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Elektro-Mercedes: Mehr Displays als Ihr eigenes Zuhause

Man setzt sich rein, drückt den Startknopf, und das Cockpit antwortet wie eine kleine Bühne: Licht an, Bildschirme erwachen, das Auto räuspert sich leise — bereit. Mercedes-Benz zeigt uns das Innenleben seines kommenden elektrischen GLB, der ab 2027 den EQB ablösen soll. Zweite Generation, gleiche Idee, aber reifer: mehr Raumgefühl, mehr Hirn, mehr Gefühl. Drei Displays ziehen sich wie ein feiner Lichtfaden über die Front, dahinter ein Siebensitzer-Konzept, das nicht nur Platz verspricht, sondern Ordnung in den Alltag bringt. Kein Schauexperiment, eher eine Einladung, das Digitale mit dem Praktischen zu versöhnen.

MBUX Superscreen hält Einzug ins Kompaktsegment

Der neue E‑GLB nutzt die modulare MMA-Basis — dieselbe Architektur, auf der auch die neue CLA steht. Mit ihr kommt ein Innenraum, der nicht einfach modern sein will, sondern stimmig. Der MBUX Superscreen zieht in einem Schwung über die Armaturentafel und macht aus der Front keinen Schalterfriedhof, sondern ein ruhiges, klares Cockpit. Drei Bildflächen, fließend nebeneinander, ohne optischen Streit.

Vor dem Fahrer sitzt ein 10,25-Zoll-Instrumentendisplay: scharf, schnell, ohne Schnickschnack, wenn man es so will. Daneben zwei 14-Zoll-Touchscreens, die nicht nur größer, sondern auch selbstbewusster auftreten. Der mittlere übernimmt die Hauptrolle — Navigation, Medien, Fahrzeugfunktionen, alles in Reichweite. Der rechte, dem Beifahrer zugedacht, ist kein Gag: Er holt den Passagier ins Geschehen, wenn man das mag. Und wenn nicht? Dann gibt’s die puristischere Variante ohne Beifahrer-Screen. Mercedes zwingt hier niemanden ins volle Digitalprogramm — angenehm pragmatisch.

Unten schwebt die Mittelkonsole, angelehnt an die CLA. Der Trick: Unter dem zentralen Display bleiben echte Tasten. Haptik dort, wo man blind greifen will. Temperatur, Lautstärke, Defroster — Hand hin, Klick, erledigt. Eine kleine Kapitulation vor der Wirklichkeit? Vielleicht. Vor allem aber ein Zeichen, dass Ergonomie nicht verhandelbar ist. Touch ist gut; Gefühl ist besser.

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Siebensitzer-Konfiguration, auf Bequemlichkeit getrimmt

Der GLB war immer der Kasten im besten Sinn — weniger Coupé-Pose, mehr Nutzen. Diese Grundform zahlt sich aus. Die Dachlinie bleibt ehrlich, und innen merkt man’s sofort: mehr Luft über dem Kopf, besonders in den ersten beiden Reihen. Man sitzt nicht, man wohnt. Ohne Prunk, aber mit Ruhe.

Die optionale Siebensitzer-Konfiguration ist nicht einfach ein Anhängsel, sondern sauber zu Ende gedacht. Reihe zwei lässt sich komplett verschieben, nicht nur ein bisschen. Das macht den Alltag variabel: Kindersitze näher an die Vordersitze? Kofferraum größer, weil der Großeinkauf droht? Oder doch der schnelle Zugang nach hinten, wenn zwei Freunde spontan mitfahren wollen? Die Bank rutscht, die Stimmung bleibt entspannt. Und wer nur fünf Sitze bestellt, kann die verschiebbare zweite Reihe auf Wunsch trotzdem bekommen — die clevere Lösung ist also nicht exklusiv an sieben Plätze gebunden.

– Spürbar mehr Kopffreiheit in den ersten zwei Reihen
– Zweite Reihe beim 7-Sitzer serienmäßig verschiebbar
– Mittelreihe mit mehr Beinfreiheit und besserer Sitzposition
– Leichterer Zustieg zur dritten Reihe dank Schiebemechanik

In der dritten Reihe sitzt man nicht wie auf der Ersatzbank eines Kreisligaspiels, sondern kurzstreckentauglich, ehrlich, ohne falsche Versprechen. Für Kinder bestens. Für Erwachsene: okay, wenn’s nicht die ganze Strecke bis ans Meer ist.

