HomeAuto-TestCupra Formentor der nächsten Generation: noch radikalerer Look

Cupra Formentor der nächsten Generation: noch radikalerer Look

Der Formentor kündigt sich an wie ein vertrauter Klang im Rückspiegel. Vier Jahre, pas plus, und Cupra will ihn komplett neu auflegen. Logique: kein anderes Modell trägt die junge spanische Marke so zuverlässig durch die Zulassungsstatistiken. Was verrät der zweite Akt jetzt schon – zwischen Erwartung, Gerücht und einem Hauch Rebellionslust?

Im September hat Cupra uns den Tindaya vor die Nase gestellt, ein Concept, das nicht flüstert, sondern spricht. 4,72 Meter lang, tief in der Haltung, mit Tagfahrlichtern, die wie aufgereihte Dreiecke durch den Asphalt schneiden. Vorne ein Haifischnasen-Ansatz, scharf wie ein frischer Rasierer – man muss nicht lange blinzeln, um einen Anklang an Sant’Agata zu erkennen. Kein Blender, eher ein Wink: So könnte die nächste Formensprache klingen. Und ja, der kommende Formentor wird sich davon bedienen. Nicht kopieren – destillieren.

Technik-Fundament: was die nächste Golf-Generation vorgibt

Seitenansicht? Man darf mit bündig versenkten Türgriffen rechnen und mit Flanken, die nicht posen, sondern straffen. Die Glasflächen wirken kantiger gezeichnet, der Dachverlauf scheint zu schweben – eine Illusion, die die Muskeln darunter hübsch betont. Das Ganze steht künftig auf SSP, jener neuen Gruppen-Basis, die zuvor der elektrischen Golf-Nachfolge (ID. Golf – nennen wir das Kind ruhig beim Gerücht) die Bühne bereiten soll. 800-Volt-Architektur? Ja, für kürzere Pausen an der Säule und für dieses unaufgeregte “Klick – weiter geht’s”-Gefühl. Technik als Taktgeber, aber nie Selbstzweck.

Wer einmal mit einem gut abgestimmten Elektrofahrwerk über eine wellige Landstraße rollt, weiß: Die Masse verschwindet nicht, aber sie gehorcht. Der Schwerpunkt sitzt tief, die Lenkung darf direkter sprechen. Wenn Cupra klug ist, lassen sie das Chassis atmen – straff, aber nicht hart; präzise, nicht nervös. Dieser Formentor soll nicht nur schnell laden. Er soll auch schnell denken.

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Mehr Schub, weil Strom Laune macht

Die Verwandtschaft mit Wolfsburg bringt Antriebe im Dutzend, eh klar. Aber Cupra wird, wie immer, die schärferen Noten spielen. Man hört von Leistungsstufen, die irgendwo zwischen 400 und 500 PS landen könnten. Das ist nicht nur Zahlenspielerei; das ist Charakterpflege. Die VZ-Seele lebt – jene, die vor dem Facelift noch mit 390 PS aus dem Fünfzylinder aus Ingolstadt brummte. Der Motor damals knurrte wie ein Hund mit gutem Benehmen, aber klarer Ansage. Elektrisch wird das Timbre anders – weniger Drama, mehr Druck. Aus dem Stand. Sofort.

Wichtig wird, wie Cupra den Strom in Stimmung übersetzt. Allrad, der nach vorne denkt, statt hinten zu aufzuräumen. Eine Abstimmung, die nicht weichzeichnet, sondern Linien zieht. Wenn das Differenzial (oder was immer die Software daraus macht) den Formentor zur Kurveninnenseite zieht, soll es sich anfühlen wie ein geübter Tanzschritt: selbstverständlich, spielerisch, effizient. Der SUV-Teil wird nie verschwinden. Aber er kann vergessen lassen, dass er da ist.

Entwicklung mit Gegenwind

Ehrlich bleiben: Vor 2029 wird das nichts. Die große neue Plattform des Konzerns – jene, die gefühlt alles können soll – zieht sich, Software inklusive. Strategie neu geordnet, Prioritäten verschoben, Baustellen genug. Der aktuelle Formentor, seit 2020 im Spiel und 2024 frisch überarbeitet, wird also länger im Schaufenster bleiben, vielleicht ein ganzes Jahrzehnt. Er kann das tragen. Er verkauft sich, weil er Haltung hat.

Preis? Heute schwer zu greifen. 2029 ist in Autokalendern eine halbe Ewigkeit. Batteriekosten, Fördersituationen, CO2-Regeln – es ist wie Wetter über den Alpen: man plant, und der Föhn lacht. Sicher ist nur: Cupra wird den Einstieg nicht verramschen, die Sport-Varianten sowieso nicht. Ein bisschen Stolz kostet. Und die Kundschaft, die den Formentor will, weiß, wofür sie zahlt: für das Gefühl, dass ein SUV nicht nur praktisch sein darf, sondern auch Laune machen muss.

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Zwischen den Zeilen bleibt das Versprechen: Der nächste Formentor wird kantiger im Blick, klarer im Auftritt und elektrischer in der Seele. Er wird nicht jedem gefallen. Muss er auch nicht. Gute Autos sind wie guter Espresso – nicht für jeden Gaumen gemacht, aber für jene, die ihn mögen, unverzichtbar.

Otto
Ottohttps://www.motornews.at
Otto ist Chefredakteur von MotorNews, wo er seine umfassende Erfahrung im Automobiljournalismus einbringt. Mit seiner Leidenschaft für die Welt der Autos und neuen Technologien leitet Konrad seit über 15 Jahren Redaktionsteams bei Fachpublikationen. Seine Fachkenntnisse reichen von Fahrzeugtests über Markttrends und technische Innovationen bis hin zu den ökologischen Herausforderungen der Automobilbranche. Mit einem scharfen Sinn für Analyse und einem präzisen Schreibstil sorgt er dafür, dass die Gemeinschaft der Autofans mit qualitativ hochwertigen Inhalten versorgt wird, während er die Herausforderungen der Zukunft der Mobilität erforscht. Konrad beaufsichtigt den redaktionellen Prozess und sorgt für eine umfassende und fesselnde Berichterstattung über das aktuelle Geschehen in der Automobilbranche. Für Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : otto@motornews.fr
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