Max Verstappen zieht vor dem Grand Prix von Las Vegas eine eher bittere Zwischenbilanz.
Am Wochenende rollt die Formel 1 über den Strip, und Verstappen weiß: heuer ist kein Platz für Ausrutscher. 49 Zähler fehlen ihm auf Spitzenreiter Lando Norris, drei Läufe bleiben noch – das ist viel, zu viel vielleicht. Er kommt nach Las Vegas mit Lust aufs Fahren, aber auch mit diesem nüchternen Blick, der jede Illusion auf das fünfte Stück Silber in Serie beiseiteschiebt. Sollte Norris am Ende des Wochenendes neun Punkte mehr einfahren als der Niederländer, klappt das Buch Titelkampf noch vor dem finalen Kapitel zu. Auf gut Deutsch: Es bräuchte ein Wunder. Vor der grellen Neonwand des Strips klingt seine Stimmung gedämpft, realistisch – wie ein Motor im Leerlauf, der weiß, dass der Sprint zur Ampel lang und der Tank an Optionen knapp wird. Gegenüber den Medien lässt er wenig Pathos zu, eher diese trockene Ehrlichkeit, die im Fahrerlager lauter ist als jede Fanfare.
Verstappen, nüchtern – fast fatalistisch
Er sagt es ohne Umwege: Das sind viele Punkte. Mit viel Glück bis zum Schluss ginge sich’s vielleicht aus, aber daran will er sich nicht festbeißen. Sein Plan klingt schlicht und handfest, ohne großen Zuckerguss: saubere Wochenenden, eins nach dem anderen, bis die Zielflagge in Abu Dhabi fällt. Dann wird das Kapitel zugeklappt, eine Verschnaufpause eingelegt – und nächstes Jahr neu aufgesattelt. Sein Ton verrät keine Kapitulation, eher die Ruhe eines Piloten, der weiß, wie sich ein nervöser Hinterreifen anfühlt und wann man ihn trotzdem im Zaum hält. Red Bull im Rücken, die Stadt als Flutlichtbühne, der Asphalt kalt wie ein Kellergang: Verstappen wird nicht einfach Platz machen. Er wird anbeißen. Aber er weiß, dass der Titelzug heuer nicht mehr auf Zuruf bremst.
Kurz gesagt
Las Vegas wartet, und Verstappen darf sich keinen Fehltritt leisten: 49 Punkte Rückstand auf den führenden Lando Norris, noch drei Rennen. Wenn Norris an diesem Wochenende neun Zähler mehr holt, ist der Titel weg. Der Niederländer tritt den Start mit Lust am Fahren, aber mit einem klaren, fast fatalistischen Blick an – und dem Wissen, dass es wohl ein Wunder bräuchte, um den fünften Streich in Serie noch zu erzwingen.

