HomeF1Formel 1: Sergio Pérez – kein Fahrer, selbst Hamilton, überlebt neben Verstappen

Formel 1: Sergio Pérez – kein Fahrer, selbst Hamilton, überlebt neben Verstappen

Zwischen Boxenmauern riecht’s nach Bremsstaub und kaltem Kaffee. Und dann fällt Sergio Pérez ein Satz, der länger kleben bleibt als ein abgefahrener Softreifen: Neben Max Verstappen, sagt er, hält keiner durch. Nicht wirklich. Der Mexikaner, der 2026 im Cadillac wieder in die Königsklasse zurückkehrt, blickt auf seine Zeit im österreichischen Team zurück – eine Saison 2024, zäh wie Regenrennen auf Intermediates, und ein Abschied, der leiser war als sein Ehrgeiz. Man spürt es, wenn er spricht: Das war kein Job, das war ein Überlebenskurs.

Pérez über Verstappen: kein Platz für Schwäche

Heuer stand Checo beim Grand Prix von Mexiko nicht in der Startaufstellung, sondern auf der anderen Seite der Leitplanke, Mikrofon statt Lenkrad, Sky Sports F1 statt Boxenfunk. Und als er über die Tage mit Max Verstappen redet, blitzt dieser vertraute Blick auf – der eines Mannes, der sein Auto nicht nur gefahren, sondern ertragen hat. Wer jetzt auf Liam Lawson oder Yuki Tsunoda schaut und die Stirn runzelt, meint Pérez, soll tief durchatmen: Das, was wie Schwäche aussieht, ist in Wahrheit der natürliche Widerstand eines Fahrerherzens gegen eine Maschine namens Verstappen, eingebettet in eine Struktur, die keine Millimeter verschenkt.

Das Team aus Österreich baut schnelle Autos. Aber es baut sie für den Mann, der sie bis zur Kante trägt, ohne zu zucken. Da drinnen, sagt Pérez, ist die Luft dünner, die Lenkung schwerer, das Fenster für Fehler schmal wie ein Boxengasseneingang. Neben Verstappen muss man nicht nur schnell sein – man muss jeden Tag neu erfinden, was schnell bedeutet.

„Ich zerreiß ungern Kollegen – ich war ja selbst in diesem Mixer. Ich weiß genau, wie sich das anfühlt. In dem Moment, wo mein Abschied mit Red Bull fix war, war mir klar, wer die arme Seele sein würde, die nach mir in den Sitz rutscht. Ich hab’s überlebt. Knapp. Das ist ein harter Ort. Neben Max zu fahren ist schon schwer. Neben Max bei Red Bull – das versteht draußen kaum jemand. Ich könnte viele Geschichten erzählen, aber unterm Strich: Es ist Knochenarbeit für einen Fahrer. Keiner hält dort lang durch. Nehmt Hamilton oder Leclerc, egal wen – sie würden kämpfen, richtig. Sogar ein siebenfacher Weltmeister kommt neben einem vierfachen Titelverteidiger ins Schwitzen. Als Pilot denkst du dort ständig darüber nach, wie du fahren sollst. Und wenn du ununterbrochen darüber nachdenken musst, weißt du, was gerade passiert.“

Es ist nicht bloß Tempo, das Pérez beschreibt. Es ist der psychische Grip, der dich entweder trägt – oder aufreibt. Der zweite Red-Bull-Sitz ist kein Beifahrersessel, er ist ein Stresstest. Das Auto will an die Kante, die Telemetrie will Perfektion, und der Teamkollege zeigt sie Runde für Runde. Da draußen hört man Motoren. Drinnen hört man nur die eigene Stimme, die fragt: Noch später bremsen? Noch früher aufs Gas? Noch näher an die weiße Linie? Und irgendwann ist der Kopf lauter als der V6. Genau dort verliert man Zehntel – nicht auf der Strecke, sondern im Kopf.

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Pérez wirkt nicht bitter. Eher klar. Fast erleichtert. Der Cadillac wartet, eine neue Aufgabe, ein anderes Kapitel. Man spürt, wie er die Hände – mental – wieder an ein Lenkrad legt, das nicht den Vergleich mit dem Mann auf der anderen Seite des Garagentors diktiert. Ein Auto mit eigener Stimme, nicht mit einem Echo.

Kurz gesagt

Für Sergio Pérez hält kein Formel-1-Pilot neben Max Verstappen wirklich stand – schon gar nicht im Kosmos von Red Bull. Der Mexikaner, nach der schweren Saison 2024 verabschiedet und für 2026 im Cadillac verabredet, sagt es ohne Pathos: Selbst ein Hamilton würde neben dem vierfachen Titelverteidiger leiden. Weil es dort nicht nur um Rundenzeiten geht, sondern um das tägliche Ringen mit einer Maschine, die Perfektion fordert – und einem Teamkollegen, der sie liefert.

Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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