Die Saison sitzt noch warm im Sitzpolster, und doch schaut Isack Hadjar schon über den Boxenausgang hinaus auf 2026 – dorthin, wo der Rennwagen eine neue Sprache sprechen wird. Der Motor räuspert sich, die Lenkung spannt an, und im Kopf klickt es wie ein gut geöltes Schaltgestänge: Vorbereitung ist alles.
Heuer, 2025, läuft es für den Franzosen. Aber sein Horizont liegt weiter vorne: 2026. Er betrachtet dieses Jahr als Einrollrunde für den großen technischen Schwenk, der kommt – neue Aerodynamik, neue Antriebseinheiten, ein anderes Gefühl am Lenkrad. Die Maschine ändert ihren Charakter, der Fahrer seine Handschrift.
Die große Vorbereitung
Seine Zukunft? Noch offen. Bleibt er bei den Racing Bulls, oder öffnet sich die Tür zu Red Bull – neben Max Verstappen? Zandvoort hat sie hörbar einen Spalt weiter aufgehen lassen: der erste Formel‑1‑Podestplatz beim Großen Preis der Niederlande. Das war kein Zufall, eher ein sauber gesetzter Haken in einer windigen Kurve. Und plötzlich wirkt Yuki Tsunodas Platz nicht mehr unerreichbar.
Was Hadjar besonders schätzt: Auf der Kommandobrücke stehen Leute mit Ingenieursblick. Führungskräfte, die wissen, wie ein Drehmomentschlüssel klingt. Für einen Piloten ist das Gold wert – Geschäftssinn und Technikverständnis in einer Person, ein doppelter Boden, auf den man treten kann, ohne dass es federt. So hat er es sinngemäß auch durchblicken lassen, wie von motorsport.nextgen wiedergegeben. Man merkt ihm an: Er will nicht nur fahren, er will das Auto lesen.
Nächstes Jahr wird umgebaut – tief im Blech und tief im Code. Chassis, Aero, Hybrid‑Aggregat: das ganze Paket wird neu sortiert. Das verlangt vom Fahrer ein Umdenken, am Lenkrad wie im Datenraum. Die Entwicklungsarbeit wird gewaltig, fast schon eine zweite Meisterschaft neben der Meisterschaft. Hadjar weiß, dass seine Rückmeldungen den Kurs setzen müssen – präzise, nüchtern, ohne Eitelkeit. 2025 ist Trainingslager, das sagt er offen. 2026 wird Kopfarbeit. Dann gewinnt, wer fühlen und denken kann, wer den Reifen zuhört und der Balance eine Richtung gibt. Nicht nur der, der am spätesten bremst… sondern der, der am frühesten versteht.
Kurz gefasst
Nach einer sehr starken Saison richtet Isack Hadjar den Blick auf 2026, wenn am Formel‑1‑Boliden viel neu gezeichnet wird. Seine Zukunft im Rennstall ist noch unentschieden – weiter bei den Racing Bulls oder der Sprung zu Red Bull –, doch er nutzt 2025 bewusst als Vorbereitungsjahr auf den technischen Umbruch mit neuer Aerodynamik und überarbeiteten Antriebseinheiten.

