Oscar Piastri trägt diese zähen Wochen mit geradem Rücken. Und er sagt es ohne Umschweife: Die Durststrecke am Saisonende hat mit McLaren nichts am Hut — kein Drama hinter den Garagentoren, keine versteckte Agenda.
Er fährt durch den Herbst wie man durch feuchten Morgennebel fährt: konzentriert, die Hände ruhig am Lenkrad, das Hirn hellwach. Piastri weiß, dass die letzten Grands Prix gescheppert haben. Er nimmt das nicht persönlich, sondern sportlich. Er betont, dass sein Zugang gleich geblieben ist — vom Bremsdruck bis zur Linienwahl, vom eigenen Rhythmus bis zur Zusammenarbeit über Funk. Auch das Team, sagt er, arbeite wie eh und je: gleiche Aufmerksamkeit, gleiche Datenflut, gleiche Sorgfalt an der Vorderachse, wenn es ums Setup (also die Einstellungen) geht. Kein Rückzug, keine kalte Schulter. Manchmal beißt der Wagen, manchmal rollt er, manchmal verschluckt sich ein Wochenende an Kleinigkeiten — ein Windstoß am Kurvenausgang, ein unglückliches Safety-Car, ein Tracklimit, das genau dort kneift, wo man am liebsten tief in die Kurve hineinatmet. So ist Rennfahren: mal singt der Motor, mal räuspert er sich.
McLaren bleibt unparteiisch
Kein Bruch, keine abnehmende Hingabe, kein doppelter Standard — so beschreibt Piastri die Lage, und man glaubt ihm, weil der Ton stimmt. In der Box herrscht die gewohnte Ruhe: Daten, Entscheidungen, Schraubenschlüssel — alles im Takt. Die jüngsten Schrammen auf dem Ergebnisblatt? Eher die Summe aus vielen kleinen Faktoren, wie ein Belag, der plötzlich weniger Haftung bietet, eine Strecke, die dem Heck nicht schmeckt, oder diese Nachmittage, an denen das Auto einfach nicht in den Körper klickt. Das ist kein Technik- oder Strategie-Vakuum, sondern das bewegte Wetter dieses Sports: Anpassung an neue Asphalttemperaturen, Verkehr in der Quali, ein Verbremser, der den Reifensatz verschwendet. Man spürt förmlich, wie das Chassis arbeiten will — und manchmal nicht darf. Doch die Mannschaft bleibt stoisch. Sie greift nicht nervös ins Regelwerk der Abläufe ein, sie justiert geduldig — Klick für Klick, Sturz, Spur, Flügel — bis das Paket wieder in die Hand passt wie ein gut eingetragener Handschuh.
Kurz gesagt
Für McLaren wie für Piastri ist dieses Saisonfinale eine Werkbank: lernen, feilen, heuer noch Haltung bewahren und mit offenem Visier Richtung 2026 denken. Die Serie war hart, ja — aber der Blick bleibt klar, die Schultern locker. Dankbar fürs Team. Hartnäckig am Gas. Und ohne Ausreden.