Panoramadach mit Technik-Tricks

Das serienmäßige Panoramadach macht nicht nur Licht, es arbeitet. Das Sicherheitsverbundglas trägt eine infrarotreflektierende Schicht und innen einen LowE‑Überzug — sprich: Es wirft Hitze zurück, wenn die Sonne brennt, und hält Wärme drinnen, wenn der Föhn mal Pause macht. Sommer wie Winter wirkt das Dach wie ein stiller Klimadiplomat, ohne Theater, ohne Ventilatorengeheul.

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Wer noch mehr will, greift zur optionalen Premiumpackung: variable Transparenz, segmentweise steuerbar. Ein Fingertipp, und in rund zehn Millisekunden verändert sich die Durchsicht. Fast so, als würde das Auto mit den Augen blinzeln. Dazu lässt sich die Ambientebeleuchtung bis ins Dach verlängern — ein feiner, farbiger Sternenhimmel, der nicht ablenkt, sondern die Fahrt weicher macht. Technik, die nichts beweisen muss, sondern den Innenraum einfach stimmiger wirken lässt.

MMA-Plattform und Antriebe: was zu erwarten ist

Unter dem Blech die MMA — Mercedes Modular Architecture. 800 Volt Bordspannung, also schnelles Laden, wenn die Säule mitspielt. Heckantrieb für die Puristen, Allrad für die Allwetterfahrer — zwei Charaktere, ein Auto. Die Elektrik liefert die Stille, der Antrieb die Souveränität. Kein Lärm, kein Drama, nur Vortrieb, der sich anfühlt wie ein gut gezapftes Glas: ruhig, kontrolliert, auf den Punkt.

Weil die Welt nicht überall gleich geladen ist, plant Mercedes zusätzlich eine Mildhybrid-Variante mit 1,5‑Liter-Benziner. Kein Verrat, eher eine Brücke. Für Regionen, in denen die Infrastruktur noch Versprechen ist und keine Realität. Für Fahrer, die viel fahren, aber nicht ständig planen wollen. Elektro, wo’s passt. Unterstützung, wo’s nötig ist. Klingt vernünftig — ist es auch.

Der offizielle Vorhang fällt am 8. Dezember. In den USA rollt der neue GLB gegen Ende 2026 in die Schauräume, als Modelljahr 2027. Und dann übernimmt er die Rolle des EQB ganz, ohne Drama. Eine Staffelübergabe, die mehr nach Fortschritt als nach Abschied schmeckt. Ein Familienstück, neu inszeniert — mit mehr Raum, mehr Ruhe und dieser leisen, selbstbewussten Art, die manche Autos haben, wenn sie wissen, was sie können.

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Der E‑GLB will nicht glitzern. Er will funktionieren — und dabei gut aussehen. Genau die Art Höflichkeit, die man auf langen Strecken schätzen lernt.

antoine Bouquet
antoine Bouquet
Antoine Bouquet ist Redakteur bei MotorNews, wo er seine Leidenschaft für Autos mit seinen soliden journalistischen Fähigkeiten verbindet, die er sich im Laufe seiner akademischen Laufbahn angeeignet hat. Er hat an der Universität Paris-Sorbonne einen Master in Journalismus und Kommunikation absolviert und sich an der Journalistenschule in Lille auf Automobiljournalismus spezialisiert, wodurch er in seinen Texten journalistische Genauigkeit und technisches Fachwissen vereinen kann. Mit seiner mehrjährigen Erfahrung in der Fachpresse ist Antoine für seine Fähigkeit bekannt, die neuesten Innovationen in der Automobilbranche gründlich zu analysieren und diese Informationen gleichzeitig für ein breites Publikum zugänglich und interessant zu machen. Seine Arbeit deckt ein breites Themenspektrum ab, das von Fahrzeugtests über neue Technologien bis hin zu Marktentwicklungen und Umweltfragen der Branche reicht. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : antoine.bouquet@motornews.fr
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