Die Luft in Mexiko-Stadt ist dünn, und doch wirkt der rote Renner plötzlich tiefenentspannt. Leclerc sitzt drin wie ein Pianist vor seinem Lieblingsflügel, lässt das Auto singen, und danach – lässt er auch die Zunge laufen. Zweiter hinter Lando Norris, vor Max Verstappen, wieder so ein Wochenende, das nach Gummi, Bremsstaub und guter Laune riecht. Austin hat ihn aufgeweckt, Mexiko hat das Gefühl bestätigt: Der Monegasse ist mit der SF-25 wieder im Reinen. Und jetzt? Blick nach Süden. Interlagos, 8. bis 9. November. Der erste Sieg heuer liegt nicht mehr am Horizont, sondern schon hinter der nächsten Kuppe.
Leclerc verneigt sich vor Ferraris perfekter Ausführung
Ein Platz zwei mit Nebenwirkung: Ferrari schiebt sich in der Teamwertung an Mercedes vorbei – ein einziger Punkt, aber er fühlt sich an wie ein sauber gesetzter Undercut. Leclerc tritt vor die Mikrofone, nicht kalt, nicht kalkuliert, sondern wie nach einer schnellen Outlap: Puls hoch, Gedanken klar. Ein Wochenende, das besser lief als erwartet, sagt er sinngemäß; Austin wollten sie nicht kopieren, und doch stand wieder alles wie aus einem Guss. Das Podest in Mexiko? Eine erfreuliche Überraschung, wie wenn der Motor ab 12.000 Touren noch einmal freier atmet.
Im Hintergrund, erzählt er, läuft schon viel Energie in Richtung 2026 – die große Weichenstellung. Trotzdem presst die Scuderia aus jedem Grand Prix das Maximum, fehlerfrei, nüchtern, fast stur. Zwei Podien en suite sind kein Zufall, eher das Ergebnis eines Rennautos, das nicht vorgibt, etwas zu sein, sondern tut, was es kann: Traktion finden, Reifen im Fenster halten, den Abtrieb wie ein stillen Helfer arbeiten lassen. Bleiben die Wochenenden sauber, ist am Ende Platz zwei in der WM drin. Nicht als Heldengeschichte, sondern als ehrliche Anerkennung für eine Truppe, die in der Boxengasse so präzise arbeitet wie ein Uhrmacher mit ruhiger Hand. Leclerc wirkt dabei weder pathetisch noch satt – eher entschlossen. Saisonende 2025 im Rückspiegel? Noch nicht. Er will Interlagos, er will den Sieg, er will, dass die SF-25 nicht nur surrt, sondern beißt.
Kurz zusammengefasst
Charles Leclerc, hörbar gelöst und voll Lob für die Scuderia, holt in Mexiko Platz zwei – hinter Lando Norris, vor Max Verstappen. Nach starken Auftritten in Austin und Mexiko ist das Vertrauen in die SF-25 zurück. Der Blick geht klar nach Brasilien (8.–9. November): heuer endlich einen Grand Prix gewinnen. Ferrari überholt dank dieses Resultats Mercedes um einen einzigen Zähler bei den Konstrukteuren. Fokus auf fehlerfreie Wochenenden, maximale Ausbeute, und am Ende soll Platz zwei insgesamt stehen – als verdiente Belohnung für ein Team, das wieder sauber liefert.

