HomeF1F1: Buhrufe mexikanischer Fans schrecken diesen Fahrer nicht ab

F1: Buhrufe mexikanischer Fans schrecken diesen Fahrer nicht ab

Der Mexiko-GP ist vorbei, die Motoren knistern noch aus, und doch blieb Lando Norris der Applaus verwehrt. Statt Champagner-Stimmung in der Boxengasse: Buhrufe von den Tribünen. Ein Sieger, der lächelt – und sich dennoch an einer Wand aus Lärm stößt.

Direkt nach seinem Erfolg im Autódromo Hermanos Rodríguez, beim Siegerinterview noch vor dem Podium, kippte die Atmosphäre: Als Norris ans Mikro treten wollte, brüllten Teile des Publikums ihn nieder. Kein warmes Bad im Jubel, eher kaltes Wasser über den Nacken. Die Szene hatte etwas von Motoren, die abgestellt werden – abrupt, fast grob.

Kühle Luft statt Jubel

Warum die Wucht? Ein mexikanischer Journalist erklärte dem McLaren-Fahrer später, was im Rund kursiert: Viele heimische Fans sind überzeugt, Norris werde im Titelkampf bevorzugt – vor allem wegen Monza, wo eine Teamentscheidung ihm am Ende drei Zähler in die Hände gespielt haben soll. Drei Punkte sind keine Welt, aber im Kopf des Publikums werden sie schnell zum Symbol. Und Symbole sind laut.

Norris nahm’s, sagen wir, trocken. Er ließ sinngemäß wissen, die Leute dürften reagieren, wie sie wollen – Buhrufe gehörten eben manchmal zum Sport. Er selbst wisse nicht genau, was dahinterstecke; seltsam sei nur, dass ihn das Ausbuhen eher zum Schmunzeln bringe als zur Kränkung. Klar, Applaus wäre schöner. Aber am Ende zählt die Aufgabe im Cockpit, nicht die Laune auf den Rängen, meinte er – zitiert von motorsport.nextgen.

Neu war die Nummer für ihn übrigens nicht. Monza habe sich ähnlich angefühlt, erzählte er, ebenso ein paar andere Stationen im Kalender. Wenn das Publikum weiter buhen wolle – bitte. Auch die Diskussion um die erwähnten drei Punkte könne man führen, so viel man wolle; an den Fakten ändere das nichts: Oscar Piastri habe sich Budapest redlich verdient, und in Monza habe er, Norris, seinen Platz an der Spitze ebenfalls nicht geschenkt bekommen. Es klang nicht wie Trotz. Mehr wie ein Fahrer, der nach dem Abwinken noch die Vibrationen im Lenkrad spürt – und den Rest draußen lässt.

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Kurz gefasst

Nach dem Grand Prix von Mexiko konnte Lando Norris seinen Sieg nicht wie erhofft feiern: Teile des Publikums buhten ihn aus. Hintergrund der Missstimmung laut vor Ort: der Verdacht, er werde im Duell um die Meisterschaft gegenüber Oscar Piastri begünstigt – befeuert durch das Monza-Kapitel und die dort diskutierten drei Punkte.

Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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