Der Mexiko-GP ist eben abgeflaggt, die Luft riecht noch nach warmem Gummi und staubiger Höhenluft. Red Bull hatte vollmundig angekündigt: Gleich nach dem Rennen wird die Fahrerpaarung für 2026 aus dem Sack gelassen. Und dann: keine Trommelwirbel, kein großer Reveal. Eher ein sauberes Lupfen vom Gas. Ein Boxenstopp für die Planung.
Umschwenken in letzter Minute
Laurent Mekies, sachlich im Ton, aber mit feinem Gehör für Zwischentöne, hat die Hand gehoben und gesagt: warten. Nicht aus Laune, sondern aus Beobachtung. Er will Yuki Tsunoda und Isack Hadjar noch ein bisserl länger fahren sehen, Rundenzeiten riechen, Konstanz schmecken, Reaktionen im Verkehr lesen. Das widerspricht freilich dem Vorstoß von Dr. Helmut Marko, der das Nach-Mexiko-Fenster bereits festgezurrt hatte. So ist Racing: am Funk klingt es klar, auf der Strecke ist es grauschattiert.
Mekies nutzte das Mikrofon, um Tsunoda für dessen Wochenende zu loben. Der Rhythmus? Schnell. Manchmal sogar verblüffend schnell. Sinngemäß sagt er: Wir haben den Kurs geändert, ja. Die Verträge liegen am Tisch, die Bleistifte sind gespitzt, aber die Burschen legen zu, Rennen für Rennen, und überraschen uns immer wieder. Auch wenn’s heute nicht jeder gesehen hat: Yuki hat ein starkes Rennen hingelegt, phasenweise knapp am Takt von Max, bis ein zäher Boxenstopp ihm den Flow aus dem Auto nahm. Also keine Hauruck-Aktion. Zeit geben, atmen lassen — die Entscheidung kommt, nur nicht zackzack.
Das Timing verschiebt sich also. Und während Verstappen auf dem Podest staubtrockene Höhenmeter abfeiert, bleibt die Fahrerliste für 2026 unter der Abdeckung. Die Fans? Müssen sich noch ein wenig gedulden. So wie vor einer fliegenden Runde: kurz die Schultern lockern, tief Luft holen, und dann — wenn’s soweit ist — wird durchbeschleunigt.
Kurz gefasst
Der Mexiko-GP ist vorbei, das angekündigte Line-up von Red Bull für 2026 jedoch nicht gekommen. Laurent Mekies bremst den Schnellschuss, will Tsunoda und Hadjar weiter im echten Renntempo bewerten. Trotz Markos früherer Ansage wird die Entscheidung vertagt — mit einem Schulterklopfen für Tsunodas Tempo und der klaren Botschaft: lieber richtig entscheiden als nur schnell.

