HomeF1Red Bull: Verstappen verärgert über sein Team wegen 'Spielchen' mit McLaren

Red Bull: Verstappen verärgert über sein Team wegen ‚Spielchen‘ mit McLaren

Die Startaufstellung riecht nach Bremsstaub und Sonnencreme, die Motoren halten den Atem an — und irgendwo zwischen McLaren-Orange und Red-Bull-Blau klebt ein schmaler Streifen Tixo, unschuldig wie ein Post-it am Kühlschrank. Ein kleines Ritual, ein Blickanker für Lando Norris. Bis jemand vom Nachbarstall regelmäßig die Hand ausstreckt und ihn abzieht wie ein Preisetikett. Kinderei? Vielleicht. Aber im Fahrerlager wird aus solchen Nebensächlichkeiten schnell ein Kapitel.

McLaren markiert seit einiger Zeit den Bereich rund um Norris’ Startbox mit einem Klebeband — ein pragmatischer Kompass für die Sekunden, in denen das Herz schneller schlägt als die Logik. Red Bull wiederum hat sich angewöhnt, diesen Streifen kurz vor dem Anrollen zur Einführungsrunde zu entfernen. Diesmal wurde daraus mehr als ein Stirnrunzeln: Die Österreicher kassierten 50.000 Euro Strafe, davon 25.000 Euro bedingt, weil ein Teammitglied Anweisungen der Rennleitung missachtet und Regeln rund um das Positionieren vor dem Formationsstart verletzt haben soll. Der Mitarbeiter wollte, so heißt es, noch einmal zur Boxengasse zurück, um genau dieses Tixo an Norris’ Platz zu entfernen. Zwei Teams, ein Klebeband — und plötzlich schreibt die Bürokratie mit.

Max Verstappen hat dafür wenig übrig. Für ihn ist das Theater um den Streifen nicht mehr als ein lauwarmer Kaffee vor dem Start: es steht da, aber keiner braucht ihn. Er verweist auf die gelbe Linie in der Startbox — jene schlichte Markierung, die jedem Fahrer sagt: hier, genau hier. Aus seiner Sicht bringt ein paar Zentimeter vor oder zurück nichts, außer einem Hauch Selbstberuhigung. Manche pflegen eben Rituale, andere verlassen sich auf die Linie. Verstappen gehört klar zur zweiten Sorte. Dieser kleine Schlagabtausch, der schon länger zwischen den beiden Topteams läuft, wirkt auf ihn wie ein Witz, der zu oft erzählt wurde. Er schaut auf seine Markierung, stellt das Auto ab, fertig. Alles andere? Kulisse.

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Und dann war da noch Austin, wo — so schildert es Verstappen — das Schließen des „Tors“ in der Boxengasse diesmal länger gedauert hat als üblich. Die Stewards hätten das sehr klar erläutert. Ergebnis: Die Strafe ist nachvollziehbar, sagt er, und hat in Wahrheit nicht einmal primär mit dem Klebeband zu tun. Regel ist Regel — die Prozedur darf man nicht verzögern. Punkt. Kein Drama, nur Verwaltung mit Biss.

Auf der anderen Seite der Mauer nimmt man’s mit Humor. Lando Norris, sonst feinnervig am Lenkrad, spricht davon, wie unterhaltsam die ganze Chose sei. Ein Tixo hier, ein Grinsen dort — vielleicht, weil McLaren weiß, dass Rituale in der Formel 1 Seile sind, an denen man sich festhält, wenn der Puls auf 180 steht. Und vielleicht, weil sie spüren: Manchmal macht genau dieses Menschliche den Sport so greifbar. Ein Tonband aus Lärm und Nerven — und mittendrin ein Klebestreifen, der mehr Bühnenzeit bekommt, als er verdient.

Kurz gesagt

Die Affäre rund ums Klebeband zwischen McLaren und Red Bull geht Max Verstappen auf die Nerven: Für ihn ist das ein sinnloses Spielchen ohne sportlichen Mehrwert, während McLaren — Lando Norris voran — die Sache eher mit einem Augenzwinkern sieht. Red Bull wurde mit 50.000 Euro (davon 25.000 bedingt) belegt, weil ein Teammitglied trotz Anweisung der Stewards in die Prozedur vor der Einführungsrunde eingegriffen haben soll. Verstappen verweist auf die gelbe Linie in der Startbox, konzentriert sich auf sein eigenes Positionieren und hält die Strafe in Austin für nachvollziehbar — nicht wegen des Tixos, sondern weil man die Abläufe einfach nicht aufhalten darf.

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Lea Bertrand
Lea Bertrand
Léa Bertrand ist Redakteurin bei MotorNews, wo sie sich durch ihr Fachwissen über Autos und ihre redaktionellen Fähigkeiten auszeichnet. Sie absolvierte einen Master in Journalismus an der Universität Wien (Österreich) und ergänzte ihre Ausbildung mit einer Spezialisierung auf Autojournalismus am Salzburger Institut für Journalismus. Ihre akademische Laufbahn in Österreich ermöglichte es ihr, eine internationale Sicht auf die Automobilbranche zu erlangen und einen einzigartigen analytischen Ansatz zu entwickeln. Ihre Arbeit bei MotorNews umfasst Analysen zu technologischen Innovationen in der Automobilbranche, Fahrzeugtests und die Untersuchung von Marktentwicklungen, wobei sie auch eine ökologische und ökonomische Dimension einbezieht. Lea interessiert sich besonders für neue Mobilitätsformen und nachhaltige Lösungen, die die Zukunft der Branche prägen. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie sie per E-Mail kontaktieren : lea.bertrand@motornews.fr
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