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FFSA Academy: Junge Mechaniker beim GP Explorer an vorderster Front

Einen Boliden für Squeezie, Djilsi oder Anyme am GP Explorer betreuen? Genau dieses Ausnahme-Abenteuer durften die Nachwuchs-Schrauber der FFSA Academy erleben. Junge Mechaniker mitten in der Ausbildung, drei Tage im Herzen eines Riesen-Events – mit all dem Puls, der Druck, dem Lärm. Und mit dieser stillen Befriedigung, wenn eine Maschine auf den ersten Knopfdruck atmet.

Sie sind teils noch nicht einmal 20, und doch hat sich für die Mechanikerinnen und Mechaniker der FFSA Academy vom 3. bis 5. Oktober ein Tagtraum materialisiert. Drei Tage lang waren sie die offiziellen Helfer an den Autos der Fahrerinnen und Fahrer beim GP Explorer – dem Spektakel, das Squeezie ersonnen hat, irgendwo zwischen Motorsport und Internet-Bühne.

„Mit Leuten zu arbeiten, die wir sonst nur am Bildschirm sehen und die für uns Stars sind – das geht unter die Haut.“, erzählt Julien Besche, 22, der beim Event als persönlicher Mechaniker von Djilsi im Einsatz war. Worte, die man hört und sofort weiß: Da hat einer nicht nur geschraubt, der hat gelebt.

Für die Truppe war es ein Kick und eine Verantwortung zugleich, garniert mit dem Vergnügen, Content-Creators ihr Universum zu zeigen. „Extrem spannend. Und ehrlich: Danach willst du noch mehr für die Leute arbeiten. Wir waren nicht Staffage – wir waren nützlich.

Eine Geschichte, die der Zufall schrieb

Dass Julien in dieses außergewöhnliche Mandat stolperte, war – ganz prosaisch – ein Losentscheid. Die Mechanikerinnen und Mechaniker der FFSA Academy wurden den Fahrerinnen und Fahrern per Zufall zugeteilt. Eine einmalige Chance, Internet-Größen aus nächster Nähe zu begleiten – erst beim Training, dann im Ernstfall.

„Zuerst hab ich Mastu betreut, dann Houdi, danach Anyme und am Ende Djilsi“, erzählt Julien. Aus Zuteilung wurden Gespräche, aus Gesprächen Bindungen. So schnell, wie ein Drehmomentschlüssel klickt.

„Mastu hat jedes Feedback aufgesaugt. Da spürst du den Ehrgeiz: weiter, besser, präziser. Und Djilsi? Der war nach den ersten beiden Ausgaben schon so abgezockt, dass er stellenweise mehr Historie hatte als ich – wir haben beide gelacht.“

Ein Auto in der Boxengasse vor vollen Tribünen beim GP Explorer Dutzende tausend Augenpaare klebten an jeder Bewegung in der Box – der Druck war nicht Theorie, er stand leibhaftig hinterm Gitter.

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Schrauber in Ausbildung – mitten im Feuer

Das Besondere am GP Explorer? Hinter den Autos arbeiten Anfänger im besten Sinn: junge Leute in der Lehre, wach, hungrig, konzentriert. Für sie war dieses Mega-Event kein Ersatzprogramm, sondern ein Zusatzkapitel in einer strengen Ausbildung, die sonst selten Scheinwerferlicht sieht.

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Julien kam nach einem naturwissenschaftlichen Abi und einem technischen Diplom in Mechanik zur FFSA Academy. Dort: 13 Monate Programm, Praxisblöcke im Betrieb, parallel Einsätze beim Französischen Kart-Meisterschaft und in der Formel 4. Kein Zuckerl, sondern Alltag im Renntempo.

„Jede Mechanikerin, jeder Mechaniker ist für genau ein Chassis verantwortlich“, erklärt er. „Ich war über die ganze Saison bei Léandre Carvalho eingeteilt.“ Die Meisterschaft endete – wie ein sauberer Bremspunkt – in Le Mans, direkt vor The Last Race, dem Auftakt, der den GP Explorer einläutet.

