Neue Testergebnisse der renommierten Crashtest-Organisation EuroNCAP zeigen Aufschluss über die Sicherheit aktueller Fahrzeuge, die kürzlich in Europa auf den Markt kamen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem DS N°8, dessen Resultat eher enttäuschend ausfällt, während einige chinesische Modelle wesentlich bessere Bewertungen erzielen.
Die 1997 ins Leben gerufene EuroNCAP-Organisation hat sich zur Aufgabe gemacht, Neuerscheinungen auf dem Markt durch umfassende Crashtests zu bewerten, und zwar anhand diverser Kriterien, die das Sicherheitsniveau der Fahrzeuge beleuchten. In der jüngsten Ergebniserhebung, die Mitte Oktober veröffentlicht wurde – und die uns ermöglicht hat, den neuen MGS6 EV etwas früher ins Visier zu nehmen – fanden sich einige Überraschungen. Besonders negativ stach hier der DS N°8 hervor, dessen Bewertungen für die aufmerksamen Tester sehr ernüchternd waren.
Dieser neueste französische Elektro-Crossover kam bei den EuroNCAP-Bewertungen nur auf vier von fünf möglichen Sternen. Die unabhängige Organisation stellte fest, dass der Schutz für Erwachsene mit 76 % im Vergleich zur Konkurrenz eher durchschnittlich ist, während der Wert für Kinder bei 85 % liegt. Was den Schutz der verletzlichen Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer betrifft, wurde mit 80 % ein akzeptables, aber nicht überragendes Ergebnis erzielt. Besonders durchgefallen ist jedoch der Wert für die Fahrassistenzsysteme, der mit nur 65 % als recht bescheiden eingestuft wurde – eine Enttäuschung, insbesondere wenn man den Einstiegspreis von 59.500 € und die Hochpreissegment-Positionierung des Fahrzeugs betrachtet.

Im Gegensatz dazu wurden einige besser zugängliche Fahrzeuge durchweg höher bewertet. So etwa der neue Mazda 6e, der in Kooperation mit dem chinesischen Automobilhersteller Changan entwickelt wurde – er erhielt 5 Sterne mit 93 % beim Schutz von Erwachsenen und Kindern! Auch der Cadillac Optiq (5 Sterne und 83 % bzw. 81 % für Erwachsenen- und Kinderschutz) schneidet hervorragend ab, ebenso wie der Cupra Born und der Volkswagen ID.4, welche im Hinblick auf das zukünftige EuroNCAP-Protokoll von 2026 getestet wurden. Sogar der neue Audi Q3, in der 150 PS starken TFSI-Benzinvariante, durfte sich über 5 Sterne freuen.
Ein chinesisches Stadtauto mit gravierenden Mängeln
Eine weitere böse Überraschung wartet auf uns in Form eines chinesischen Stadtfahrzeugs, das in Frankreich noch nicht erhältlich ist. Die Dongfeng Box, die bei den Tests nur drei Sterne einheimsen konnte, präsentierte sich mit eher enttäuschenden Werten für den Schutz erwachsener Insassen (69 %) sowie für gefährdete Nutzer (67 %). Die Ergebnisse ließen darauf schließen, dass an bestimmten Schweißpunkten Schwächen vorlagen, die die Struktur des Fahrzeugs deformierten. Besonders besorgniserregend war, dass sich das automatische Verriegelungssystem nach einem Unfall nicht entriegelte – dies könnte die Rettungsarbeiten erheblich behindern. Zudem wurde ein unzureichender Druck des Lenkradairbags sowie eine gefährliche Konstruktion des Armaturenbretts identifiziert, die potenziell zu Verletzungen der Beine des Beifahrers führen könnte.
Nach diesen Tests, die mitunter überraschende Ergebnisse zutage brachten, hofft EuroNCAP, dass die Hersteller endlich reagieren. So wurde etwa der chinesische Hersteller Chery im vergangenen Juli wegen seiner Versäumnisse bei der Unfallabsicherung von Kindern im Seitenaufprall für die Modelle Tiggo 7 und 8 abgestraft. Nachdem diese Mängel kommuniziert wurden, nahm das Unternehmen schnell entsprechende Anpassungen vor und ließ die Fahrzeuge erneut testen, die nun erfreulicherweise mit fünf Sternen abschneiden. Dr. Aled Williams, Programmdirektor von EuroNCAP, sagte dazu: „Wir freuen uns, ein weiteres Beispiel dafür hervorzuheben, dass ein Automobilhersteller positiv auf die Ergebnisse unserer strengen, unabhängigen Sicherheitstests reagiert hat. Chery hat schnell gehandelt, und die Korrekturen führten dazu, dass der Tiggo eine Fünf-Sterne-Bewertung erhielt. Es liegt im Interesse des Verbrauchers, die bestmögliche Sicherheitsbewertung anzustreben.“
Fotos: Motornews
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