HomeAuto-TestMercedes CLA Verbrenner günstiger als Elektro-Variante?

Mercedes CLA Verbrenner günstiger als Elektro-Variante?

Die Morgendämmerung hängt noch nass über der Stadt, die Straße riecht nach Regen und kaltem Asphalt. Die neue CLA rollt lautlos an, kriecht im Stau im reinen E‑Modus dahin, als wollte sie gar nicht auffallen. Dann ein kurzes Antippen des Gaspedals, die Elektrik reicht die Hand weiter an den Vierzylinder – weich, nahtlos, fast höflich. Mercedes hat sie zuerst als reinen Stromer auf die Bühne gestellt; jetzt kommt die Mildhybrid-Fraktion dazu. Angeblich als leistbarer Einstieg. Angeblich…

Im Frühjahr hat Mercedes die neue CLA-Generation mit vollem Elektro-Paukenschlag losgeschickt. 800‑Volt-Architektur – das ist Hochspannung im besten Sinn –, die je nach Version und Akku Ladeleistungen von 200 bis 320 kW zulässt. Heißt: kurzer Stopp, großer Schluck. Dazu ein Aerodynamik-Kleid, das den Wind nicht bekämpft, sondern umgarnt, und – selten in dieser Klasse – ein Zweigang-Getriebe für den E‑Antrieb, das der Effizienz bei Tempo hilft. Ein paar Monate später rücken die Verbrenner nach, aber nicht als gestriges Gegenprogramm, sondern als clever verkabelte 48‑Volt-Mildhybride für alle, die mit der reinen Lehre Strom noch fremdeln.

Unterm Blech arbeitet ein 1,5‑Liter-Vierzylinder mit Turbo, auf Miller-Zyklus getrimmt – sprich: der Motor atmet lang, verbrennt schlank, spart Sprit, ohne grantig zu werden. Die Achtgang-Doppelkupplung sitzt wie ein Dirigent dazwischen und hat den E‑Motor gleich integriert – keine Umwege, keine Reibungsverluste. Eine Lithium‑Ionen-Batterie mit 1,3 kWh macht den Stadtverkehr leiser und die Kaltstarts sanfter: Bis zu 100 km/h kann die CLA regelmäßig rein elektrisch dahinrollen, solange nicht mehr als 22 kW – also 30 PS – gefragt sind. Im Stop-and-Go ist das ein Segen. Das Auto atmet, statt zu hecheln.

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Drei Leistungsstufen, drei Stimmungen

Der 1,5‑Liter tritt in drei Ausprägungen an: 136, 163 und 190 PS. Die E‑Unterstützung bringt zusätzliche 30 PS mit – in Summe stehen also 156, 184 oder 211 PS an. Vorn ziehen? Geht. Mit Allrad? Geht auch. Das Temperament spürt man im Drehmoment: 200 Nm beim Einstiegsmodell, 250 Nm in der Mitte, und bis zu 300 Nm beim CLA 220 mit 211 PS. Von 0 auf 100 km/h? Zwischen 8,8 und 7,1 Sekunden – je nach Version. Vmax? 218 bis 240 km/h. Zahlen, klar. Auf der Straße heißt das: Ein sanftes Anfedern untenrum, dann ein sauberes Durchatmen, und wenn’s sein muss, ein kurzer Biss in den Asphalt. Nicht brutal. Bestimmt.

Mercedes CLA Preise Überraschung am Kassenzettel: Die thermische CLA kostet als Basis sogar ein Mü mehr als der Einstiegs-Stromer.

Beim Preis lässt die CLA Mildhybrid die Stirn runzeln. Man hätte erwartet, dass die Variante mit kleinerem Technikfeuerwerk günstiger antritt. Tut sie nicht. In Frankreich startet die thermische CLA bei 48.350 Euro – 300 Euro über dem elektrischen Basismodell mit 224 PS und 58‑kWh‑Akku (ab 48.050 Euro). Die CLA 200 mit 184 PS? Klettert knapp über die 50‑Tausender-Marke: 50.250 Euro in der Ausstattung Progressive Line. Das ist nicht skandalös – aber auch nicht der erwartete Preis-Joker. Der Marketing-Sprech sagt “zugänglicher”. Der Preiszettel sagt: na ja.

