Der Morgen ist kühl, der Asphalt noch dunkel vom Nachtregen. Der Stonic steht da, frisch gestriegelt, als hätte er heuer ein zweites Mal kräftig durchgeatmet. Die neue Nase – schärfer, selbstbewusster – blinzelt in den Tag. Drinnen zwei 12,3-Zoll-Displays, wie Zwillinge, die synchron atmen. Kia hat die Preise freigelegt. Und ja: das Facelift greift tief ins Blech, ohne beim Kassabon die Contenance zu verlieren.
Seit Jahren klettern die Neuwagenpreise wie Bergziegen. Segment egal. Wer heute in der Stadt-SUV-Klasse unter 20.000 Euro sucht, wühlt fast mit der Taschenlampe. Ein Citroën C3 Aircross kratzt es an (ab 19.900 €), der Dacia Duster stemmt sich ebenfalls knapp drunter (19.990 €). Der Kia Stonic sitzt just darüber – seit 2017 im Geschäft, jetzt mit einem zweiten Lifting, das nicht nur Falten glättet, sondern Haltung formt.
Wie bei der kleinen Schwester Picanto im Vorjahr hat Kia beim Stonic großflächig neu gezeichnet. Außen das frische Markengesicht, innen ein Cockpit, das digital flüstert statt analog zu rufen. Unter der Haube zieht Mildhybrid-Technik ein, dezent, aber spürbar. Die Ausstattung macht einen Sprung nach vorn. Und das Ganze? Schon nach wenigen Wochen im Preisblatt – transparent, unaufgeregt, fast trotzig angesichts der Kostenwelle.
Preise, die am Boden bleiben
Die gute Nachricht zuerst: Trotz der Frischzellenkur bleibt der Stonic am Teppich. Der Aufschlag am Einstiegsmodell? 500 Euro. Das Basismodell heißt Motion und ruft jetzt 23.290 € auf. Dafür gibt’s nicht nur die Schlüssel, sondern auch die Basics, die den Alltag entkrampfen: manuelle Klimaanlage, ein zentrales 12,3-Zoll-Touchdisplay mit Navigation und Smartphone-Spiegelung, Rückfahrkamera, ein 6-Lautsprecher-System, Tempomat. Unterm rechten Fuß arbeitet der bekannte 1,0-Liter T-GDI mit 100 PS, gekoppelt an eine präzise 6-Gang-Handschaltung. Der Dreizylinder räuspert sich beim Kaltstart wie ein Barista vor dem ersten Espresso, wird dann ruhig – und zieht willig, ohne zu murren.
Wer aufrüsten will, greift zur Ausstattungslinie Active. Plus 2.000 €, dafür plus Bequemlichkeit: automatische Klimatisierung, Regensensor, elektrisch anklappbare Spiegel, LED-Licht, abgedunkelte Scheiben, Dachreling und 16-Zoll-Alus. Dinge, die man nicht auf dem Prospekt liebt, sondern im Alltag. Wenn’s plötzlich schüttet. Wenn’s eng ist im Parkhaus. Wenn die Nacht früh hereinbricht.

Das Cockpit wurde neu gedacht: zwei 12,3-Zoll-Bildschirme, dicht nebeneinander, als würden sie sich zuraunen, was als Nächstes kommt.
Der Stonic lässt sich auch mit der 7-Gang-Doppelkupplung (DCT7) kombinieren – eine Wahl für jene, die den Stadtverkehr nicht mit Kupplungsfuß austricksen möchten. In der Linie Active startet diese Automatik bei 26.790 €. Wer mehr Drehmomentkissen und eine Prise Effizienz sucht, steigt in den 115-PS-Mildhybriden ein: 24.490 € mit 6-Gang-Schalter (Motion) oder 27.690 € als DCT7 (Active). Und ganz oben: GT-Line – die mit etwas sportlicher Attitüde, ohne zu brüllen – ausschließlich mit dem 1,0 T-GDI MHEV und 115 PS. Ein Anzug, der passt, ohne zu kneifen.
Und wie hält er sich gegen die anderen?
Vergleiche sind im SUV-Segment wie Ampelstarts. Man blickt rüber, nickt knapp, und dann zählt nur, wer sauber wegkommt. Ein Renault Captur beginnt bei 26.400 € in der Ausstattung Evolution – wahlweise als Eco-G (Autogas-tauglich) mit 100 PS oder als TCe 115. Der Toyota Yaris Cross? Rein hybrid, ab 28.800 €, sehr effizient, sehr vernünftig – fast zu brav, bis die Batterie mitmurmelt. Der Peugeot 2008 positioniert sich eine halbe Stufe höher, startet bei 28.050 € mit dem 1,2-Liter-Turbo (100 PS). Frisch aktualisiert ist auch der Seat Arona: ab 20.660 € mit 1,0-Liter und 95 PS, oder ab 23.070 € mit 115 PS und 7-Gang-DSG. Noch ohne jede Elektrifizierung – ein bisschen wie Filterkaffee in einer Welt voller Cappuccinos. Ehrlich. Aber eben ohne Schaumkrone.

Das Facelift zitiert Kias jüngste Modelle – inklusive der E-Flotte. Opposites United nennt die Marke das: klare Kanten, weiche Flächen, ein Augenzwinkern dazwischen.
Preise Kia Stonic Facelift (Oktober 2025):
| Preis (in €) | Motion | Active | GT-Line |
| 1,0 T-GDI 100 PS 6-Gang (BVM6) | 23.290 | 25.290 | – |
| 1,0 T-GDI 100 PS DCT7 | – | 26.790 | – |
| 1,0 T-GDI MHEV 115 PS 6-Gang (BVM6) | 24.490 | 26.290 | 29.090 |
| 1,0 T-GDI MHEV 115 PS DCT7 | – | 27.690 | 30.490 |
Der Innenraum? Nicht nur hübsch gemacht, sondern sinnvoll sortiert. Die Touchflächen reagieren ohne Zicken, die analogen Resttasten bleiben da, wo man sie im Dunkeln findet. Die Grafik wirkt modern, doch nicht bemüht. Das Lenkrad liegt satt in der Hand – ein bisschen dicker Kranz, der auf langen Distanzen nicht ermüdet. Der Dreizylinder? Er grollt beim Beschleunigen, setzt danach auf einen gedämpften Ton – loyal, nie aufdringlich. In der Hand schnalzt die 6-Gang-Box sauber von Rast zu Rast; die DCT wechselt die Gänge im Alltag unauffällig, als hätte sie zugehört, bevor sie entscheidet. Man spürt: Der Stonic will nicht protzen. Er will funktionieren. Und wenn’s kurvig wird, hält das Fahrwerk die Karosserie in Schach, ohne die Zähne zusammenzubeißen. Ein ehrlicher Kerl.
Zurück zum Preis: In einer Welt, in der die Ecken runder und die Rechnungen höher werden, bleibt der Stonic erstaunlich vernünftig. Die 500 Euro Extra am Einstieg wirken wie ein Schlagrahm auf dem Verlängerter: spürbar, aber kein Drama. Vor allem, weil das Paket daneben wächst – mehr Ausstattung, mehr Assistenz, mehr Ruhe.
Warum also der Stonic? Weil er nicht schreit, sondern spricht. Weil er sich in die Stadt fügt, ohne sich darin zu verlieren. Und weil er auf der Landstraße ein bisschen lächelt, wenn man die Lenkung anlegt. Kein Showstar. Mehr ein souveräner Partner, der pünktlich ist und selten schlechte Laune hat. Kurz: Er sucht nicht die Bühne. Er mag die Straße – höflich, aber bestimmt.
Fotos: Hersteller
