Sergio Pérez, künftig im Cockpit der neuen Cadillac-Equipe in der Formel 1, hat erzählt, wie sein Kapitel bei Red Bull zugeklappt ist. Man hört es zwischen den Zeilen: Das war kein Spaziergang durch den Prater.
Er kommt aus einem Jahr Funkstille, aber die Finger kribbeln wieder. 2026 steht an wie eine Startampel, die ewig auf Rot bleibt – und jetzt, endlich, blinzelt sie. Pérez hat bereits mit virtuellen Stints begonnen, stundenlange Sessions, in denen das Lenkrad vibriert, als würde die Strecke selbst atmen. Die ersten echten Kilometer sind für November anvisiert. Zum Warmfahren steigt er in eine Ferrari von 2023 – ein Auto, das noch den Duft von Grands Prix in den Sitzpolstern trägt, ein Chassis mit Vergangenheit und klarer Stimme: direkt, ehrlich, manchmal grantig. In Mexiko, zuhause, holt er die alten Routinen aus der Garage: Blick auf den Asphalt, Funk im Ohr, Fragen der Presse wie kleine Kegel vor der Box – und er fährt sie nicht einfach nur um, er nimmt sie mit Schwung. Ohne Schonbezug. Ohne Floskeln.
Sergio Pérez, hörbar unzufrieden
Zwischen 2021 und 2024 saß er im Red-Bull-Cockpit – Jahre, die auf dem Papier golden aussehen, aber im Fahrgefühl öfter knirschten als glänzten. Wenn er jetzt auf Yuki Tsunoda schaut, auf Liam Lawson, erkennt er die Spuren im Reifenbild. Er sagt nicht wörtlich „tu dir das lieber nicht an“, aber der Unterton ist so deutlich wie ein Blockieren am Scheitelpunkt: Wer dort einsteigt, erbt nicht nur ein schnelles Auto, sondern auch die ganze Last, die damit kommt – Erwartungen, die wie kalte Luft in die Lunge schneiden; Vergleiche, die sich anfühlen wie ein zu straff gezogener Gurt. Pérez kennt den Rhythmus dieses Teams, das Tempo, das nie nachlässt, die Mühle, die mahlt, bis die Körner am Ende staubfein sind. Sein Fazit wirkt wie ein kurzer, trockener Lift-off vor der Kurve: Er versteht genau, was die Jungs gerade durchmachen. Vielleicht zu gut.
Kurz zusammengefasst
Pérez, bald bei Cadillac, blickt auf seinen Abschied von Red Bull zurück – scharf, ungefiltert, mit dem Tonfall eines Piloten, der die Spuren im Asphalt lesen kann. Die Vorbereitung auf 2026 läuft bereits: Simulator, dann im November reale Testkilometer in der Ferrari von 2023. Und die Botschaft? Red Bull ist schnell, brutal schnell – aber der Preis dafür ist hoch. Er hat ihn bezahlt. Jetzt dreht er die Seite um.

