HomeNewsBYD Seal 6 DM-i Touring Test: Guter Preis für viel Platz

BYD Seal 6 DM-i Touring Test: Guter Preis für viel Platz

BYD ist global die Nummer eins im Bereich Elektrofahrzeuge und präsentiert ein Plug-in-Hybrid-Familienauto, dessen Besonderheit darin besteht, dass es nicht zwingend aufgeladen werden muss.

Der junge chinesische Automobilhersteller, ein anerkannter Spezialist für Batterien, trat erst 2003 in die Automobilbranche ein und debütierte 2022 in Frankreich. Seine Ambitionen, untermauert durch die Initialen BYD – im Anglikanischen „Build Your Dreams“ – scheinen unerschöpflich. Tatsächlich hat BYD Tesla überholt und ist mittlerweile der weltweit führende Hersteller von Elektrofahrzeugen mit beeindruckenden 4,2 Millionen produzierten Autos im Jahr 2024 unter verschiedenen Marken.

Dieses Plug-in-Hybrid-Familienmodell ist in zwei Karosserievarianten erhältlich: Limousine und Kombi, wobei BYD den Hybrid als Sprungbrett zum voll elektrischen Fahrzeug sieht. Mit einer Länge von 4,84 Metern bietet es großzügige Platzverhältnisse, die es im Wettbewerb mit Modellen des höheren Segments, wie dem Skoda Octavia, gut positionieren.

Ein ansprechendes Design

Das Design, inspiriert von der maritimen Welt, ist in seiner Schlichtheit ansprechend ohne übertriebene Akzente. Diese Zurückhaltung ist besonders für Liebhaber einer diskreten Eleganz erfreulich. Im Innenraum gibt es ein geschmackvoll gestaltetes Armaturenbrett mit zwei perfekt integrierten Displays: ein 8-Zoll-Screen für die Instrumenteneinheit und ein 15-Zoll-Multimedia-Display. Die Materialien sind durchweg hochwertig und bieten eine ansprechende Verarbeitung. In der gehobenen Ausstattung kommt der Touring-Kombi zusätzlich mit einem Schiebedach, das reichlich Licht ins Innere lässt.

Der Wohnkomfort ist wirklich familienfreundlich: Eine einladende Rückbank mit viel Platz für Köpfe, Schultern und Beine – alles dank eines großzügigen Radstands von 2,79 Metern. Während die Mittelreihe durch eine etwas steifere Rücklehne eingeschränkt ist, erfreuen sich die Passagiere an einem flachen Fußraum, wie man es von einem Elektroauto kennt. Der Kofferraum fasst 675 Liter und bleibt auch nach dem Umklappen der 40/60-Rücksitzlehnen beinahe eben.

Effizienter Hybridantrieb

Mit der Smidität und dem Fahrvergnügen eines Elektrofahrzeugs entfaltet sich der Seal in all seiner Pracht. Die verbauter Batterie (19 kWh brutto) ermöglicht einen 100 % elektrischen Betrieb, und mit einer Leistung von 145 kW (197 PS) sowie 300 Nm Drehmoment der E-Maschine wird bereits eine sehr überzeugende Performance geboten. Laut BYD kann das Fahrzeug über 100 km rein elektrisch fahren, ohne einen Tropfen fossiler Brennstoffe zu verbrauchen. Zudem hat der Fahrer die Möglichkeit, die elektrische Reichweite einzustellen, sodass der Verbrennungsmotor je nach Bedarf mehr oder weniger in Anspruch genommen wird.

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Der 1,5-Liter-Vierzylinder im Atkinson-Zyklus mit 16 Ventilen bietet laut Hersteller die beste Kraftstoffeffizienz für ein Serienfahrzeug von über 43 %. Das Aggregat bleibt meist unbemerkt, jedoch bei kräftiger Beschleunigung spürt man kurzzeitig eine Verzögerung, bevor die volle Kraft entfaltet wird. Die 98 PS des Verbrennungsmotors ergänzen die E-Maschine eher diskret und sind in der Elektromobilität bei einem Gewicht von 1.800 kg gut dosiert.

