HomeElektroautoChina: Elektrifizierte Autos machen die Hälfte der Autoverkäufe aus

China: Elektrifizierte Autos machen die Hälfte der Autoverkäufe aus

Im September 2025 ist in China etwas hörbar eingerastet — wie ein präziser Gangwechsel. Laut dem Branchenverband CAAM rollten 1,6 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge vom Hof. Das sind 49,7 % des gesamten Marktes. Fast die Hälfte. Ein Atemzug vor dem endgültigen Kippen hin zur E-Mobilität. Man spürt: Hier verschiebt sich nicht nur ein Markt, hier verrückt eine Weltachse — die Autoindustrie ordnet ihre Kräfte neu, die Geopolitik schwingt mit.

Der Schub kommt von echten Stromern

Schaut man genauer hin, hört man einen neuen Ton im Antrieb: Zum ersten Mal haben rein elektrische Fahrzeuge die Million in nur einem Monat überschritten. Ein sauberer, leiser Durchzug. Gleichzeitig stottert der PHEV-Verkauf heuer etwas — die Plug-in-Hybride verlieren in China spürbar an Glanz, seit Jahresbeginn, leiser Rückwärtsgang.

Das Warum ist keine Hexerei, sondern saubere Arbeit am Unterbau. Erstens: die Lade-Infrastruktur. Mehr als 8 Millionen öffentliche Ladepunkte — die Kabel hängen wie Laternen in der Stadt, verlässlich, präsent. Zweitens: Batteriekosten runter. Akkus machen rund vierzig Prozent vom Autopreis aus; wenn diese Zahl fällt, spürt man es direkt im Gaspedal der Nachfrage. Und China? Hat die Lieferkette im Griff, vom Lithium aus dem Boden bis zur Zelle im Unterboden — ein geschlossener Kreis, industriell wie aus einem Guss.

Auch lesenswert: Der Anfang vom Ende des Solarautos

BYD bleibt Taktgeber, während sich der Markt neu sortiert

Shenzhen gibt weiter den Takt vor: 396.270 elektrifizierte Fahrzeuge hat BYD im September verkauft. Ein Hauch Minus gegenüber August, -5,5 % — doch die Maschine läuft rund. Der Trick ist kein Trick, sondern Konsequenz: vertikale Integration. BYD baut Batterien, Chips, sogar Teile der Halbleiter selbst. Alles aus einer Hand, alles auf Tempo.

Das könnte Sie auch interessieren:  Tesla verliert Schlüsselmitarbeiter: Software-Meister geht nach 12 Jahren
Hersteller Verkäufe September 2025 Monatsveränderung Marktanteil
BYD 396.270 -5,5 % 24,7 %
Tesla China 88.321 +12,3 % 5,5 %
Li Auto 45.756 +8,7 % 2,9 %

Das Feld wird dichter, die Spiegel voller. Xiaomi mischt jetzt mit und legt mit dem SU7 gleich ein Statement auf den Asphalt: 673 PS, 810 Kilometer Reichweite. Keine Prahlerei, eher ein gelassener Handshake aus Tech und Straße. Man merkt: Das Ökosystem ist erwachsen geworden. Tech-Giganten steigen ein, nicht als Zaungäste, sondern als Fahrer.

Die Auslandsoffensive nimmt Fahrt auf

China exportiert seine Stromer in einem Tempo, das den Zollbeamten den Kaffee kalt werden lässt: 222.000 Fahrzeuge gingen im September außer Landes — 13,8 % der Gesamtproduktion. In Europa und den USA schrillen die Klingeln, weil da Autos kommen, die rechnen können: viel Auto, fairer Preis, ziemlich ausgereift.

  • Europa: 89.000 Fahrzeuge (+34 % im Jahresvergleich)
  • Südostasien: 76.500 Einheiten (+28 %)
  • Lateinamerika: 31.200 Fahrzeuge (+45 %)
  • Naher Osten: 25.300 Einheiten (+67 %)
Auch lesenswert: Tesla, Kia, Ford… Modelle, die in China unter neuen Verboten leiden könnten

Doch bloß Container verschiffen war gestern. Chinesische Marken pflanzen Fabriken in fremden Boden. BYD baut derweil an drei neuen Werken in Europa, CATL — der Batterie-Gigant — knüpft Partnerschaften mit westlichen Herstellern wie ein erfahrener Barman Knoten in Gespräche. Das verschiebt die industrielle Landkarte Zentimeter für Zentimeter, Schicht für Schicht.

Politik als Zündschlüssel der Transformation

Auch die Ampel der Politik steht klar auf Grün. Die klassischen Förderungen für E-Autos wurden zwar gedimmt, aber die neuen Regeln greifen fester: Verkaufsquoten für Stromer, Fahrbeschränkungen für Verbrenner in 15 Großstädten, dazu eine schrittweise CO₂-Abgabe fürs Auto — niemand wird mehr überrascht, jeder wird geführt.

Das könnte Sie auch interessieren:  Skandal bei BYD: Arbeiter in Sklaverei auf neuer Fabrik in Brasilien entdeckt

Das Ergebnis lässt sich hören, fast wie ein gleichmäßiger Elektrosummton: +25 % Verkäufe bei elektrifizierten Autos im Jahresvergleich, während die Verbrenner -18 % einstecken. Analysten setzen den Marker: Der Moment, in dem E den T überholt, dürfte bereits im Oktober 2025 kommen — zwei Monate früher als gedacht. Ein früher Zieleinlauf, ohne die Arme zu hoch zu reißen.

Das letzte Quartal heuer wird zur Bewährungsprobe. Die chinesischen Hersteller fahren mit einem technologischen und industriellen Vorsprung, der nicht mehr nur nach Vorsprung klingt, sondern sich auf der Straße anfühlt: Reichweiten, Software, Fertigungstiefe — alles sitzt. Und der Binnenmarkt? Er wirkt wie ein Labor auf Rädern, groß genug, um Fehler zu verzeihen, schnell genug, um aus ihnen zu lernen. So verschieben sich die Kräfte. Still. Unaufgeregt. Nachdrücklich.

Auch lesenswert: Volkswagen startet die Fertigung seines 20.000-€-Stromers
antoine Bouquet
antoine Bouquet
Antoine Bouquet ist Redakteur bei MotorNews, wo er seine Leidenschaft für Autos mit seinen soliden journalistischen Fähigkeiten verbindet, die er sich im Laufe seiner akademischen Laufbahn angeeignet hat. Er hat an der Universität Paris-Sorbonne einen Master in Journalismus und Kommunikation absolviert und sich an der Journalistenschule in Lille auf Automobiljournalismus spezialisiert, wodurch er in seinen Texten journalistische Genauigkeit und technisches Fachwissen vereinen kann. Mit seiner mehrjährigen Erfahrung in der Fachpresse ist Antoine für seine Fähigkeit bekannt, die neuesten Innovationen in der Automobilbranche gründlich zu analysieren und diese Informationen gleichzeitig für ein breites Publikum zugänglich und interessant zu machen. Seine Arbeit deckt ein breites Themenspektrum ab, das von Fahrzeugtests über neue Technologien bis hin zu Marktentwicklungen und Umweltfragen der Branche reicht. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : antoine.bouquet@motornews.fr
RELATED ARTICLES

LAAT EEN REACTIE ACHTER

Vul alstublieft uw commentaar in!
Vul hier uw naam in

Am beliebtesten