HomeAuto-TestMercedes G-Klasse Diesel senkt Preis – doch es gibt einen Haken

Mercedes G-Klasse Diesel senkt Preis – doch es gibt einen Haken

Leise, fast verschmitzt, schiebt Mercedes Frankreich dem G eine neue Lunge unter — ein Diesel, sechs Zylinder, mild elektrifiziert. Der Motor startet mit einem tiefen, brummenden Räuspern, die Karosserie vibriert minimal, als würde der Wagen sagen: Na gut, packen wir’s. Vernunft auf dem Papier, Kraft in den Beinen. Und doch: Der Preis zwickt, der französische Malus beißt. Hart.

Frühjahr 2024: Der G rollt erstmals rein elektrisch auf die Bühne. Parallel dazu bleiben die Verbrenner an Bord, jeweils leicht elektrifiziert — weil im Gelände Drehmoment oft mehr zählt als Effekthascherei. In Frankreich stand bis vor Kurzem nur Benzin im Programm: der G 500 mit 3,0-Liter Reihensechser-Biturbo und 449 PS sowie der G 63 mit 4,0-Liter V8 und 585 PS. Beide mit 48-Volt-Mildhybrid, der bis zu 20 PS beisteuert. Anderswo gab’s auch einen „kleinen“ Diesel. Bei uns? Bisher Fehlanzeige. Bis jetzt.

Seit Anfang Oktober ergänzt der G 450d das französische Angebot. Herzstück: ein 3,0-Liter Reihensechser-Diesel mit 367 PS. Intern hat man darüber länger gerungen, heißt es — am Ende ergab es Sinn: etwas günstiger als der G 500 Benziner, dafür mit mehr Nutzkraft beim Klettern und Ziehen. Der 48-Volt-Booster (bis zu 20 PS Unterstützungsleistung) hat hier ein dankbares Umfeld: 750 Nm stemmen aus dem Keller, wo der G 500-Benziner „nur“ 560 Nm bietet. Gekoppelt ist das alles an die 9G‑Tronic, die schaltet wie ein geübter Barkeeper mixt: flüssig, zielsicher, ohne Theater. Allrad ist selbstverständlich, der Würfel auf Rädern stürmt bis 210 km/h, den Sprint auf 100 erledigt er in 5,8 Sekunden. 2,5 Tonnen Lebendgewicht? Spürt man. Aber der Diesel trägt’s mit stoischer Ruhe. 100 Liter fasst der Tank, der Verbrauch laut Mercedes: 8,7 bis 9,9 l/100 km. Gegenüber dem Benziner (über 11 l/100 km) ist das die Gelassenheit nach dem zweiten Kaffee.

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Teurer als der Stromer — sobald der Malus mitfährt

Als neue Einstiegsvariante startet der G 450d ab 161.951 €. Der G 500 mit 449 PS liegt bei 171.601 €, der V8-G 63 beginnt bei 206.951 €. Ja, der Diesel öffnet die Tür ein wenig weiter. Aber die Musik spielt in Frankreich nicht nur an der Kasse, sondern auch beim CO₂-Malus: Mit 235 g/km (der G 500 kommt auf 257 g) kassiert der 450d 2025 den maximalen Zuschlag von 70.000 € — 2026 sind’s gar 80.000 €. Ein sanftes 48‑Volt‑Band am Arm verhindert den Hieb nicht.

Mercedes G-Klasse Diesel G 450d Der G 450d hat ein 48‑Volt‑Mildhybridsystem – am französischen Maximal-Malus fährt er trotzdem nicht vorbei.

Rechnet man Malus und Zulassung (Carte grise) hinzu, wird’s kurios: Die elektrische Variante (ab 176.151 €) kommt unterm Strich günstiger. Noch. Denn aktuell sind Öko-Malus und Gewichts-Malus im Paket auf 70.000 € gedeckelt — eine Decke, die in den kommenden Jahren lüften könnte. Und auch besonders schwere Elektroautos genießen beim Gewichts-Malus derzeit Nachlässe. Voraussichtlich nur bis 2026. Die Regeln ändern sich, die Rechnung gleich mit.

Preise Mercedes G‑Klasse (Oktober 2025):

Preis (in €) AMG Line AMG
G 450d (Diesel MHEV) 3.0 367 PS 161.951
G 500 (Benzin MHEV) 3.0 449 PS 171.601
G 63 (Benzin MHEV) 4.0 585 PS 206.951
G 580 EQ (elektrisch) 587 PS 176.151

Fotos: Motornews

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Marke und Modell:MERCEDES‑BENZG

Kurz gesagt

Mercedes Frankreich stellt dem G leise, aber bestimmt, einen Diesel zur Seite: Reihensechser, mild hybridisiert. Kraftvoll, effizient, charakterstark — doch mit einem Preis und einem Malus, die den Applaus dämpfen.

Otto
Ottohttps://www.motornews.at
Otto ist Chefredakteur von MotorNews, wo er seine umfassende Erfahrung im Automobiljournalismus einbringt. Mit seiner Leidenschaft für die Welt der Autos und neuen Technologien leitet Konrad seit über 15 Jahren Redaktionsteams bei Fachpublikationen. Seine Fachkenntnisse reichen von Fahrzeugtests über Markttrends und technische Innovationen bis hin zu den ökologischen Herausforderungen der Automobilbranche. Mit einem scharfen Sinn für Analyse und einem präzisen Schreibstil sorgt er dafür, dass die Gemeinschaft der Autofans mit qualitativ hochwertigen Inhalten versorgt wird, während er die Herausforderungen der Zukunft der Mobilität erforscht. Konrad beaufsichtigt den redaktionellen Prozess und sorgt für eine umfassende und fesselnde Berichterstattung über das aktuelle Geschehen in der Automobilbranche. Für Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : otto@motornews.fr
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