Vorbereitung im Hochdruck-Modus

Verschnaufen? Nicht der Plan. Kaum war das Finale der F4 Frankreich abgewunken, begannen die Hände schon an den GP-Explorer-Monoposti zu arbeiten. Die ganze Umrüstung lief in zwei Tagen – intensiv, eng getaktet, ohne Verlustrunden.

„Neue Folierungen drauf, Kabelbäume für Live-Kameras verlegt – die WEC-Kameras, frisch aus Fuji/Japan – und die Funkanlage umgestellt. In der Standard-F4 hörst du den Kommandostand nur; beim GP Explorer sprechen auch die Fahrer zurück. Klingt banal, heißt aber: mehr Verkabelung, mehr Fehlerquellen, mehr Checks.“

Max Biaggi beim GP Explorer in der Boxengasse Die Autos mussten jederzeit startklar sein – wie ein Espresso: auf Knopfdruck, heiß, sofort.

Logistisch eine kleine Akrobatiknummer, denn die Fahrzeuge sollten fahren können, wenn’s verlangt wird – auch nach einem Einschlag.

„Selbst wenn wer abfliegt: Am nächsten Tag muss der Wagen wieder rollen. Training geht vor, Ausreden sind nix wert.“

Unter Druck – und im Rampenlicht

Der erste richtige Druckpunkt? Samstag früh. Das Event erwacht, die Boxen öffnen, und die Tribünen antworten mit einem Schrei, der dir bis in den Brustkorb fährt. Du spürst: ab jetzt gibt es keine Proben mehr.

„Mischung aus Vorfreude und Nervosität – klar. So viele Fans, so laut, schon beim ersten Rolltor. Und das Schönste: Unsere Piloten waren geerdet. Sie haben uns am Samstag rausgewunken, Handzeichen, danke gesagt – vor allen. Menschlich, ohne Show.“

Dann kam der Regen kurz vor dem Sprintlauf und drehte die Spannung weiter auf – wie ein letzter Klick am Helmriemen.

„Das war ein Sprint auch für uns. Live-Bilder, viele Zuseher, keine Patzer erlauben – der Druck war ordentlich. Aber genau dafür wirst du gebrieft. Und am Ende hält die Routine, was sie verspricht.“

Auch bei den Fahrerinnen und Fahrern kippte die Stimmung von locker auf konzentriert.

„Djilsi und Max Biaggi hatten praktisch keine Regenkilometer. Und wenn’s schüttet, hockst du im Boxenraum fest. Also hat der Coach die Zeit genutzt: Regenlinie, Bremsdruck, Traktion – trocken ist eine Sprache, nass eine andere.“

„Er hat Videos von Louis Iglesias hergezeigt – dessen Regenstint in Le Mans war ein kleines Lehrbuch. Die beiden haben das verinnerlicht. In der Sprintdistanz sind sie nach vorne gerauscht, als hätte der Asphalt ihnen plötzlich vertraut. Wild, ehrlich gesagt.“

Ein Erlebnis, das bleibt

Von dieser kurzen, dichten Reise nimmt Julien nur Gutes mit. Nicht verklärt, sondern wach.

„Alle hatten eine leiwande Zeit, übrig bleiben nur starke Bilder. Sogar jene, die schon die 24 Stunden von Le Mans erlebt haben, meinten: Die Stimmung beim GPE war noch einmal eine Schaufel drüber. Diese Euphorie, dieses Dauerraunen – irre.“

Und weiter geht’s: Der junge Mechaniker wechselt direkt in ein Praktikum bei Saintéloc aus Saint-Étienne – mit Kurs auf den Großen Preis von Macao. Ein neues Kapitel, das nach Gummi und Zukunft riecht. Der Traum? Formel 1. Und wenn schon geträumt wird, dann „bei den Roten“ – man versteht sich.

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Kurz gesagt

Mechaniker für Squeezie, Djilsi oder Anyme beim GP Explorer sein? Genau diese Ausnahme-Erfahrung durften die Talente der FFSA Academy machen. Junge Schrauber mitten in der Ausbildung, die das Event von innen heraus gespürt haben – mit allem Druck, mit allem Lärm, aber vor allem mit dem Gefühl: Wir machen den Unterschied.

Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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