Österreichs erstes wasserstoffbetriebene Auto fährt in Tirol

Das weltweit erste Wasserstoff-Elektrofahrzeug in Serienproduktion – der Hyundai  ix35 FCEV – wurde im Rahmen des EU-HyFIVE Projektes in der Autowelt Denzel-Unterberger an Wasser Tirol übergeben. Interessentenfahrten zum europaweit führenden IIT-Wasserstoffzentrum in Bozen sind ab sofort möglich. Wenn im Frühjahr die planmäßige Eröffnung einer kommerziellen Wasserstofftankstelle in Innsbruck erfolgt, werden fünf weitere Hyundai ix35 Fuel Cell in Tirol unterwegs sein, das absoluter Vorreiter in Österreich ist.

Am Freitag den 21.11.2014 wurde in der Innsbrucker Autowelt Denzel-Unterberger das erste Wasserstoff-Elektrofahrzeug in Serienproduktion – der Hyundai  ix35 FCEV – an das Team von Wasser Tirol, Projektpartner des prioritären EU-Projektes HyFIVE  (Hydrogen For Innovative Vehicles) übergeben. Bei der ersten Interessentenfahrt nach Bozen konnten LHStv Josef Geisler und die Pressevertreter selbst mit dem neuen Wasserstoff-Elektroahrzeug fahren, die Betankung des Fahrzeuges an der Wasserstoff-Tankstelle in Bozen vornehmen und  die Herstellung, Verdichtung und Lagerung des Wasserstoffs  im IIT-Wasserstoffzentrum miterleben.

Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ist europaweiter Pionier bei Wasserstoff-Technologie

 

LHStv Josef Geisler:
Diese Technologie eröffnet uns völlig neue Perspektiven für den Umbau unseres Energiesystems im Allgemeinen und des Mobilitätssystems im Speziellen. Der Tiroler Energiezug fährt auf das erklärte Ziel hin, bis zum Jahr 2050 CO2–frei und energieautonom zu sein. Aufgabe der Politik ist es, die richtigen Weichenstellungen für diese Zugreise vorzunehmen.
Der Einstieg in die Wasserstofftechnologie ist für mich eine mindestens gleich wichtige Weichenstellung wie jene der letzen Wochen zum Bau der Wasserkraft -Speicherkraftwerke im Kühtai und Kaunertal und Tempo 100 auf der Autobahn zur Bekämpfung der CO2-, Feinstaub-, und Lärmbelastungssymptome. Mit der Wasserstofftechnologie können wir uns jetzt endlich auch an die Ursachenbekämpfung dieser Symptome heran machen und zudem den Strom auch aus den Wasserkraftwerken im Lande besser für die eigenen Zwecke verwerten,
freut sich Geisler.
Ich werde mich in den nächsten Wochen um eine merkbare Unterstützung dieses H2-Mobilitätsprojektes durch das Land Tirol kümmern, damit möglichst viele Tiroler Interessenten zu einem erschwinglichen Mietpreis dieses revolutionäre Fahrzeug selbst mieten und kennen lernen können,
sagt Geisler abschließend.

 

Weitere fünf serienmäßig hergestellte Wasserstoffautos werden im Frühjahr 2015 in Tirol zum Einsatz kommen, sobald die OMW-Wasserstoff-Tankstelle in der Andechsstraße direkt neben dem ÖAMTC in Betrieb geht. Die von der EU geförderten Fahrzeuge werden von der Firma Hyundai Import GmbH und der Wasser Tirol – Wasserdienstleistungs-GmbH  geleast und betrieben.
Zusammen mit der HyFIVE- Tankstelle und der Fahrzeugflotte in Bozen erschließen wir im „Green-Corridor“ der Europaregion Tirol/Südtirol/Trentino die – in dieser Form weltweit erste – Wasserstoffautobahn von München bis Verona. Mit dem Bau der Tankstelle Roveretto-Süd in Trient erreichen wir dann im nächsten Jahr das letzte Teilstück des Green Corridor bis Carpi,
sagt Dr. Ernst Fleischhacker, Projektorganisator und Geschäftsführer der Strategiefirma Fensystems.