Preislich fast auf Augenhöhe mit dem Stromer

Oben in der Nahrungskette steht der CLA 220 (211 PS) ab 53.550 Euro – exakt auf dem Level der elektrischen CLA “250+ mit EQ‑Technologie” (272 PS, ab 53.450 Euro), die laut Papier bis zu 792 Kilometer Reichweite bietet. Da müssen die Argumente anderswo herkommen: Klang, Gefühl, Langstreckenrhythmus mit kurzen Tankstopps – Sie wissen schon. Immerhin rückt die Welt wieder gerade, wenn man ganz nach oben schaut: Die stärkste Elektro‑CLA, die 350 4Matic mit 354 PS, beginnt bei 62.150 Euro. Eine thermische CLA mit 211 PS und 4Matic? Startet bei 56.050 Euro. Der Abstand ist da. Fühlbar.

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Mercedes sortiert die Ausstattung mit drei Paket-Schubladen: Advanced Plus (1.500 Euro), Premium (2.750 Euro) und Premium Plus (6.450 Euro). Dazu gibt’s reichlich Spielraum fürs Ego: Progressive Line, AMG Line oder Business Line für Flotten – schwarze Zierleisten per Sport Black Paket, viele Lacktöne, diverse Sitzbezüge. Die CLA kann elegant, sportlich, seriös. Wie ein Anzug beim guten Schneider: passt, wenn man weiß, was man will.

Preise Mercedes CLA (November 2025):

Preis (in €) Progressive Line Business Line AMG Line Business Line Executive
CLA 180 156 PS 48 350 49 550 53 100 56 100
CLA 200 184 PS 50 250 51 450 55 000 58 000
CLA 200 4Matic 184 PS 53 000 54 200 57 750 60 750
CLA 220 211 PS 53 550 54 750 58 300 61 300
CLA 220 4Matic 211 PS 56 050 57 250 60 800 63 800

Fotos: Motornews

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Kurz gefasst

Erst als reiner Stromer vorgestellt, bekommt die neue Mercedes CLA‑Generation jetzt Mildhybrid‑Benziner mit 48‑Volt‑Netz – gedacht als leistbarere Alternative. Klingt logisch. Beim Blick auf die Preise relativiert sich’s…

Marken und Modelle: MERCEDES‑BENZ – CLA (seit 2013)

Und wie fährt sie? Wie eine CLA eben fahren will: kultiviert im Flüstermodus, ehrlich, wenn’s nach Leistung verlangt, und immer mit diesem nüchternen Selbstbewusstsein, das man eher von guten Barkeepern kennt. Sie prahlt nicht. Sie liefert.

Otto
Ottohttps://www.motornews.at
Otto ist Chefredakteur von MotorNews, wo er seine umfassende Erfahrung im Automobiljournalismus einbringt. Mit seiner Leidenschaft für die Welt der Autos und neuen Technologien leitet Konrad seit über 15 Jahren Redaktionsteams bei Fachpublikationen. Seine Fachkenntnisse reichen von Fahrzeugtests über Markttrends und technische Innovationen bis hin zu den ökologischen Herausforderungen der Automobilbranche. Mit einem scharfen Sinn für Analyse und einem präzisen Schreibstil sorgt er dafür, dass die Gemeinschaft der Autofans mit qualitativ hochwertigen Inhalten versorgt wird, während er die Herausforderungen der Zukunft der Mobilität erforscht. Konrad beaufsichtigt den redaktionellen Prozess und sorgt für eine umfassende und fesselnde Berichterstattung über das aktuelle Geschehen in der Automobilbranche. Für Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : otto@motornews.fr
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