HomeF1Ferrari, F1: Ex-Größe verreißt Frédéric Vasseur: "zu schwach"

Ferrari, F1: Ex-Größe verreißt Frédéric Vasseur: „zu schwach“

Der Asphalt ist noch warm, die Boxengasse riecht nach Gummi und Biss. Und mitten in diesem Summen legt ein alter Bekannter den Gang ein: Bernie Ecclestone, 95, dreht das Lenkrad ohne Zittern und nimmt Frédéric Vasseur ins Visier. Zu sanft für Ferrari, sagt er sinngemäß. Zu wenig Druck auf dem Gaspedal. In Maranello brauche es keinen Moderator, sondern eine starke Hand, die den Takt klopft wie ein Motor im Leerlauf, der nie runterkühlt. Der frühere F1-Patron spricht über die Gegenwart, als säße er noch am Kommandostand. Er schaut nach Maranello und schüttelt den Kopf: so komme man nicht ans Ziel, nicht mit dieser Linie durch die Kurve.

Ecclestone geht frontal auf Vasseur los

Bernie spart nicht mit Kanten. In seiner Welt braucht Ferrari an der Spitze keinen Charmeur, sondern einen, der klare Kommandos gibt — kurz, knapp, unwidersprochen. Er meint: In Maranello redet man nicht Italienisch, dort spricht man Ferrari, eine eigene Grammatik aus Stolz, Druck und Erwartung. Ein Dialekt, der klare Ansagen verlangt. Gerade weil es, so seine Sicht, aktuell keinen passenden Italiener für den Chefsessel gibt, mischt „ganz Italien“ umso mehr mit: jedes Café ein Expertenrat, jede Schlagzeile eine Einmischung. Und mittendrin Vasseur, dem Ecclestone mangelnde Durchsetzungskraft attestiert. Zu weich. Kein Kommandant.

Die Kritik ist grob gehobelt, aber handwarm serviert — typisch Bernie. Er hält Vasseurs Kurs für den falschen Radius: zu viel Korrektur am Lenkrad, zu wenig Vertrauen ins Chassis. Ferrari, sagt er zwischen den Zeilen, brauche jetzt einen, der den Laden zusammenzieht wie ein straffes Diff, der die Kräfte bündelt und das Auto zur Sehne zieht, nicht in die Auslaufzone. Dass der Franzose diese Worte gern hören wird? Eher nicht. Doch Ecclestone fährt die Linie, die er immer gefahren ist: direkt, ohne Hebelchen. Gas. Punkt.

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Kurz gefasst

Für Bernie Ecclestone ist Frédéric Vasseur nicht der Richtige für Ferrari: zu zahm, zu wenig autoritär für eine Mannschaft, die — so seine Lesart — einen harten Taktgeber an der Boxenmauer braucht. In Maranello müsse einer führen, nicht moderieren. So klingen seine Zündimpulse.

Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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