Ferrari stolpert durch ein Jahr, das sich anfühlt wie kalter Reifen am frühen Morgen: wenig Grip, viel Arbeit. Sieben Podestplätze für Charles Leclerc, kein einziges Top-3-Ergebnis für Lewis Hamilton. Zahlen, die nicht schreien, sie seufzen — und die Benedetto Vigna, den Generaldirektor in Maranello, hörbar unruhig machen.
Heuer wirkt Ferrari wie ein Auto, das alles hat, nur die letzte Feinabstimmung nicht. Es droht eine Saison ohne Sieg — zum ersten Mal seit 2021. Und während auf der Strecke die Zehntel verrinnen, köcheln abseits davon Gerüchte über die Zukunft von Frédéric Vasseur. Das Team hat die Wogen im Sommer zu glätten versucht und den Franzosen im Juli langfristig gebunden. Doch Papier beruhigt nicht immer den Puls.
Die Konkurrenz wirkt eingespielter
Benedetto Vigna sagt es ohne Pathos, fast wie ein Ingenieur, der den Daten vertraut: Manche Gegner sind derzeit besser organisiert, die Abläufe flutschen — wie ein gut auf Temperatur gebrachter Boxenstopp. Der schwächere Saisonstart hatte Zweifel genährt, wohin die Reise unter Vasseur geht; die Vertragsverlängerung sollte das Feuer aus dem Gerüchtekessel nehmen. Und jetzt, da nur noch vier Grands Prix übrig sind, fordert Vigna eines: zusammenrücken. Es gibt Teams, da greift es momentan runder ineinander als bei uns. Unsere Aufgabe ist klar: alle Bausteine fürs Gewinnen müssen sauber funktionieren. Das Podium in Mexiko hat gutgetan, ja — aber bitte mit beiden Füßen am Asphalt. Diese Saison ist anders gelaufen, als wir’s uns ausgemalt haben. Also arbeiten wir weiter: geschlossen, konzentriert, ohne Ausreden. Vier Rennen bleiben, und in denen geben wir alles. Dann sehen wir, wo wir wirklich stehen. So der Tenor seiner Worte, weitergetragen von motorsport.nextgen.
Kurz zusammengefasst
Ferrari erlebt heuer ein zähes Jahr: sieben Podeste für Charles Leclerc, kein Top-3-Ergebnis für Lewis Hamilton. Das weckt Reaktionen bei Generaldirektor Benedetto Vigna — und hält die Debatten um Teamchef Frédéric Vasseur am Köcheln. Eine Saison ohne Sieg liegt in der Luft.