 

160 km/h Spitzengeschwindigkeit, 600 km Reichweite, kein Geräusch und hinten kommt Wasserdampf raus

Der Hyundai ix35 FCEV, welcher im Rahmen des EU-HyFIVE Projektes ausgeliefert wird, entstammt einer ersten Serie von 1.000 Autos für den weltweiten Einsatz.

Das Brennstoffzellenpaket im Motorraum wandelt Wasserstoff und Umgebungsluft in elektrischen Strom um, der wiederum den Elektromoter speist und direkt für den Antrieb an der Vorderachse sorgt. Die Nennleistung des Elektromoters beträgt 100 KW (136 PS), das Drehmoment ist mit 300 NM zu beziffern. Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges beträgt 160 km/h. Die bei einem Bremsvorgang anfallende Energie wird rückgewonnen und im einem 24 Kw/h Lithium Polymer Akku zwischengespeichert. Mittels eines nur rund 3 Minuten dauernden Tankvorgangs wird eine Reichweite von rund 600 km erreicht. Die Umweltbilanz des Antriebs kann sich dabei sehen lassen: als Ausscheideprodukt gibt es lediglich Wasserdampf und damit  0 Gramm CO2,

erklärt Hyundai Österreich-Geschäftsführer Mag. Roland Punzengruber die Technologie des Fahrzeuges.

Ein hochgradig motiviertes Team der Autowelt Denzel-Unterberger in Innsbruck arbeitet an diesem strategischen Innovationsprojekt der künftigen Mobilitätslogistik mit.

Wir sind für das Full- Service der Fahrzeuge verantwortlich. Unsere Leute waren dafür extra auf Schulungen in Deutschland,

sagt Betriebsleiter Mag. Klaus Kluckner.

Interessentenfahrten ab Jänner möglich!

Für die Organisation der Tiroler H2-Fahrzeugflotte im Rahmen des HyFIVE-Projektes ist die Wasser Tirol – Wasserdienstleistungs-GmbH verantwortlich.

Wir organisieren ab sofort weitere Fahrten von weiteren Interessenten mit Dr. Ernst Fleischhacker nach Bozen und werden ab 2015 die Vermietung der 5 HyFIVE – Fahrzeuge durchführen. Diese können dann zwischen 1 Tag und 48 Monaten gemietet werden,
sagt der Wasser Tirol-Geschäftsführer  DI Rupert Ebenbichler.

 

Die Organisatoren zeigten sich über das Echo der ersten Interessentenfahrt, bei der die Mobilitätskonsumenten der Zukunft die gesamte Dimension der technischen und logistischen Revolution selbst miterleben konnten, mehr als zufrieden.
Eine der wichtigsten Aufgaben der integralen Energie-, Klima-, Ressourcen- und Nachhaltigkeitsstrategie ist es, derartige Infrastrukturen vorzubereiten. Angebot und Nachfrage im ständigen Spannungsfeld des ökologischen, ökonomischen und sozialen Ausgleichs werden entscheiden, welche Mobilitätslogistik wir im Jahr 2050 haben werden,

sagt der Stratege Dr. Ernst Fleischhacker abschließend.

Interessenten können sich ab sofort melden unter:

Wasser Tirol – Wasserdienstleistungs-GmbH
Salurner Straße 6, 6020 Innsbruck
Tel.:  +43 512 209100 oder +43 699 1209 1000
office@wassertirol.at

 FACT SHEET
Green-Corridor der Europaregion Tirol/Südtirol/Trentino

basiert auf einem Beschluss des Dreier-Landtages vom 30.03.2011 in dem u.a. festgelegt wurde: „…Der Grüne Korridor Brenner mit einer Vielzahl an Projekten im Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz ist zudem ein Motor für die heimische Wirtschaft. Innovative Energietechnologie bietet unternehmerische Chancen und sichert und schafft qualifizierte Arbeitsplätze in der Europaregion…, …die Landesregierungen von Tirol, Südtirol und dem Trentino werden dazu aufgefordert, alle erforderlichen Maßnahmen in den Bereichen Verkehrsverlagerung und Energieeffizienz zu treffen, um das Ziel der Reduktion der derzeitigen Emissionen in Übereinstimmung mit dem Beschluss Nr. 16 des Dreier-Landtags vom 29. Oktober 2009 in Mezzocorona zu erreichen“.

