Datensammler aus Mexico City gewinnen Audi Urban Future Award 2014

Die Gewinner des dritten Audi Urban Future Award stehen fest: Der mit 100.000 Euro weltweit höchst dotierte Preis für innovative Mobilitätslösungen geht nach Mexico City. Das Wettbewerbsteam um den renommierten Architekten und Stadtplaner Jose Castillo überzeugte die internationale Jury mit seinem „Betriebssystems für urbane Mobilität“. Im Kern steht eine Datenplattform, mit der Städte ihre Verkehrsplanung bedarfsgerecht steuern und Autofahrer ihr Verhalten der aktuellen Situation flexibel anpassen können. Unter dem Motto „Auto findet Stadt“ bewarben sich vier interdisziplinär besetzte Wettbewerbsteams aus Berlin, Boston, Mexico City und Seoul mit innovativen Ideen für die Mobilität von morgen um den Audi Urban Future Award.

Die beiden Megatrends Urbanisierung und Digitalisierung werden die Mobilität in den Metropolen radikal verändern,

erklärte Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG, bei der Award-Verleihung in Berlin.

  • Mexikanisches „Betriebssystem für urbane Mobilität“ überzeugt Jury
  • Award-Ergebnisse münden in neue „Urbane Agenda“ von Audi
  • Audi-Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler: „Wir wollen der Stadt Raum und den Menschen Zeit und Lebensqualität zurückgeben.“

Eine neunköpfige, interdisziplinär zusammengesetzte Jury bewertete die Konzepte der Wettbewerbsteams nach Kriterien wie Innovationskraft, Umsetzungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit auf andere Städte. In dieser Jury waren Experten aus China, Deutschland, Großbritannien, Kolumbien und den USA vertreten. Die Leitung hatte der Direktor des Zentrums für Mobilitätsforschung an der Lancaster University, Prof. John Urry.

Die Ideen der Teams waren so vielfältig wie die Städte, aus denen sie stammen. In allen Vorschlägen stecken spannende Ansätze,

erklärte Urry in Berlin.

Letztlich haben wir uns für Mexico City entschieden, weil das Projekt bereits in die Umsetzung geht und konkrete und vor allem auch bezahlbare Lösungen für die drängenden Mobilitätsprobleme in den Megacities der Schwellenländer liefert.

Der international renommierte Architekt und Stadtplaner Jose Castillo und sein mexikanisches Team sind überzeugt, „dass das Automobil genau die Probleme lösen kann, die es selbst verursacht hat“. Zum Beispiel, indem es Daten liefert, mit denen Städte ihre Verkehrsplanung besser steuern können. Mexico City ist laut IBM Commuter Pain-Index die „schlimmste Pendler-Metropole der Welt“. Daher hat Castillo gemeinsam mit dem IT-Experten Carlos Gershenson und der Leiterin des Innovationslabors der Stadt, Gabriella Gomez-Mont, ein „Betriebssystem für urbane Mobilität“ entwickelt.

Das Gewinnerteam des Audi Urban Future Award 2014 setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe und macht Pendler zu Datenspendern. Gleichzeitig testet es neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Mobilitätsanbietern und städtischen Institutionen – neben Audi haben zahlreiche Firmen und Organisationen kooperiert. Eine erste Version der neuen Datenplattform ist seit September online. Pendler können über eine Webseite und eine App ihre eigenen Bewegungsdaten mit anderen Nutzern teilen. Nach und nach entsteht so eine valide Datenbasis für eine nachhaltige Stadt- und Verkehrsplanung. Sobald genug Echtzeit-Daten für präzise Prognosen zur Verfügung stehen, können die Menschen ihr Verhalten an die Vorhersagen anpassen und so wiederum selbst den Verkehr beeinflussen – indem sie später losfahren oder jeweils das Verkehrsmittel wählen, mit dem sie am schnellsten zum Ziel kommen.

