Die Zukunft des Individualverkehrs bis 2050 powered by Blue Motion Network Club

Mit dem Thema „Die Zukunft des Individualverkehrs bis 2050“ lud das internationale Consultingunternehmen Blue Motion Group zur Kick-off – Veranstaltung der künftigen Network Club-Events in das Palais Niederösterreich nach Wien ein.

Der Gastgeber DI Markus Mair, Geschäftsführer der Blue Motion Group empfing zahlreiche Gäste, wie u.a. Mag.(FH) Wolfgang Steinmann – Verband Österr. Leasinggesellschaften; Martin Hartmann – GF CC Taxicenter GmbH; Günther Brandstätter – Donau Versicherung (Prokurist); Mag. (FH) Simon Schup – GF Europcar; Mag. Hubert Wallner – Porsche Österreich (Prokurist); Dr. Walter Böhme – OMV AG (Head of Science & Innovation), Cornelis van der Sluijs – Benchmark Consulting u.v.m., aus der automobilen Welt.

Fünf namhafte Experten diskutierten unter der Moderation von Jürgen Peindl  das Thema des Abends. Dr. Felix Clary und Aldringen (Vorsitzender der Industriellenvereinigung für Automobil), Univ. Prof. Ing. Dr. tech. Hermann Knoflacher (emerit. Professor der TU Wien,  Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik), Abg. z. NR Andreas Ottenschläger (Verkehrssprecher der ÖVP), DI Theresia Vogel (Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds) und Mag. Gabriele Gerhardter (ÖAMTC Generalsekretariat, Stabstelle Innovation- und Wissensmanagement).

Der kleinste gemeinsam Nenner war, dass im Jahre 2050 die Erde noch besteht und das Bedürfnis nach Mobilität auch dann noch vorhanden sein wird, jedoch wie Mobilität dann aussehen werde und welche Art sich bis dahin durchsetze, konnte in den rund 1,5 Stunden von Experten nicht auf einen Nenner gebracht werden.

Wie das Podium, war auch das Publikum bezüglich „Die Zukunft des Individualverkehrs bis 2050“ geteilter Meinung.

Von alternativen Antrieben und selbst-fahrenden bzw. fliegenden Automobilen war die Rede, jedoch ganz ohne fossile Energieträger lasse sich der Individualverkehrs bis 2050 nicht bewältigen, so Meinung der einen Seite.

Die andere Seite sah das Automobil für den Individualverkehr nicht mehr im Mittelpunkt stehend, sondern präferierten neben dem Lastenrad auch öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus, Tram und Zug oder das zu Fuß zu gehen als Lösung für das individuelle Mobilitätsbedüfnis.

Folgende Positionen vertraten die Experten am Podium:

Wenn wir die Entwicklung des Automobils über fast 150 Jahre betrachten, so bin ich überzeugt, dass in diesem Verkehrsmittel noch immer gewaltiges Potential für den Individualverkehr der Zukunft liegt. Mobilität ist ein wichtiges Grundbedürfnis und der Motor unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Aber der Verkehr ist auch ein bedeutender Emittent von Treibhausgasen. In Österreich trägt er zu rund 26 % der Treibhausgas-Emissionen bei. Seit 1990 sind diese Emissionen um 61 % angestiegen. Die Politik muss dem aber nicht nur aufgrund des Klimaschutzes, sondern auch aufgrund der immer stärker belasteten Verkehrsknoten, etwas entgegensetzen. Es ist deshalb auch eine logische Folge, dass nicht nur die Automobilindustrie immer stärker in umweltfreundliche Automobile investiert, sondern auch die Politik entsprechende Förderungen für alternative Antriebssysteme in Angriff nimmt und den Modal Split erhöhen will,

meinte Verkehrssprecher Abg.z.NR Andreas Ottenschläger.

Autos werden nicht verschwinden, aber alles deutet hin auf einen Wandel ihrer Nutzung. Sichtbar sind bereits kollaborative Nutzungsformen wie Fahrgemeinschaften, spontanes Mitfahren, Carsharing und deren Einbindung in die öffentliche Verkehrsinfrastruktur. Ein tatsächlicher „game-changer“  bis 2050 wird jedoch das autonome Fahrzeug sein.  Dieses wird das Taxi, den Miet- und evtl. auch den Dienstwagen ersetzen und die kleinräumige Verkehrsversorgung am Land sicherstellen. Kollaborative Nutzung miteingeschlossen.   Nebenbei werden auch Paketzustellungen und Einkäufe quasi von selbst miterledigt. Und viele von ihnen werden sowohl Energie- als auch Datenlieferanten (Wetter, Verkehrs- und Logistikinformationen etc.) sein.  Das Automobil wird es auch 2050 geben – das Businessmodell dahinter wird sich grundlegend geändert haben,

erklärte Mag. Gabriele Gerhardter –Leitung Stabstelle „Innovation & Mobilität“ im ÖAMTC.

