HomeAuto-TestJeep Recon: Amerikanischer Elektro-4x4 jetzt offiziell

Jeep Recon: Amerikanischer Elektro-4×4 jetzt offiziell

Angekündigt war er schon 2022, jetzt rollt er endlich über amerikanischen Asphalt: der Jeep Recon. Ein elektrischer Kletterer mit Kanten wie ein Werkzeugkasten, mit dem Selbstbewusstsein eines Wrangler – nur eben ohne Auspuff. Und ja, Europa steht auch am Plan: Ende 2026 soll er zu uns kommen. Zeit wurde es.

Er hat Verspätung, keine Frage. Der Recon hat mehrmals gewartet, Luft geholt, fast so, als hätte der Konzern schon die Hand am Ausschalter gehabt. Eigentlich für 2024 versprochen, kommt die Serienversion knapp zwei Jahre später. Spätzünder? Vielleicht. Dafür wirkt er jetzt umso entschlossener.

Sein Auftritt ist bekannt – und doch noch immer ein kleiner Schock. Ein Auto wie mit dem Lineal gezeichnet: streng kubische Flächen, Quadrat-Scheinwerfer, die die legendären sieben Schlitze in der Front optisch verlängern, massiv gepanzerte Stoßfänger. Er sieht nicht nach Lifestyle aus. Er schaut nach Arbeit. Türen und Teile der Seitenscheiben? Werkzeuglos abnehmbar. Das Dach? Ebenfalls. Ein Ritual wie beim Wrangler – weil der Recon denselben Freiheitsdrang teilt.

Jeep Recon Innenraum Der Innenraum spielt auf zwei Klaviaturen: fein und zäh, Lounge trifft Werkzeugbank.

Innen wird’s haptisch. Camel-farbene Sitze ziehen sich wie ein sauberer Pinselstrich über Türen und die breite Mittelarmlehne. Vor dem Beifahrer eine querliegende Halteleiste – die man nicht nur sieht, sondern in der ersten Schotterwelle instinktiv packt. Gebürstete, gerillte Einleger geben Metall-Geschmack, ohne kalt zu wirken. Das zentrale Display streckt 14,5 Zoll in die Fläche, dahinter Uconnect 5 in seiner jüngsten Ausbaustufe: flink, sauber animiert, angenehm direkt. Die Instrumente sitzen auf 12,3 Zoll – klar, scharf, ohne Theater. Praktisch: Der Kofferraum wächst auf bis zu 1.860 Liter, wenn die Rückbank flach macht; vorne gibt’s zusätzlich 85 Liter Frunk – perfekt für Ladekabel oder das Bordgepäck, das man schnell erwischt.

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Großer Akku, aber bescheidene Reichweite

Ganz Strom, keine Ausreden. Zwei E-Motoren – einer pro Achse – stemmen zusammen 650 PS und 840 Nm. Der Allrad ist selbstverständlich fix dabei, und mit Selec-Terrain stehen Fahrprogramme bereit, die mehr sind als Icons am Bildschirm: Schnee, Sand, Fels – der Recon lässt sich charakterlich an die Oberfläche anpassen. Der Sprint auf 100 km/h? 3,7 Sekunden. Kein Krawall, nur ein entschlossener Stoß nach vorn. Die Batterie bringt 100 kWh unter den Boden, das Ergebnis sind rund 400 Kilometer Reichweite laut Marke. Das klingt nach wenig. Ist es im Alltag oft nicht – aber die gerade Wand steht der Aerodynamik im Weg. Physik bleibt stur.

Jeep Recon mit abgenommenen Türen Türen runter, Dach weg, Luft rein: Der Recon kann die große Freiheit – wie der Wrangler.

Damit er den Namen Jeep nicht nur trägt, sondern verdient, hat man ihm das passende Werkzeug eingepackt: ein Offroad-Fahrwerk mit 24 Zentimetern Bodenfreiheit, ein elektronisch sperrendes Differential und eine Tempoführung für steile Gefälle, die den Fahrer vom Pedaltreten befreit und den Kopf frei macht fürs Lenken. Die Winkel sind ernst gemeint: 33,8 Grad vorn, 33,1 Grad hinten – Zahlen, die man erst versteht, wenn der Hang vor der Haube plötzlich Himmel wird. Und wem das noch nicht rau genug ist, der greift zur Moab-Variante: hinten mit begrenzt schlupfendem Differential, eigenem Fels-Programm und insgesamt noch mehr Kletterlaune – vorerst für die USA und Kanada.

Gebaut wird das Ganze in Toluca, Mexiko. Zuerst fährt er in Nordamerika vor, dann zieht die Exportwelle an. Europa? Sehr wahrscheinlich, mit Start gegen Ende 2026. Preise? Vorerst Stille – die Kalkulation bleibt noch hinter der Garage.

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Fotos: Motornews

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Marken und Modelle:JEEP

Kurz zusammengefasst

Seit 2022 im Gespräch, jetzt in den USA Realität: der elektrische Jeep Recon mit kantigem Wrangler-Charme und ernsthaften Offroad-Fähigkeiten. Europa ist für Ende 2026 vorgesehen – mit 650 PS, 100-kWh-Batterie, rund 400 Kilometern Reichweite und Details, die draußen Sinn machen: abnehmbare Türen, robuste Hardware, klare Kletterwinkel. Ein Auto mit Charakter. Nicht leise, aber ehrlich.

Otto
Ottohttps://www.motornews.at
Otto ist Chefredakteur von MotorNews, wo er seine umfassende Erfahrung im Automobiljournalismus einbringt. Mit seiner Leidenschaft für die Welt der Autos und neuen Technologien leitet Konrad seit über 15 Jahren Redaktionsteams bei Fachpublikationen. Seine Fachkenntnisse reichen von Fahrzeugtests über Markttrends und technische Innovationen bis hin zu den ökologischen Herausforderungen der Automobilbranche. Mit einem scharfen Sinn für Analyse und einem präzisen Schreibstil sorgt er dafür, dass die Gemeinschaft der Autofans mit qualitativ hochwertigen Inhalten versorgt wird, während er die Herausforderungen der Zukunft der Mobilität erforscht. Konrad beaufsichtigt den redaktionellen Prozess und sorgt für eine umfassende und fesselnde Berichterstattung über das aktuelle Geschehen in der Automobilbranche. Für Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : otto@motornews.fr
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