Praktische Reichweite

Außerdem setzt BYD auf metallfreie LFP-Batterien (Lithium-Eisen-Phosphat), die als eine der sichersten weltweit gelten. Die DM-i-Hybridtechnologie ermöglicht es, sowohl im Reihen- als auch im Parallelbetrieb zu fahren, um die Effizienz bestmöglich auszuschöpfen. Das kontinuierliche, automatische Aufladen des Akkus bedeutet, dass eine externe Ladung nicht zwingend notwendig ist – eine tolle Eigenschaft für ein Plug-in-Hybrid! Der Verbrauch variiert stark; von Null im vollelektrischen Modus bis über 7 Liter, wenn man es eilig hat. Bei einer Testfahrt zeigte unser Schnitt 6,2 Liter pro 100 km – genug für weit über 1.000 km ohne Stopp.

Zum Fahrspaß trägt der Seal 6 mit seinem ausgeklügelten Antriebsstrang erheblich bei. Das straff abgestimmte Fahrwerk sorgt in Verbindung mit präziser Lenkung für ein konstantes Fahrvergnügen. Auf nasser Strecke bemerkten wir einen geringen Grip der Reifen, was die Neigung zum Untersteuern verstärkte – ein unerwartetes Verhalten angesichts der Continental EcoContact 6-Reifen. Ein leicht weiches Dämpferverhalten auf unebenen Straßen enttäuschte etwas, allerdings diente es dem Komfort. Bei höherem Tempo wird die Dämpfung agiler und absorbiert die meisten Unebenheiten recht gut, was bei Bremschwellenaus der Kategorie sehr positiv auffiel. Man könnte fast denken, die Ingenieure von BYD hätten dies extra in ihre Kalkulationen mit eingeflossen.

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Umfassende Ausstattung

Wie es bei chinesischen Fahrzeugen oft der Fall ist, ist die Ausstattung rundum großzügig. Der Seal 6 ist nicht nur mit einer Vielzahl an Fahrassistenzsystemen der Stufe 2 ausgestattet, sondern bietet auch ein hypermodernes Multimedia-System zur Steuerung über das Smartphone. Ein V2L-Service sorgt sogar dafür, dass elektronische Geräte an Bord mit Strom versorgt werden können. Zudem gibt es beheizbare und belüftete Vordersitze, eine elektronische Heckklappe, integrierte 4G-Konnektivität mit Sprachsteuerung und Qi-Ladefunktion für Smartphones. Die einzige Option betrifft die Lackierung, welche je nach Wunsch gegen Aufpreis gewählt werden kann.

Obwohl BYD nicht als die günstigste Marke gilt, strebt sie an, eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse auf dem Markt zu bieten. Ein gut gehütetes Geheimnis ist die Tatsache, dass BYD 95 % der Fahrzeugkomponenten selbst herstellt. Dazu gehören auch eigene Produktionsstätten und Minen, wodurch sie eine weitgehende Unabhängigkeit erreichen. Lediglich Reifen und Verglasungen werden extern bezogen.

UNSERE BEURTEILUNG

Obwohl der BYD Seal 6 das Segment der Familienlimousinen nicht revolutioniert, bringt er Qualitäten wie Raumangebot, Komfort und Schlichtheit mit, die ihn besonders gelungen erscheinen lassen. Er avanciert so zum ernstzunehmenden Mitbewerber nicht nur gegen die direkten Konkurrenten, sondern auch im anspruchsvolleren Segment.