Für Dr. Felix Clary und Aldringen, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung (IV) wird der Individualverkehr weiterhin ein wesentlicher, wenn nicht dominanter Faktor im Verkehr sein, denn die Bürger werden weiterhin den Wunsch nach Wahlfreiheit haben. Durch die zunehmende Verstadtlichung wird es aber integrierte, stark-vernetzte Verkehrskonzepte benötigen. Ziel ist ein sinnvolles Nebeneinander aller Verkehrsträger. Des Weiteren werden selbstfahrende Autos Realität sein und der CO2-Ausstoß von Fahrzeugen wird auf ein Minimum reduziert sein. Aus unserer Sicht ist die in Wien angedachte Halbierung des Individualverkehrs realitätsfern. Um als Wirtschaftsmetropole wettbewerbsfähig zu bleiben, darf ein intakter individueller Verkehr nicht fehlen. Im Autoland Österreich haben vor allem die automotiven Steuern bereits jetzt einen Umfang erreicht, der im Sinne einer funktionierenden Branche ausgereizt ist. Weitere Steuern würden den Automobilverkehr beeinträchtigen und damit auch zu Steuerrückgängen für den Fiskus führen.

Für Univ. Prof. Dipl. Ing. Dr. tech. Hermann Knoflacher, geht es nicht nur um technische Innovationen, auch die Randbedingungen für die technischen Verkehrsmittel werden sich mittelfristig in mehrfacher Hinsicht verändern.

So wäre es Zeit die Marktwirtschaft auch auf das Verkehrssystem anzuwenden,

erklärt Dr. Knoflacher.

Knoflacher heizte mit folgender Aussage die Diskussion weiter an:

Jeder Weg aus dem Haus dient dazu, den Mangel im Haus am Ziel zu kompensieren, d.h. physische Mobilität ist ein Mangel am Ort und jeder Weg den man zurücklegt hat das Ziel dieses Bedürfnis zu befriedigen, z.B. Arbeiten, Einkaufen, Freizeit u.s.w, d.h. die Zahl der Wege hängt von der Zahl der Zwecke ab und die Zahl der Zwecke ist unabhängig ob man ein Auto hat oder nicht.
Und wenn man den Zweck mit dem Auto erledigt, kann man diesen Weg nicht gleichzeitig mit dem Fahrrad, zu Fuß oder dem öffentlichen Verkehr erledigen.
Mit der Zunahme der Autofahrten haben alle anderen Arten der Mobilität abgenommen…

Dass die Automobilisierung nicht nur Sonnenseiten hat, veranschaulichte Knoflacher anhand des Beispiels “Greißlersterben in Wien”.

Der Greißler lebte vom Fußgänger und das Shoppingcenter ist abhängig von hohen Geschwindigkeiten. Man nehme aus dem System die hohen Geschwindigkeiten (= Automobil) heraus, habe man eine vollkommen andere Form der Wirtschaft, jede Menge Arbeitsplätze, lauter kleine Geschäfte.
D.h. der Kunde wird mächtiger als er heute bei den Konzernen ist, wenn man aber den Menschen das Auto gibt, kann sich der Supermarkt auf der grünen Wiese irgendwelche Flächen zulegen und bringt Flächenhaft die Greißler um…

Der Klima- und Energiefonds setzt sichtbare Impulse für die heimische Klimapolitik und die Restrukturierung des österreichischen Energiesystems. Mit seinen Förderprogrammen schlägt er Brücken zwischen Forschung, Entwicklung und Marktdurchdringung.

Förderprojekte zeigen Alternativen auf: Alternativen zur fossilen Individual-Mobilität und Alternativen zum Besitz eines Fahrzeuges. Wir haben das gesamte Mobilitätssystem im Fokus – Strom für Elektromobilität muss aus erneuerbaren Quellen kommen, multimodale Angebote müssen durch intelligente Kommunikationssysteme günstig und verlässlich zur Verfügung stehen. Was sich schon heute klar abzeichnet: Das Mobilitätsverhalten in den Städten ändert sich. Und das bedeutet konsequenterweise, dass wir unsere Städte in Zukunft anders gestalten müssen,

so Geschäftsführerin des Klimafonds DI Theresia Vogel

DI Markus Mair von der Blue Motion Group zu aus der Diskussion folgendes Resümeé:

Die Diskussion zeigte klar, dass das Thema Automobil ein sehr emotionales ist und der Verzicht auf Mobilität heute immer unausweichlicher erscheint. Ob jedoch die Nutzung des eigenen PKWs innerhalb des Stadtgebietes langfristig in dieser Form noch effizient und zweckdienlich erscheint, sei offen. Der Fokus geht in meinen Augen ganz klar in Richtung flexibler Mobilität unter Berücksichtigung der Umwelt,

laut Markus Mair.

Wir als Blue Motion Group begleiten namhafte Hersteller auf dem Weg in die Zukunft und sehen, dass es eine Trendwende dahingehend gibt, dass vielfach verbaute Technik und Featers nur von einem Teil der Verbraucher in unterschiedlichster Form Verwendung finden.

Über Blue Motion

Blue Motion Group ist ein international tätiges Beratungsunternehmen mit Sitz in Wien.

Die Kernkompetenzen der Blue Motion Consultants umfassen die Branchen: Automobil, Industrie, Luftfahrt, Energie, Handel, Logistik sowie in Österreich auch Financial und Gesundheit. Mehr als 150 Berater mit Branchen-Expertise der jeweiligen Bereiche betreuen die Kunden vor Ort zu den Themen Organisation, Restrukturierungen, Process & Operations, Marketing & Sales, Strategie sowie Projektmanagement.

 

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