Der AvD spricht sich für Sprachsteuerung in Kraftfahrzeugen aus

Ablenkung durch moderne Kommunikationstechniken im Auto wird auf dem 53. Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar in einem Arbeitskreis als ein wichtiges Thema diskutiert.

  • AvD fordert die Erfassung von Ablenkung als Unfallursache
  • Auch Radfahrer und Fußgänger sind durch Smartphones abgelenkt
  • AvD ruft zu Schulung der Nutzer auf

Der AvD spricht sich für die Nutzung sprachgesteuerter Kommunikationsgeräte im Straßenverkehr aus und fordert intensive Schulungen im Umgang mit den Geräten.

Der AvD regt an, moderne Kommunikationsmittel allgemein auf ihr Ablenkungspotential hin zu prüfen. Es geht dabei nicht nur um Fahrzeuge und dort fest in installierte Navigations-, Telefonie- sowie Multimediageräte, einschließlich des Bordcomputers, über den auch Fahrzeugfunktionen eingestellt werden. Es betrifft auch mobile Geräte wie Smartphones, Tablets und MP3-Player, die außerhalb und innerhalb von Fahrzeugen benutzt werden. Der AvD macht darauf aufmerksam, dass das Problem der Ablenkung deshalb Fußgänger und Radfahrer ebenso betrifft wie Kraftfahrer.

Nahezu alle bisher vorliegenden Untersuchungen beweisen das große ablenkende Potential der Beschäftigung mit solchen Geräten. Trotzdem existieren für Deutschland, im Gegensatz zum Ausland, keine belastbaren Statistiken über die Unfallursache „Ablenkung“. Der AvD fordert die Erfassung dieser Unfallursache.

Der AvD weist auch darauf hin, dass „Ablenkung“ auch mit Freisprecheinrichtungen bzw. Sprachsteuerung eintritt. Die Forschung geht mittlerweile davon aus, dass die Aufmerksamkeit auch durch die emotionale und intellektuelle Anteilnahme an einem Gespräch oder einem wahrgenommenen Inhalt bis zu 50% von der Straße weggelenkt wird. Dazu kommt die Unaufmerksamkeit durch die Bedienung der Geräte und die Blickabwendung. Die Unfallgefahr steigt in jedem Fall erheblich, das Maß hängt aber vom jeweiligen Anlass des nicht auf den Verkehr gerichteten Verhaltens ab.

Der AvD leitet aus solchen Befunden zwar kein generelles Verbot des Einsatzes von Kommunikationsmitteln in Fahrzeugen bzw. der Benutzung im Straßenverkehr ab, aber er setzt sich für sprachgesteuerte Lösungen ein. Dann kommen die Vorteile eines verantwortungsvollen Umgangs mit solchen Geräten zum Tragen. Der AvD unterstützt deshalb ausdrücklich Bestrebungen, für berufliche Zwecke eindeutige Regeln für die Benutzung von Kommunikationsgeräten einzuführen.

Dabei sollte darüber nachgedacht werden, ob die Unfallverhütungsvorschrift „Verkehr“ um einen Abschnitt „Benutzung von Kommunikationsgeräten“ ergänzt wird. Diese sollte Bestimmungen enthalten, die vom Grundsatz: „Motor an, Handy aus“ geleitet sein sollten.

Der AvD fordert die Schulung mit dem Umgang von Kommunikationsgeräten im Straßenverkehr auf allen Ebenen. Angefangen bei den Fahrschulen, die einen unmittelbaren Zugang zu der Altersgruppe, die am selbstverständlichsten mit der Technologie umgeht, aber auch besonders dem Risiko von Verkehrsunfällen ausgesetzt ist. Im bereits angesprochenen beruflichen Bereich appelliert der AvD besonders an staatliche Stellen, mit gutem Beispiel voran zu gehen und die eigenen Mitarbeiter intensiv einzuweisen und zu schulen. Beim Umgang mit Kommunikationssystemen sind auch die Hersteller gefordert, mehr als nur Hinweise in Betriebsanleitungen zu geben. Beim persönlichen Abholen des Fahrzeuges in einer der „Erlebniswelten“ der Hersteller etwa kann in die Benutzung eingewiesen werden. Im Autohaus sind solche besondere Angebote an die Käufer ebenfalls möglich. Für Gebrauchtwagen mit entsprechenden Systemen sind Internetschulungen als Onlineseminar oder sogar frei verfügbar denkbar. Mietwagenfirmen können ihre Kunden ebenfalls einweisen.

Mit Blick auf die bestehende gesetzliche Regelung in § 23 Abs. 1a StVO regt der AvD an, auf Gesetzgebungsebene darüber nachzudenken, nur Kommunikationsgeräte mit Sprachsteuerung zur Nutzung in Fahrzeugen zuzulassen.

Auf dem 53. Deutschen Verkehrsgerichtstag Ende Januar in Goslar diskutieren Experten aus Verbänden, Wissenschaft und Behörden Probleme und Fragestellungen aus allen Gebieten des Verkehrsrechts und angrenzender Fächer. Der AvD nimmt mit seinen Rechts- und Verkehrsexperten an den Arbeitskreisen teil und vertritt dort die Interessen seiner Mitglieder und zahlreicher Verkehrsteilnehmer.

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