HomeF1Red Bull: Liam Lawson gesteht: 'Ich werde es nie wirklich wissen'

Red Bull: Liam Lawson gesteht: ‚Ich werde es nie wirklich wissen‘

Liam Lawson spricht offen über den Kaltstart seiner Saison — und darüber, wie schnell bei Red Bull die Tür ins Schloss gefallen ist. Kein Drama in der Stimme, eher dieses trockene Lächeln eines Piloten, der weiß, wie hart der Sport atmet. Motoren röcheln im Hintergrund, die Boxengasse riecht nach Benzin und neuen Reifen — und Lawson bleibt ruhig. Fast zu ruhig.

Es ging fix, viel zu fix: Nach nur zwei Grands Prix der Saison 2025 war für den Neuseeländer bei Red Bull schon wieder Schluss. Eigentlich war er als Nachfolger von Sergio Pérez für das Ende 2024 vorgesehen, doch der Stuhl drehte sich, Yuki Tsunoda rückte hoch — und Lawson landete bei den Racing Bulls, der kleinen Schwester mit dem gleichen Puls, aber weniger Scheinwerfern. Neben Isack Hadjar tat er sich anfangs schwer, den Takt zu treffen; neue Garage, neues Lenkradgefühl, ein Auto, das erst Vertrauen fassen muss. Dann, langsam, setzte sich der Rhythmus. Die Ergebnisse wurden kerniger, griffiger. Spätestens mit Platz fünf beim Aserbaidschan-GP in Baku hat er dem Auto die Hand gegeben — und es hat zurückgedrückt.

Auf die Frage nach seiner frühen Degradierung und seinem heuer bei den Racing Bulls gelebten Jahr antwortet Lawson ohne Schlenker. Wie Motorsport Next Gen berichtet, wirkt er entwaffnend ehrlich. Kein Schuldiger, kein großes Pathos — nur der nüchterne Blick nach vorn und der Blick zurück, der knirscht, aber nicht frisst.

Lawson wird es wohl nie wirklich wissen

„Wenn ich ehrlich bin: Den wahren Grund werde ich wohl nie erfahren. Ich kann mir diese Saison im Rückspiegel anschauen und sehe viel, das mich weitergebracht hat. Heute sitze ich deutlich bequemer im Cockpit als damals, als ich mitten in die Teamwechsel hineingeworfen wurde. Am Anfang jagst du dem Tempo hinterher — Runde um Runde, Bremsmarke für Bremsmarke. Je länger das Jahr wurde, desto mehr hat sich das Auto aufgemacht, und ich mich auch. Klar, man kann immer sagen: Da wäre mehr gegangen. Auf dem Papier schaut’s mittlerweile besser aus, keine Frage. Aber persönlich bleibt genug, woran ich weiterfeile, Dinge, die ich mir für die nächsten Renneinsätze einbrennen will.“

So klingt keiner, der die Vergangenheit poliert. Eher einer, der die Lehne aufrichtet und die nächste Kurve im Kopf schon anvisiert. Die Entlassung? Laut, ja — aber sie hallt nicht mehr. Der Fahrer atmet wieder, das Chassis vertraut wieder, der Takt passt wieder. Und wenn die Sonne tief steht über einem Kurs wie Baku, wenn die Wände näher rücken und die Gerade dich mit 320 km/h anblinzelt, dann zählt nicht mehr, wer dich wo abgestellt hat. Dann zählt nur, wie sauber du den nächsten Einlenkpunkt triffst. Kurz: Lawson hat die Hand am Kragen seines Jahres — und lässt nicht mehr los.

Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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