HyFIVE (Hydrogen For Innovative Vehicles)
ist ein prioritäres Projekt der Europäischen Union mit 15 Projektpartnern, welche insgesamt 110 Wasserstoff-Elektrofahrzeuge (FCEVs fuel cell electric vehicles) von fünf Autokonzernen (Daimler, Hyundai, Honda, BMW, Toyota) zum Einsatz bringen und für ein Wasserstofftankstellennetz in drei Clustern  insgesamt 6 neue Wasserstofftankstellen mit 12 bestehenden der Betreiber  Air Products, Linde, OMV, ITM Power und Copenhagen Hydrogen Network vernetzen.
Das Tiroler HyFIVE – Projekt ist in den Süd-Cluster unter der Federführung von IIT (Institut für Innovative Technologien) in Bozen eingegliedert. Innerhalb dieses Projektes wird  für die Europaregion Tirol/Südtirol, Trentino der Einstieg in die Wasserstofftechnologie vorbereitet.  Das Land Tirol hat die Wasser Tirol – Wasserdienstleistungs–GmbH  damit beauftragt, am HyFIVE Projekt als assoziierter Partner im Interesse des Landes teilzunehmen und die Wasserstoffautobahn im Sinne der Tiroler Energiestrategie vorzubereiten.
Tirol 2050 Energieautonom:

Die Tiroler Landesregierung hat im Jahr 2012 das Ziel „Energieautonomie bis 2050“ verabschiedet. Basis dafür bildet die Tiroler Energie-, Klima-,  Ressourcen- und Nachhaltigkeitsstrategie, die auch im Arbeitsübereinkommen der Landesregierung 2013–2018 verankert wurde.

Nachhhaltigkeit nach E. Fleischhacker (1994, 2008):

Ständiger Ausgleich von Ökologie, Ökonomie und Sozialem, bei dem keines der verbindenden Seile je reißen darf.

Umbau des Tiroler Energiesystems:
sieht eine Reduktion des Energiebedarfes von – 50% und Zubau ernauerbarer Energien aus eigenen Ressourcen von +30 % sowie die „völlige CO2-Freiheit“ vor.
Wasserstoffstrategie für Tirol:
Für die effizientere Nutzung der eigenen Ressourcen und den Umbau des Mobilitätssystems wurde im Arbeitsübereinkommen der Landesregierung 2013-2018 festgelegt: „Die Unterstützung  von Projekten zur lokalen Selbstverwertung von Strom mittels Wasserstofferzeugungsanlagen, tageszeitliche Zwischenspeicherung des Stroms in Wasserstoff-Smart-Grid-Anlagen zur Wiederverwendung beim Abnehmer und zur Verteilung des Wasserstoffes an ausgewählten Tankstellen“
Das erste serienmäßig erzeugte Wasserstoffauto:
Der Hyundai ix35 FCEV, wird bis 2015 in einer Auflage von 1.000 Autos produziert. Das Brennstoffzellenpaket im Motorraum wandelt Wasserstoff und Umgebungsluft in elektrischen Strom um, der wiederum den Elektromoter speist und direkt für den Antrieb an der Vorderachse sorgt. Die Nennleistung des Elektromoters beträgt 100 KW (136 PS), das Drehmoment ist mit 300 NM zu beziffern. Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges beträgt 160 km/h. Die bei einem Bremsvorgang anfallende Energie wird rückgewonnen und in einem 24 KW  Lithium- Polymer-Batteriesystem zwischengespeichert. Mittels eines nur rund 3 Minuten dauernden Tankvorgangs wird eine Reichweite von rund 600 km erreicht. Die Umweltbilanz des Antriebs kann sich dabei sehen lassen: als Ausscheideprodukt gibt es lediglich Wasserdampf, also 0 Gramm CO2.

 

© Foto Wolfgang Lackner / Österreichs erstes wasserstoffbetriebene Auto fährt in Tirol

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