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Kia EV4 GT enthüllt früher als erwartet

Kaum hat die Kia EV4 in Europa die ersten Schauräume erreicht, kündigt sich schon ihr ungeduldiger Zwilling an: die GT-Variante. Man spürt es sofort — die Linien werden schärfer, der Blick strenger, die Haltung tiefer. Wie bei EV6 und EV9 will Kia auch hier nicht nur mehr Tempo versprechen, sondern mehr Temperament. Keine glatte Infografik – eher ein erhobener Puls.

Die Fakten tröpfeln offiziell, aber eindeutig: Ende Oktober tauchen auf Kias europäischem Presseportal die ersten Fotos eines dicken Tarnkleids auf. Das reicht, um die Phantasie arbeiten zu lassen. Laut Marke soll die EV4 GT 2026 in den Handel rollen; ein konkretes Datum spart sich Kia noch. Überraschung ist das keine: Schon beim Kia EV Day im Februar 2025 war die „Grand-Tourisme“-Ableitung angeteasert worden. Jetzt riecht’s nach Vollzug. Vorsichtig formuliert, aber mit diesem typischen Unterton: Geduld, sie kommt.

Neon-Grün als Handschlag

Die Folierung ist dunkel, das Statement hell: Neon-Grün blitzt, wo es wirken soll. Die Bremssättel setzen den Punkt, eine Linie ackert vom vorderen Kotflügel Richtung C-Säule, Zierstreifen flüstern über die Schulterpartie. Am Dach und auf der Haube ziehen dezente Bänder, die sich hinten zur Heckklappe hin treffen — kein Geschrei, eher ein gezielter Blick. Dazu ein eigenes Aero-Kleid: spezielle Felgen, eigenständige Schürzen, ein ernstes Gesicht. Hinten wartet ein glänzend schwarzer Diffusor, in den eine schmale Lichtsignatur mit fünf kleinen, senkrechten Lamellen eingelassen ist. Könnte Nebellicht sein. Könnte ein Augenzwinkern Richtung Formel 1 sein. Sicher ist: Der Auftritt will nicht nur gefallen, er will erinnern.

Kia EV4 GT getarnt auf Erprobungsfahrt EV4 GT mit neu gezeichneten Schürzen; am Heck ein schwarzer Diffusor mit eigenständiger Lichtsignatur.

Technik? Kia bleibt schmallippig. Die Serien-EV4 tritt derzeit mit 204 PS an, ein einzelner Motor an der Vorderachse — sauber, effizient, unaufgeregt. Die Frage liegt auf der Straße: Wie viel mehr traut sich die GT? Schaut man zu den großen Brüdern, findet man in den Baureihen EV6 und EV9 Zweimotor-Setups um 385 PS — und darüber hinaus echte Kraftakte: 650 PS beim EV6 GT, 508 PS beim EV9 in seinen stärkeren Ausbaustufen. Realistisch für die EV4 GT? Irgendwo um die 400 PS. Vorausgesetzt, Plattform und E-Architektur lassen die Zügel locker. Wenn nicht, wird’s spannend — dann muss Charakter die Zahlen tragen.

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Die Konkurrenz steht schon am Startblock und knetet die Handschuhe: Volkswagen ID.3 GTX (286 oder 326 PS), Cupra Born (325 PS), MG4 XPower (435 PS). Allesamt kompakt, allesamt elektrisch, alle mit dieser kleinen Portion Pfeffer, die man bei Nieselregen auf der Landstraße spürt. Die EV4 GT müsste da nicht brüllen — ein fester Händedruck in der Lenkung, ein ehrliches Herausbeschleunigen aus der Kehre, ein Fahrwerk, das nicht poltert, sondern denkt. Das wäre die Art Sportlichkeit, die in Österreichs Alltag taugt: kurvige Bundesstraße, halbvolle Batterie, die Berge als Kulisse.

Bis die Zahlen kommen, bleibt das Bauchgefühl. Kia inszeniert keine Dragster-Show, sondern die Aussicht auf ein stimmiges Paket. Optik mit Funkeln, Technik mit Spielraum, und dieser leichte Hauch von „Wir könnten, wenn wir wollten“. Man hört noch keinen Motor, aber man merkt: Das Auto atmet anders.

Fotos: Motornews

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Kurz gesagt

Kaum in Europa angekommen, kriegt die Kia EV4 bald Zuwachs: eine GT, schärfer im Blick und kräftiger im Antritt — im Geiste von EV6 und EV9, mit bissigerem Design und Leistung, die nicht nur in Zahlen spricht, sondern in den Händen.

Otto
Ottohttps://www.motornews.at
Otto ist Chefredakteur von MotorNews, wo er seine umfassende Erfahrung im Automobiljournalismus einbringt. Mit seiner Leidenschaft für die Welt der Autos und neuen Technologien leitet Konrad seit über 15 Jahren Redaktionsteams bei Fachpublikationen. Seine Fachkenntnisse reichen von Fahrzeugtests über Markttrends und technische Innovationen bis hin zu den ökologischen Herausforderungen der Automobilbranche. Mit einem scharfen Sinn für Analyse und einem präzisen Schreibstil sorgt er dafür, dass die Gemeinschaft der Autofans mit qualitativ hochwertigen Inhalten versorgt wird, während er die Herausforderungen der Zukunft der Mobilität erforscht. Konrad beaufsichtigt den redaktionellen Prozess und sorgt für eine umfassende und fesselnde Berichterstattung über das aktuelle Geschehen in der Automobilbranche. Für Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : otto@motornews.fr
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