HomeF1McLaren, Piastri: Ein Weltmeister rechnet mit dessen Selbstgefälligkeit ab

McLaren, Piastri: Ein Weltmeister rechnet mit dessen Selbstgefälligkeit ab

Alors que le championnat est bientôt fini, un ancien pilote balance sur la fin de saison de Piastri

Die Meisterschaft biegt auf die Zielgerade ein, die Motoren klingen schon ein wenig heiser — und genau da meldet sich ein ehemaliger Weltmeister zu Wort. Lando Norris hat seinen McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri im Klassement wieder überholt, und Jacques Villeneuve sieht den Grund nicht im Zufall, sondern in Charakter und Timing: Piastri, zu selbstgewiss; Norris, endlich wach.

Eine späte Wende

Jetzt trennen die beiden McLaren-Piloten gerade einmal ein einziger Punkt zugunsten von Lando Norris. Vor ein paar Rennen sah das noch ganz anders aus. Früh in der Saison führte Piastri das interne Duell deutlich an, 34 Zähler vor Norris, nachdem dessen Motor in Zandvoort kapituliert hatte. Fünf Grands Prix später war der Puffer verdunstet wie nasser Asphalt in der Sonne — und mit dem Sieg in Mexiko schlug die Nadel Richtung Brite aus. „Zu Beginn hatten wir keinen überragenden Lando. Nicht den Lando vom Ende des Vorjahres. Und man hörte ständig: Piastri hat einen Sprung gemacht, jetzt ist er auf Augenhöhe, vielleicht sogar schneller. Aber war es wirklich Piastris Aufschwung — oder Lando, der schlicht nicht im Takt war? Er sagte oft, das Auto liege ihm nicht richtig. Und genau das kann einen jungen Fahrer bequem machen. Wenn dein einziger Maßstab der eigene Teamkollege ist, schiebst du diesen letzten Atemzug, das letzte Zehntel, gern vor dir her.“ so legt es Weltmeister Jacques Villeneuve nahe, zitiert von motorsport.com. Man hört die Untertöne: weniger Vorwurf als Diagnose, mehr Fahrerlager-Flair als Stammtisch.

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Für Villeneuve sind die zähen Wochen von Austin bis Mexiko kein Zufall, sondern ein Signal. Der Abstand zu Norris, der Blick auf die Zeitenlisten, dieses leise Sirren im Kopf, wenn die Telemetrie nicht das sagt, was man fühlen möchte — das alles kann einen Piloten in eine Spirale ziehen, die schwer zu stoppen ist. „Hebt dein Nebenmann das Tempo nur ein bisschen an, fragst du dich plötzlich: Wie bleibe ich dran? Und dann fährst du quer. Nichts greift mehr. Es kriecht in den Kopf — und du wirst langsamer, obwohl du mehr willst. Du erfindest Abstimmungen, die es nicht gibt. Du zweifelst an deinem Stil. Du siehst die Daten: Im einen Eck ist der andere um ein Zehntel besser. Und du willst deine Art zu fahren verbiegen. Genau da kippt es. Erinner dich an das, was funktioniert — und dreh die Schraube nur ein Stück weiter.“

Das klingt nach Schraubenschlüssel und Seelenlage zugleich. Piastri, sonst kühl wie ein Morgen im Pitlane-Schatten, wirkt seit Austin ein wenig verkrampft; Norris dagegen, der Anfang des Jahres wie auf zu weichen Reifen unterwegs war, hat Grip gefunden — im Auto und im Kopf. Der McLaren zeigt es auch: die Nase beißt früher, die Hinterachse bleibt loyal, der Wagen rollt williger über die Kerbs. Wenn der Teamkollege aufwacht, wird die Box zum Spiegelkabinett. Wer hineinschaut, sieht nicht nur Technik, sondern sich selbst.

Heuer ist das Titelbild simpel: Zwei Fahrer, ein Auto, eine Linie, die schmaler wird, je weiter die Saison atmet. Wer die letzte Bremsung später setzt, nimmt die Geschichte mit. Norris hat es in Mexiko getan. Piastri muss jetzt antworten — nicht mit Worten, sondern mit dem Gefühl im rechten Fuß. Keine großen Gesten. Ein sauberer Einlenkpunkt reicht oft.

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Kurz gefasst

Die Meisterschaft geht in die letzte Runde, und ein Ex-Pilot kritisiert Piastris Saisonende unverblümt. Hinter Lando Norris zurückgefallen, soll der McLaren-Fahrer laut Jacques Villeneuve an einer Spur Selbstzufriedenheit gelitten haben — während Norris endlich zupackte.

Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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