John Elkann, der Präsident von Ferrari, hat sich eine ordentliche Gewitterfront eingefangen – ausgelöst von einem Ex-Teamchef, der sich mit aufgeklapptem Visier vor Charles Leclerc stellte.
Für Günther Steiner, den früheren Boss von Haas, war Elkanns mediale Ausfahrt ein Ausrutscher mit lautem Reifenquietschen. Vor ein paar Tagen hatte Elkann zu Charles Leclerc und Lewis Hamilton ausgeteilt: weniger Interviews, mehr Rundenzeit, so sinngemäß. Klingt knackig auf dem Papier, spaltet aber die Boxengasse – und genau da hat Steiner eingegriffen. Er attestiert Elkann „schwaches Leadership“ und meint, der Präsident hätte seine Fahrer nicht vor laufenden Kameras an den Pranger stellen dürfen. Kritik, ja – aber nicht auf offener Strecke, wenn alle zuschauen.
Steiner stellt sich schützend vor Leclerc
Im Podcast The Red Flags erzählte der Ex-Haas-Chef, wie er die Szene sieht – und stellte sich klar an Leclercs Seite. Mit Hamilton ist Steiner weniger zimperlich. Aber Charles? Den nimmt er aus der Schusslinie. In Steiners Augen hat der Monegasse keinen Grund, sich Asche aufs Haupt zu streuen. Entsprechend deutlich fällt seine Replik auf Elkanns Worte aus.
„Klar, er darf kritisieren – er ist schließlich der Chef. Aber bitte nicht auf dem Marktplatz. Bei Lewis, gut, da weiß man, woran man ist … Doch Charles? Der Bursch steckt Herz und Hirn, ja seine ganze Seele in den Job. Was soll er denn noch mehr geben?
So führt man nicht: öffentlich zu sagen, ‚der eine macht’s gut, die Mechaniker sind topp, die Ingenieure auch – aber ihr Fahrer seid nix‘. Und kein Wort zu Fred [Frédéric Vasseur, Teamchef der Scuderia]. Das wirkt zumindest sonderbar, wenn so etwas von jemandem ganz oben in der Firma kommt. Er muss niemanden bitten, sowas zu sagen oder zu lassen – er entscheidet das eh selbst. Aber wenn man in dieser Position nichts Konstruktives beizutragen hat, dann sagt man lieber gar nichts.“
Steiner, der jüngst einen deftigen Spurwechsel hingelegt hat und nun die Tech3-Mannschaft in der MotoGP führt, bleibt trotz Zweirad-Engagement mit halbem Ohr an der F1-Boxenmauer. Ferrari entkommt seinem Radar nicht – und Leclerc schon gar nicht.
Kurz zusammengefasst
Für Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner war der mediale Angriff von Ferrari-Präsident John Elkann ein Griff ins Kiesbett. Elkann hatte Leclerc und Hamilton ermahnt, weniger zu reden und mehr zu liefern. Steiner hält das für schlechten Führungsstil – Kritik ja, aber nicht öffentlich, und schon gar nicht, wenn einer wie Leclerc ohnehin alles in die Waagschale wirft.