Was uns gefällt:

  • Hochwertige Präsentation
  • Komfortable Ausstattung
  • Geräumigkeit
  • Fahrverhalten
  • Schlichte Eleganz

Was uns weniger gefällt:

  • Etwas uninspiriertes Design
  • Geringer Grip bei Nässe

TECHNISCHES DATENBLATT BYD SEAL 6 DM-i TOURING

Preis:

Getestete Version: 43.180 € (Comfort Lite)

Grundpreis: 39.990 €

Herstellerangaben / Testdurchschnitt (l/100 km): 1,7/6,2

Reale Reichweite: 1.350 km, davon 105 vollelektrisch/1.050 km

Ladezeit: 2,7 Stunden einphasig bei 6,6 kW, 23 Minuten (30 bis 80 %) mit Schnellladung

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CO2/Bonus-malus: 38 g/0

Steuerleistung: 5 PS

Herkunftsland: China

ANGEBOTENE REICHWEITE

Plug-in-Hybrid: 184 bis 212 PS. Limousine: 38.490 € bis 43.080 €; Touring-Kombi: 39.990 € bis 44.180 €

FAHRDATEN

Motor : 4 Zylinder, 16 Ventile, Benzineinspritzung, Atkinson-Zyklus, variable Ventilsteuerung, 1.498 cm3 + Permanentmagnet-Synchron-Elektromotor, LFP-Batterie (Lithium-Eisen-Phosphat) 19 kWh (brutto)

Getriebe: 1-Gang-Automatikgetriebe + Wendegetriebe

Leistung (PS bei U/min): 98 PS bei 6.000 + 145 kW (197 PS) (elektrisch), gesamt 212 PS

Drehmoment (Nm bei U/min): 122 bis 4000 + 300 (elektrisch)

Gewicht (kg): 1.805

Maße (L×B×H in m): 4,84 x 1,87 x 1,50

Radstand (m): 2,79

Wenderadius (m): 11

Tankinhalt: 65 Liter

Höchstgeschwindigkeit (km/h): 180

0-100 km/h (Sekunden): 8,5

Standardbereifung: 225/50 R 18

Testreifen: Continental EcoContact 6

PLATZANGEBOT

Beinfreiheit hinten: 78 cm

Breite an der vorderen/hinteren Armlehne: 153/146 cm

Kofferraumvolumen (l): 675/1.535

OPTIONALE AUSRÜSTUNG

Farbe außer weiß (1.100 €)

WETTBEWERBER

BMW 330eA Touring, 292 PS, ab 64.350 €

Peugeot 308 SW Plug-in-Hybrid, 195 PS, ab 43.400 €

Skoda Octavia Combi 1.5 TSi Hybrid, 150 PS, ab 37.590 €

Toyota Corolla Touring Sports 2.0, 196 PS, ab 38.950 €

Volkswagen Passat SW 1.5 eHybrid, 204 PS, ab 53.590 €

Zusammenfassung

Der BYD Seal 6 beeindruckt durch durchdachte Merkmale wie Geräumigkeit, Komfort und ein elegantes Design, obwohl er keinen massiven Umbruch im Segment der Familienlimousinen bewirkt. Dennoch sorgt er für einen echten Wettbewerbsdruck, sowohl gegen seine direkten Mitbewerber als auch gegen anspruchsvollere Modelle.

antoine Bouquet
antoine Bouquet
Antoine Bouquet ist Redakteur bei MotorNews, wo er seine Leidenschaft für Autos mit seinen soliden journalistischen Fähigkeiten verbindet, die er sich im Laufe seiner akademischen Laufbahn angeeignet hat. Er hat an der Universität Paris-Sorbonne einen Master in Journalismus und Kommunikation absolviert und sich an der Journalistenschule in Lille auf Automobiljournalismus spezialisiert, wodurch er in seinen Texten journalistische Genauigkeit und technisches Fachwissen vereinen kann. Mit seiner mehrjährigen Erfahrung in der Fachpresse ist Antoine für seine Fähigkeit bekannt, die neuesten Innovationen in der Automobilbranche gründlich zu analysieren und diese Informationen gleichzeitig für ein breites Publikum zugänglich und interessant zu machen. Seine Arbeit deckt ein breites Themenspektrum ab, das von Fahrzeugtests über neue Technologien bis hin zu Marktentwicklungen und Umweltfragen der Branche reicht. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : antoine.bouquet@motornews.fr
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