Auch wenn er längst nicht mehr an der Boxenmauer von Haas mitdirigiert, lässt Günther Steiner die Fortschritte von Ollie Bearman nicht untergehen. Mexiko-Stadt, dünne Luft, Motoren schnaufen – und der junge Brite legt eine Runde hin, die sich anfühlt wie ein sauber gezogener Strich mit dem Skalpell.
Für Steiner ist die Sache heuer klar: Bearman ist der Neuling, an dem man die Latte anlegt. Nach Platz vier beim Grand Prix von Mexiko – auf einem Kurs, der jeden Fehler laut durchs Megafon schreit – sieht er in ihm den Rookie des Jahres 2025.
Bester Rookie des Jahres
Der frühere Haas-Teamchef spricht über Beermann nicht wie über eine Zahl in einer Tabelle, sondern wie über einen Fahrer, der das Auto zum Leben bringt. In Mexiko egalisierte der Brite den 2018er Referenzwert von Romain Grosjean: Platz vier – und damit das beste Haas-Ergebnis seit damals. Das ist nicht nur Statistik. Das ist ein Gefühl in der Box, ein Klicken im Teamfunk. Steiner, hörbar stolz, erinnert daran, dass er Bearman 2023 ins Boot geholt hat: ein Vertrag, sagt er mit einem Augenzwinkern, der Geruch von Benzin und Bauchgefühl in einem. Für ihn führt kein Weg daran vorbei, Bearman als stärksten Rookie zu sehen — was sonst? Der Plan sei simpel gewesen: liefert er in FT1, bekommt er mehr FT1 im Jahr darauf. So kam es 2024 auch — nur war Steiner da schon weg. Sein halb ernster Nachsatz, via motorsport.nextgen erzählt: Wäre er noch am Kommandostand, würde der Bursch mittlerweile um Siege fahren…
Was in Mexiko zu sehen war, taugt als Beweisstück A. Keine überhasteten Korrekturen, keine Zappelei am Lenkrad — die Quali sauber, der Renntrim reif. Zuvor hatte Bearman typische Neulingspatzer im Gepäck, echte Schnitzer, die ihm auch reichlich Strafpunkte eingebracht haben. Und ja: zwei Zähler trennen ihn aktuell von einer Rennsperre — das liegt wie eine dünne Eisschicht unter jedem Bremsmanöver. Doch dort, wo die Höhenluft den Motor kneten und die Reifen wie Kaugummi über die Linie ziehen, setzte er keinen Fuß daneben. Präzise. Ruhig. Wirksam. Was will man da noch draufsetzen?
Kurz gefasst
Auch ohne Haas-Posten hebt Günther Steiner die Entwicklung von Ollie Bearman hervor. Mit Platz vier in Mexiko zog der Brite mit Romain Grosjeans Bestmarke gleich – das beste Haas-Ergebnis seit 2018.

