Jacques Villeneuve schüttelte den Kopf über die Reaktion von Laurent Mekies auf Yuki Tsunoda. Für ihn hat Red Bull den Moment verpasst — komplett. Der Teamchef schaut offenbar durch eine andere Windschutzscheibe als der Rest des Fahrerlagers.
Mexico-Stadt, dünne Luft, heißer Asphalt — und Yuki Tsunoda, der nach dem Rennen offen zugibt: Das war nichts, nicht so, wie er’s wollte. Laurent Mekies dagegen stellt sich hin und lobt den Japaner: Für den Franzosen war es Tsunodas rundester Auftritt seit Langem. Sagt er. Jacques Villeneuve, einmal Weltmeister, immer geradeheraus, kann dem nichts abgewinnen. In seinen Augen liegt Tsunoda noch immer Meilen hinter seinem Teamkollegen Max Verstappen, als würde er einem Zug hinterherlaufen, der längst Fahrt aufgenommen hat. Und — härter geht’s kaum — er liefere dem Team schlicht keinen Mehrwert, meint der Canal+-Mann.
„Er legt nichts auf den Tisch“
„Wie kann ein Rennstall ernsthaft sagen: ‚Das war ein gutes Wochenende‘? Besser als manches, das er heuer zusammengebracht hat, meinetwegen — aber gut? Er bleibt weit weg von seinem Stallgefährten, im Tempo, in den Punkten, im Beitrag für die große Rechnung. Auf dem Papier bringt er Erfahrung mit, auf der Strecke spürt man sie nicht. Wir haben sein Optimum bereits gesehen; jetzt geht die Kurve eher nach unten. Und trotzdem wirkt’s, als würde man ihn aus irgendeinem Grund überbehüten. Nein — das war kein gutes Wochenende. Vielleicht sein am wenigsten schlechtes. Aber gut? Sicher nicht“, grantelte der 54-Jährige, als würden seine Worte über den Boxenfunk knistern.
Kurz gefasst
Jacques Villeneuve wundert sich über die lobenden Worte von Laurent Mekies zu Yuki Tsunoda. Für ihn hat Red Bull die Lage komplett falsch eingeschätzt. Der Teamchef sieht die Dinge offenbar ganz anders als viele Beobachter an der Strecke.

