Bei Mercedes ist der Blick längst auf 2026 gerichtet. Man spürt es im Ton der Funkgeräte, in der Art, wie die Ingenieure Sätze beenden — kurz, knapp, vorwärts. Da braut sich etwas an, schwer und ambitioniert, für die nächste große Wende.
Die Formel 1 kennt keine Langschläfer. Wer heuer im Mittelfeld verdaddelt, muss übermorgen doppelt so früh aufstehen. Genau das passiert in Brack… in den Werkshallen, wo das Licht länger brennt als die Kaffeemaschine durchhält. Jede Abteilung feilt an der Basis: welches Material, welche Architektur, welcher Kompromiss wird 2026 zum Vorteil? Das ist kein Marketing-Projekt, das ist Fließbandpoesie — geduldig, stur, präzise. Am Rand des Brasilien-GP hat George Russell zwischen Boxenlärm und Gummigeruch durchblicken lassen, wie weit die Sache gediehen ist. Man arbeitet, sagt er, damit die kommenden Grands Prix für ihn und den jungen Kimi Antonelli nicht erst auf der Strecke beginnen, sondern schon im Kopf fertig sind. Vorbereitung als Waffe.
Und dann dieser Satz, trocken wie eine Gerade in Interlagos gegen Abend: Rund 95 Prozent der Mannschaft stecken bereits in 2026. Die Crew an der Strecke? Das sind die letzten Frontkämpfer, die heuer die aktuelle Maschine am Leben halten — tapfer, detaillverliebt, manchmal mit der Zärtlichkeit eines Uhrmachers, manchmal mit der Härte eines Maurers. Aber die Entwicklungsströme fließen längst woanders hin. Selbst im Simulator, erzählt Russell, fährt er fast nur noch das Auto von morgen. Nicht träumen, spüren. Die Software gibt eine neue Welt aus, die Hände gewöhnen sich schon an andere Reaktionen, andere Geräusche, ein anderes Temperament. Der Fokus ist klar. 2026 ist nicht fern. Es ist bereits täglich Übung.
Zwischen den Zeilen steckt eine Erkenntnis: Mercedes will der großen Regelneustart nicht mit Ausreden begegnen, sondern mit einem Paket, das greift wie frische Slicks im warmen Fenster. Weniger Show, mehr Substanz. Wenn’s funktioniert, werden Russell und Antonelli es zuerst an der Lenkung fühlen — dieses ehrliche Einrasten, wenn Technik und Idee ein Team bilden.
Kurz gesagt
George Russell lässt durchblicken: Bei Mercedes arbeitet fast die gesamte Truppe bereits am Projekt 2026. Auf dem Papier ist heuer noch Betrieb, in den Köpfen brummt aber schon die nächste Ära. Im Simulator sitzt Russell (und bald Antonelli) in der Zukunft, während die Streckencrew das aktuelle Auto zu Ende tanzt. Schweres Gerät in Vorbereitung, mit einem Ziel: 2026 nicht hinterherfahren, sondern den Takt vorgeben.

