e-MOBILie-Forschungsprojekt kommt in Fahrt

München/Hallbergmoos – Zur offiziellen Auftakt-Presseveranstaltung der e-MOBILie in Hallbergmoos bei München kamen heute der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Florian Pronold, und Vertreter der Projektpartner BMW Group, Dynahaus, SMA Solar Technology AG sowie der Technischen Universität München. Eine Familie testet den Betrieb des Hauses, das seinen Strom durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach selbst erzeugt. Mit Hilfe eines intelligent vernetzten Energiemanagementsystems (iEM) von SMA wird die optimale Energieversorgung für das Laden eines rein elektrischen BMW ActiveE sowie aller Haushaltsgeräte mit selbst erzeugtem Solarstrom gewährleistet. Ziel des Projektes unter der Projektführung der BMW Group ist die Integration von Elektromobilität in den Alltag eines Gebäudes.

Eigener Solarstrom ist viel günstiger als konventioneller Strom vom Versorger. Doch nur selten kann ein Haushalt die gesamte Strommenge vom Dach direkt verbrauchen. Ein Elektrofahrzeug mit seiner vergleichsweise großen Batterie eröffnet die Möglichkeit, die Solarenergie zusätzlich für die Mobilität zu nutzen. Ob und wann ein Haushaltsgerät in Betrieb genommen werden kann, berechnet das Energiemanagementsystem durch Erzeugungs- und Verbrauchswerte, wetterabhängige Stromerzeugungsprognosen und die voraussichtliche Leistungsaufnahme der Elektrogeräte. Es kommuniziert mit dem Fahrzeug, ermittelt Energiebedarf und Rahmenbedingungen für die Ladung, gleicht die Daten mit denen der Haushaltsgeräte ab und kommuniziert die Ladepläne zurück an das Fahrzeug. Der Ladebedarf des Fahrzeuges und die Wünsche und der Komfort der Nutzer haben hierbei stets Priorität. Bei der im Haus verbauten Technik handelt es sich um handelsübliche Technologien, die in jedes Privathaus integriert werden können.

Professor Franz Hagn ist Anfang 2015 mit seiner Familie in das Forschungshaus von Dynahaus gezogen. Bei dem Projekt wird Familie Hagn das Leben in dem intelligent vernetzten Gebäude zwölf Monate lang testen und nachhaltige Mobilität erleben. Da das Haus an optimalen Tagen bis zu 100 Prozent seines Stroms durch Solarenergie gewinnt, werden nicht nur Energiekosten gespart, Familie Hagn genießt auch die Vorzüge energetischer Unabhängigkeit. Ein Batteriespeicher-System puffert nicht direkt genutzten Solarstrom für die spätere Nutzung. So kann Familie Hagn auch abends und nachts günstigen Solarstrom verwenden. Überschüssiger Solarstrom kann über mehrere Tage hinweg thermisch gespeichert werden.

Durch das Forschungsprojekt e-MOBILie sollen Erkenntnisse und Empfehlungen für die Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen und Energiemanagementsystemen abgeleitet sowie ökonomische und ökologische Effekte bewertet werden. Die Wissenschaftler der Technischen Universität München und die Projektpartner untersuchen hierfür über 130 Messwerte – elektrische und physikalische Größen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Stromerzeugung vom Dach sowie Energieverbrauch des Elektrofahrzeugs. Zusätzlich werden die Bewohner zu ihren Erfahrungen mit dem System befragt. In einem zweiten Teil des Projekts untersuchen die Partner ein Energiemanagementkonzept, das die Planung des Lademanagements von Elektrofahrzeugen im Flottenbetrieb in einem Parkhaus realisiert.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert das Projekt im Rahmen der Nationalen Plattform für Elektromobilität (NPE). Mit den Zielsetzungen der NPE eröffnet sich ein breites Anwendungsfeld für die intelligente Vernetzung der individuellen Elektromobilität mit der Welt der erneuerbaren Energieerzeugung. Ziel ist es, langfristig die Mobilität von fossilen Brennstoffen loszulösen und den Klimaschutz zu verbessern. Untersuchungen bestätigen, dass die Elektromobilität für die Integration erneuerbarer Energien in die Versorgungssysteme positive Beiträge leisten kann.

© BMW Group / e-MOBILie-Forschungsprojekt kommt in Fahrt

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