Halloween-Abend, kalte Luft, frühes Dunkel. Und mittendrin eine Ami, sonst so bunt wie ein Zuckerlstand, die plötzlich ganz tief durchatmet und die Schatten umarmt. Citroën stellt die Ami Dark Side vor – ein Microcar, das die Lichter dimmt und den Ton senkt, genau rechtzeitig für die Nacht der Geister. Kein Klamauk, kein Kitsch. Eher ein Zwinkern: Ich kann auch ernst.
Draußen: Mattschwarz, das nicht flüstert – es murmelt
Was man sieht, bevor man überhaupt losfährt: eine neue Haut. „Black Night“ nennt Citroën den matten Lack, der dem kleinen Stromer ein unerwartet souveränes Auftreten verpasst. Nicht mehr das warmgraue Night Sepia der Modellpflege 2025 – heuer wird’s kühler, tiefer, kompromissloser. Das Schwarz schluckt das Licht, die Konturen wirken wie nachgezogen. Und dann die Kontraste: weiße Details, aber sparsam gesetzt, wie Kreidestriche auf Asphalt.
Die Radkappen? Ein Hauch Schachbrett, ein Augenzwinkern zur Urbanität. Vorn zieht sich eine feine weiße Linie zwischen den Scheinwerfern – als hätte jemand die Stirn runzeln lassen. Logo eingebunden, sauber, grafisch. Seitlich diese ovalen „Kapseln“ unten an den Türen und hinten an den Seitenscheiben: kleine Markierungen, die den Blick führen. Und hinten trägt die Dark Side denselben breiten Heckspoiler wie die Ami Buggy. Kein Protz, eher ein sportliches Schulterzucken. Steht ihr gut.

Im Cockpit wird’s heller: graue Ablagen statt bunter Akzente – ruhig, aufgeräumt, klar.
Drinnen: weniger Farbrausch, mehr Klarheit
Innen schreibt die Dark Side ein anderes Kapitel. Die sonst verspielten Farbtöne – Orange, Grün, dieses frische „Schau her, ich bin jung!“ – machen Platz für hellgraue Elemente. Boxen am Armaturenbrett, Netze, der Sackerl-Haken vor dem Beifahrer, sogar die Nähte der Fußmatten: alles in einem Ton, der Ruhe reinbringt. Nüchtern? Nein. Eher fokussiert. Wie ein Kaffee ohne Zucker – ehrlicher Geschmack, klare Kante.
Nur zwei kleine rote-orangen Laschen halten dagegen. Die Türöffner der gegenläufig angeschlagenen Türen setzen zwei kurze, freche Ausrufezeichen. Es reicht. Mehr braucht’s nicht, um zu zeigen: Auch die dunkle Seite hat Humor.
Leistung bleibt, wie sie ist
Mehr Power? Nein. Und das ist völlig in Ordnung. Die Ami Dark Side übernimmt den bekannten E-Motor mit 8 PS, elektronisch bei 45 km/h abgeregelt. In der Stadt ist das kein Malus – es ist der Takt. Kurze Stöße am Pedal, ein leichtes Surren, ein Nachvornestupsen, das an einen E-Scooter mit Kabine erinnert. Der kleine Akku hält rund 75 Kilometer durch. In der Praxis heißt das: einmal quer durch den Tag, heim an die Steckdose, Deckel zu.
Führerscheinfrei – je nach Land ab 14 Jahren, mit einer kurzen Einschulung. Genau dieser niederschwellige Zugang hat der Ami die Tore zu den Schulparkplätzen geöffnet, in Städten wie auf dem Land. Seit 2020 hat Citroën knapp 85.000 Exemplare auf die Straße gebracht. Eine Zahl, die weniger staunen lässt als nicken: Ja, die Idee funktioniert.

Mattschwarze Karosserie, weiße Akzente – wenig Licht, viel Wirkung. Die Proportionen wirken straffer.
Preis, Start und wo sie zu haben ist
Ab dem Abend von Halloween steht die Ami Dark Side in Frankreich in der Liste – ab 8.890 Euro. Das sind 800 Euro mehr als die nackte Basis (ohne Radkappen und Deko) und 200 Euro über den Varianten mit Pack Color (500 Euro). Klingt nach Aufpreis für Stimmung – ist es auch. Die ersten Auslieferungen starten im Jänner 2026. Der Kalender passt zur Farbe: Winter, klare Luft, der Lack spielt damit.
Und sie bleibt nicht in Frankreich. Deutschland, Belgien, die Niederlande, Österreich, Spanien, Portugal, Italien – die Dunkelheit macht eine kleine Europatour. Citroën legt außerdem nach: Die Dark-Side-Formel wird es auch für die anderen Ami-Spielarten geben. My Ami Cargo für Leute, die mehr laden als reden. Und My Ami for All für Menschen mit besonderen Anforderungen. Gleiche Idee, anderer Auftrag – aber immer dieses leise Surren, das die Stadt nicht stört.
Fazit mit Augenzwinkern
Die Ami Dark Side ist kein Wolf im Schafspelz. Sie ist ein Schaf im schwarzen Mantel – und das steht ihr. Kein Mehr-PS, kein Marketing-Donner. Nur Haltung. In einer Welt, die dauernd lauter werden will, zeigt sie, wie viel leiser Charakter sein kann.
Fotos: Motornews
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