Es ist offensichtlich, dass der neue Renault Clio 6 Hybrid sich im Ring mit seinem treuen französischen Widersacher, dem Peugeot 208, und der Königin der japanischen Hybrid-Stadtflitzer, der Toyota Yaris, messen muss. Überraschenderweise bleibt ein weniger bekanntes Modell unberücksichtigt, das sowohl in der Leistung als auch im Preis überlegen ist.
Wenige Wochen nach der Präsentation der neuen Generation des Renault Clio 6 hasteten Motornews und viele ihrer Kollegen, um ihn im Wettkampf gegen seinen Altbekannten, den zweiten Generation 208, antreten zu lassen. Dieser stammt aus einer traditionsreichen Serie von Sochalienne-Modellen (206, 207), die viele Jahre lang gegen das diamantene Emblem antraten. Doch hier liegt das Problem: Die traditionellen Konkurrenten bieten bestenfalls eine sanfte 48-V-Hybridisierung an und stehen damit im Schatten des neuen vollhybriden Aggregats mit bemerkenswerten 160 PS des Renault Clio.
Der unwiderstehliche Außenseiter
Im B-Segment der Stadtfahrzeuge ist die Wahl an vollhybriden Optionen begrenzt. Auf die Technologie des neuen Renault Clio reagierten prominente Vertreter wie der Toyota Yaris und sein Klon, der Mazda 2. Während man gespannt auf den Launch des frisch gestalteten Dacia Sandero Stepway in Kürze wartet, schaut man jedoch in die Röhre. Unglaublich, aber wahr: Unser japanisches Duo zeigt sich mit 30 PS weniger stark als die französischen Mitstreiter. Nur ein Modell scheint es zu schaffen, dem Clio E-Tech Paroli zu bieten: der chinesisch-britische MG3 Hybrid+, der der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist.

Ein aufsteigender Stern
Seit seinem Debüt in Europa erfreut sich der MG3 Hybrid+ wachsendem Interesse, auch wenn die Verkaufszahlen noch hinter den großen Namen des Segments zurückbleiben. In den ersten acht Monaten des Jahres 2025 konnten 38.154 Einheiten verkauft werden, während der Renault Clio 5 beeindruckende 148.839 Exemplare absetzte. Trotz dieser Diskrepanz ist ein Anstieg um 224 % im Vergleich zum Vorjahr ein klares Zeichen dafür, dass die Marke an Bekanntheit gewinnt.
Ein fast sportlicher MG
Beim Blick auf die technischen Spezifikationen des MG3 Hybrid+ fällt sofort auf, dass es ein deutliches Missverhältnis im Vergleich zum nationalen Clio mit 160 PS gibt. Der chinesisch-britische Konkurrent präsentiert starke 195 PS – ein bemerkenswerter Unterschied! Der Clio in der Basisausführung „Evolution“ verlangt allerdings immerhin 24.600 Euro, während das Konkurrenzmodell am anderen Ende der Welt bereits ab 19.990 Euro zu haben ist… was fast dem Ausgangspreis des 115 PS starken Benzin-Clio entspricht.
Der Preisvergleich ist ernüchternd
Um das Ganze noch klarer zu machen: Die bestausgestattete Version des MG3 Hybrid+ in Luxusausführung kommt auf gerade einmal 23.490 Euro. Dafür bekommt man unter anderem Alufelgen und Kunstledersitze, während der Clio Hybrid mit Radzierblenden und Stoffpolstern um 1.110 Euro mehr zu Buche schlägt. Eine schwer verdauliche Pille für die Französin, die sich bald entscheiden muss, wenn unsere Testjournalisten die beiden Fahrzeuge auf der Straße vergleichen. Ich wage zu wetten, dass der Clio in Sachen Fahrvergnügen, Handling und vielleicht sogar Komfort die Oberhand haben wird.

