Die erwartete Wiederwahl von Ben Sulayem an der Spitze der FIA wird kein gemütlicher Ausflug. Bevor überhaupt Wahlzettel rascheln, wartet erst einmal die französische Justiz — wie kalte Reifen vor der ersten Kurve.
Am 12. Dezember, heuer also, soll die FIA einen neuen Präsidenten küren. Laut Regelwerk — so eng gezogen wie eine Schikane in Monaco — gilt derzeit nur das Dossier von Ben Sulayem als zulässig. Die anderen drei Angesagten bleiben draußen: Ex-Kommissar Tim Mayer, die Rennfahrerin Laura Villars und TV-Moderatorin Virginie Philippot. Grund ist eine Bestimmung, die seit Juni scharfgestellt ist und die Startaufstellung praktisch festschreibt. Bis letzte Woche hätten sie die Hürden nehmen müssen; für alle drei erwiesen sie sich als unüberwindbar. Die Regeln zeigen Zähne, und wer nicht exakt in die Spur passt, verliert schon vor dem Startsignal.
Termin vor Gericht
Tim Mayer hat seinen Unmut bereits zwischen den Zeilen brummen lassen. Deutlich lauter wird nun Laura Villars: Nicht zugelassen, aber nicht still, zieht sie vor französische Gerichte und nennt die Wahlordnung undemokratisch — maßgeschneidert für den Amtsinhaber, sagt sie sinngemäß. In einer Aussendung erklärt sie, in Frankreich Klage eingebracht zu haben, mit einem Ziel, das man auf jedem Reglementzettel gern liest: Transparenz, Ethik und demokrischer Pluralismus innerhalb der FIA. Die erste Anhörung ist für den 10. November angesetzt — früh wie eine Aufwärmrunde, aber entscheidend für die Linie in Kurve eins. Zweimal, so Villars, habe sie versucht, das Gespräch mit der FIA zu suchen: über innere Demokratie, über klare Wahlregeln. Die Antworten? Zu dünn, zu vage — wie ein Gasstoß ohne Drehmoment. Sie handle nicht gegen die FIA, betont sie, sondern zu deren Schutz. Demokratie sei keine Bedrohung, sondern die Traktion, die den Verband am Asphalt hält. Und doch: Die Tür zum Dialog bleibt angelehnt. Man hört das Schloss klicken, nicht zuschlagen.
Kurz gesagt
Die anvisierte Wiederwahl von Ben Sulayem an der Spitze der FIA wird keine Spazierfahrt. Vor dem Wahltermin wartet erst einmal der Gang vor die französische Justiz. Und Laura Villars? Sie steht nicht am Streckenrand und winkt — sie greift an.

