische Vielseitigkeit ermöglicht es BMW, die Produktion schnell an die tatsächliche Marktnachfrage anzupassen.
Dieser pragmatische Ansatz steht im Kontrast zu vielen Herstellern, die stark in 100% elektrische Plattformen investiert haben. Mercedes-Benz, das nun dem Beispiel von BMW folgt, hat angekündigt, dass die zukünftige CLA sowohl als Elektro- als auch als Hybridversion erhältlich sein wird.
Erfolgreiche Verkäufe unterstreichen die Strategie
Die Zahlen sprechen für sich: BMW hat 2023 insgesamt 426.594 Elektrofahrzeuge verkauft und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Die Elektrofahrzeuge machen 17% der gesamten Verkaufszahlen der Marke aus, während die elektrifizierten Fahrzeuge (einschließlich Hybriden) 25% des Gesamtvolumens ausmachen.
- 65% der in den USA verkauften BMW-Fahrzeuge werden lokal produziert
- Die Marke erfüllt ihre CO2-Emissionsziele in Europa, ohne auf massive Rabatte zurückgreifen zu müssen

Die Neue Klasse: Die elektrische Zukunft von BMW
Der bayerische Hersteller ignoriert jedoch nicht die elektrische Innovation. Die neue Plattform Neue Klasse, deren Einführung in diesem Jahr geplant ist, verspricht bedeutende Fortschritte:
| Merkmale | Vorteile |
|---|---|
| Optimierte Architektur | Erhöhte Reichweite |
| Neues Generation Ladesystem | Geringere Ladezeiten |
| Fortschrittliche Softwareintegration | Verbessertes Benutzererlebnis |
Die Herausforderungen des chinesischen Marktes
BMW sieht sich in China einem verstärkten Wettbewerb gegenüber, denn lokale Hersteller bieten zunehmend wettbewerbsfähige Fahrzeuge, die sowohl technologisch als auch preislich überzeugen. Diese Situation betrifft nicht nur BMW, sondern alle importierten Marken, unabhängig von der Art des Antriebs.
Jochen Goller, Mitglied des Vorstandes von BMW, bringt die Lage treffend auf den Punkt: „Der Übergang zur Elektromobilität ist kein Einbahnstraße. Es ist eine Achterbahnfahrt“. Diese klare Sichtweise erklärt, warum BMW weiterhin in thermische Antriebe und Hybridtechnologien investiert, während die Elektrofahrzeugangebote ausgebaut werden.
Finanzanalysten, unter anderem Patrick Hummel von UBS, bestätigen, dass diese Strategie BMW in eine hervorragende Position auf dem globalen Markt für Elektroautos versetzt. Die Marke kann sich so schnell an Marktveränderungen anpassen, ohne ihre Investitionen oder Rentabilität zu gefährden.