Das Team aus Mexico City hat es geschafft, auf benutzerfreundliche Weise verlässliche Daten zu sammeln. Auf Basis dieser Daten können wir in Zukunft maßgeschneiderte Mobilitäts-Angebote entwickeln,

erklärt Annegret Maier, Head of Data Intelligence bei Audi.

Maier ist Mitglied im Audi Urban Insight Team, das mit den Wettbewerbern um den Award in den vergangenen Monaten eng zusammenarbeitete. Audi-Experten aus verschiedenen Entwicklungsabteilungen tauschten sich regelmäßig mit den Teams aus und berieten sie zu Themen wie Design, pilotiertes Parken/Fahren und vernetzte Mobilität.

Audi entwickelt schon heute Technologien, die der Stadt mehr Raum und den Menschen mehr Zeit und Lebensqualität schenken. Beispiel Parkraum: Parkhäuser können auf gleichem Raum zweieinhalb Mal mehr Autos unterbringen, wenn diese selbständig einparken. Die Technologie des pilotierten Parkens hat Audi bereits zur Marktreife gebracht. Für mehr Platz in Städten sorgen auch Assistenzsysteme, die den Verkehrsfluss optimieren, weil sie abruptes Bremsen vermeiden, den Spurwechsel unterstützen oder die perfekte Geschwindigkeit bis zur nächsten Ampel berechnen. Technologien wie Car-to-X oder Car-to-Car-Kommunikation können heute schon dazu beitragen, das vorhandene Straßennetz besser auszulasten.

Ein „Quantensprung“ für die Mobilität entsteht überall dort, wo sich das Auto noch stärker mit der Stadt vernetzt. Das wird in allen Wettbewerbsbeiträgen zum diesjährigen Audi Urban Future Award sichtbar. „Unsere Vision ist es, durch Zielsteuerung die Mobilität in der Stadt in ein flexibles System zu verwandeln, in dem alle Transportmittel nahtlos ineinandergreifen. Die Bewohner erhalten damit stets das für sie individuell beste Angebot“, erklärt der Architekt und Teamleiter Max Schwitalla, der seine Ideen bei der Anbindung der Urban Tech Republic auf dem Flughafen Tegel an das Mobilitätsnetz von Berlin umsetzen will.

Das Wettbewerbsteam aus Boston rund um den Stadtplaner und ehemaligen Harvard-Dekan für Planung Philip Parsons konzipiert einen „multimodalen Marktplatz für Mobilität“. Grundlage ist eine hoch komplexe Simulationssoftware, die Chancen neuer Technologien für Städte berechenbar macht und eine transparente Grundlage für Investitionsentscheidungen liefert. Wenn der Bauherr eines Parkhauses erkennt, wie viel kleiner er seine Immobilie dank selbstparkender Autos planen kann, wird dies zum Fundament für neue Geschäftsbeziehungen.

Die vielfältigen Möglichkeiten, die autonom fahrende Autos bieten, haben den Designer Sung Gul Hwang und sein Team aus Seoul zu ihren Ideen inspiriert. Ihre Entwürfe basieren auf ethnographischen Erhebungen im Szeneviertel Gangnam. Das Auto verwandelt sich wahlweise in ein rollendes Interface zur Stadt, in einen virtuellen Erlebnisraum oder in ein Social Urban Device, das den Fahrer für umweltfreundliches oder soziales Verhalten belohnt.

Viele dieser Ideen sind heute noch Zukunftsmusik. Doch manches ist bereits möglich. So dient „Audi Connect“ schon jetzt als Kommunikationszentrale im Auto. Und der Audi Staupilot, der kurz vor der Serienreife steht, übernimmt auf der Autobahn bei zähflüssigem Verkehr schon bald bis zu 60 km/h das Steuer.

Die Erkenntnisse aus dem dritten Audi Urban Future Award fließen direkt in die neue „Urbane Agenda“ von Audi ein. Um nachhaltige Mobilitätslösungen zu implementieren, treibt Audi Entwicklungspartnerschaften mit Städten voran.

>> mehr Infos zum Audi Urban Future Award

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