HomeF1Red Bull: Klares Team-Dementi zu 2026

Red Bull: Klares Team-Dementi zu 2026

Man hörte das Knistern schon in der Boxengasse von Mexiko-Stadt – nicht vom Auspuff, mais vom Gerede. McLaren warf einen langen Schatten, Andrea Stella vorneweg, und flüsterte in die Mikrofone, Red Bull würde heuer weiter am 2025er Boliden feilen, weil 2026 noch im Nebel liegt: Red Bull–Ford, neuer Antrieb, viele Fragezeichen. Red Bull? Hat kurz geschnaubt, dann die Türen aufgerissen. Helmut Marko mit scharfer Kante, Laurent Mekies mit ruhiger Hand. Beide unisono: So ist es nicht. Und nein – niemand opfert 2026, nur damit Max am Ende von 2025 die fünfte Krone in Serie aufsetzt. Das wäre zu simpel. Zu billig. Vor allem: falsch.

Red Bull kontert McLaren – und räumt auf

Mekies legt es hin wie eine saubere Linie durch die Peraltada: Das hat mit 2026 nichts am Hut. Wenn man jetzt die Saison austrudeln ließe, ohne das aktuelle Auto bis zum letzten Zehntel auszuwringen, dann würde man in zwei Jahren mit zu viel Restzweifel in der Tasche anrücken. Darum steckt das Team bewusst noch Energie in den 2025er – nicht aus Nostalgie, sondern weil jedes Update ein Messpunkt ist, jedes Bauteil ein kleines Geständnis: Was funktioniert? Was nicht? Und vor allem: Warum?

Die Worte klingen nicht wie PR, eher wie ein Ingenieur, der das Lenkrad fühlt. Man will bestimmte Bereiche schärfen, Tempo finden, die Werkzeuge kalibrieren, die Methoden erden. Das gibt Vertrauen. In die Windkanalzahlen, in die Simulationen, in die Art, wie das Auto auf der Strecke atmet. Ja, dadurch bleibt unterm Strich ein bisserl weniger Zeit und Saft für das komplett neue Projekt 2026. Aber das ist kein Unfall, das ist eine bewusste Entscheidung – mit Preisetikett. Man zahlt ihn, weil der Gegenwert stimmt.

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Und der Vorwurf, da schwinge Leistungsangst mit? Mekies winkt ab. Es geht nicht darum, Schwächen zu verstecken, sondern darum, Prozesse zu verifizieren. Heute testen, morgen anwenden – nahtlos. Wenn sich eine Methode jetzt bewährt, dann darf sie 2026 in den großen Auftritt. Wäre die Gefahr groß, dem nächsten Auto wehzutun, hätte man längst abgebogen. So einfach. So nüchtern. So Red Bull.

Nebenbei: Der Seitenhieb von McLaren hat in Milton Keynes keine Jubelstürme ausgelöst. Klar nicht. Aber anstatt die Stimme zu heben, dreht man lieber am Set-up. Auf der Strecke zählen keine Gerüchte, nur Rundenzeiten. Und in der Box klingt der Schlagschrauber überzeugender als jede Pressezeile. Was das für Verstappen heißt? Nicht, dass man 2026 auf dem Altar eines fünften Titels 2025 opfert. Eher das Gegenteil: Wer jetzt sauber arbeitet, fährt später gelassener. Der Bolide lernt, die Crew lernt – und das nächste Reglement kommt nicht wie ein Montagmorgen, sondern wie ein gut gezapftes Achterl: ruhig, klar, verlässlich.

Kurz und bündig

Red Bull stellt klar: Es gibt kein 2026-Opfer für einen möglichen fünften Meistertitel von Max Verstappen Ende 2025. Die Entscheidung, den 2025er Wagen weiterzuentwickeln, ist kein Ausdruck von Unsicherheit beim künftigen Red Bull–Ford-Antrieb, sondern eine strategische Wette auf Erkenntnisse – Tools schärfen, Methoden bestätigen, Tempo finden – damit 2026 nicht mit Fragezeichen, sondern mit gefühlter Sicherheit beginnt. McLarens Andeutung? Zur Kenntnis genommen. Auf der Strecke beantwortet.

Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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