HomeAuto-TestRenault Clio 6 vs. Peugeot 208: Erstes Duell der Stadtauto-Königinnen

Renault Clio 6 vs. Peugeot 208: Erstes Duell der Stadtauto-Königinnen

Der neue Renault Clio 6 im direkten Vergleich mit dem Peugeot 208: Eine spannende Auseinandersetzung zwischen zwei Platzhirschen des Marktes. Sehen Sie sich das erste Duell in unserem Video an.

Der Wettkampf zwischen Renault Clio und Peugeot 208 ist eine anhaltende Rivalität, die die Spitze des Verkaufsmarktes in Frankreich prägt. In den letzten Jahren hatte Renault tendenziell die Oberhand, vor allem mit der Neugestaltung des Clio, der die Gelegenheit nutzen will, seinen alternden Rivalen 208 in Schach zu halten. Doch die Löwin, die 2019 ihr Debüt feierte, hat noch längst nicht das letzte Wort gesprochen.

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Der Clio im neuen Gewand

Seit dem Launch des neuen Clio dreht sich alles um dessen Design. Ob man die neue Form mag oder nicht, es ist unbestreitbar, dass der neue Look für Diskussionen sorgt. Die Designer des Losanges strebten einen radikalen Bruch mit der Vorgängergeneration an. Aber geht Renault damit zu weit? Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Umstellung auf den Markt auswirken wird. Bis zur offiziellen Einführung im Jahr 2026 könnte das Wasser unter den Brücken geflossen sein, und das Publikum hat sich vielleicht an das frischere Antlitz gewöhnt.

Zwei Stile, ein kreativer Kopf

Der Peugeot 208 hingegen setzt auf ein zeitloses Design, das sich bewährt hat. Damit dürfte er weniger anfällig für kritische Stimmen sein. Dennoch gibt es gewisse stilistische Merkmale, die beiden Fahrzeugen gemeinsam sind, da sie von Gilles Vidal designt wurden, der 2020 von Peugeot zu Renault wechselte. Der Clio hat nun eine markantere Silhouette angenommen, die der Dynamik des 208 näher kommt. Auffällig sind die schwarz lackierten Kotflügelverlängerungen, die ursprünglich für den 208 charakteristisch sind, aber nun ebenfalls beim Clio zu finden sind, um dessen Erscheinungsbild zu verstärken.

Ein geräumigerer Clio

Beide Modelle messen nun 4,05 Meter in der Länge, was die Entscheidung, welches Modell in Bezug auf den Platz vorne liegt, erheblich erschwert. Der Clio hat zwar seine Innenräume optimiert, doch die Erneuerung bringt ihm mehr: Im aktuellen Modell ist die Länge auf 4,12 Meter angewachsen, was ihn zu einem der geräumigsten Fahrzeuge seiner Klasse macht. Trotzdem ist ungewiss, ob der Clio tatsächlich den 208 überflügeln kann, denn die neuen Millimeter scheinen eher dem Design zu dienen als der Funktionalität. Das Kofferraumvolumen bleibt im Vergleich zum Vorgänger unverändert, aber mit bis zu 391 Litern beim Benzinmodell übertrifft er den 208, der lediglich 311 Liter bietet.

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Der schlankere Peugeot 208

Im Gegensatz dazu ist der Zugang zu den Rücksitzen im Clio einfacher, dank einer großzügigeren Öffnung. Der Peugeot 208 zeigt sich in diesem Punkt etwas eingeschränkter. Mehr Platz hat der Clio auch bei der Kopffreiheit zu bieten, im Vergleich zum 208 ist es hier luftiger. Generell kann man auf der Rückbank des 208 schon mal etwas eingeengt sein. Allerdings ist die Mittelsitzposition des 208 bequemer als die im Clio, die etwas weniger komfortabel gestaltet ist. Schließlich ist es auch ein Leichtes, die Füße unter die Vordersitze des Peugeot zu schieben, selbst wenn diese ganz unten eingestellt sind.

Einsparungen bei der Verarbeitung

Im Jahr 2019 brachte der Renault Clio 5 im Vergleich zu seinem Vorgänger Clio 4 einen echten Sprung nach vorne in der Verarbeitungsqualität, indem er die Verwendung von schaumstoffgepolsterten Materialien im Armaturenbrett und an den Türverkleidungen intensivierte. Leider hat Renault diese Stoffe 2023 aus Kostenüberlegungen wieder reduziert. Auch der Peugeot 208 zeigt ähnliche Entwicklungen: Im Jahr 2025 verzichtet er ebenfalls auf gepolsterte Kunststoffe an den Türen, belässt jedoch die Abdeckung weiterhin in guter Qualität.

Zwei Ansätze zur Verfeinerung

Schaut man auf die Innenräume, bleibt der 208, besonders in der eleganten GT-Ausstattung, opulent. Zahlreiche Nähte zieren Armaturenbrett und Türverkleidungen und die Verwendung von lederähnlichen Materialien an den Armlehnen und Griffen zeigt Stil. Der 208 ist auch im Jahr 2025 nach wie vor ein Maßstab in Sachen Verfeinerung. Im Gegensatz dazu tritt der Clio in der hochklassigen Esprit Alpine Variante an. Auch hier findet man viele dekorative Nähte und wertige Materialen wie Alcantara, die sich bis zu den Türen erstrecken – eine beeindruckende Lichtanimation inklusive. Leider wurde die Verarbeitung in der oberen Sektion des Clio manchmal weniger gut gemacht; die Kunststoffe sind hart und die Griffkonstruktionen wirken schlicht.

Praktische Details, die Fragen aufwerfen

Ein weiteres Plus des Peugeot ist die Mittelkonsole, die übersichtlicher gestaltet ist als die des Clio. Die raffinierte Klappe verdeckt die Induktionsladefläche für Smartphones, die auch im geöffneten Zustand genutzt werden kann. Im Gegensatz dazu wirkt der Clio mit seinem massiven Kunststoffelement, das keinen Stauraum zwischen Bildschirm und Ladebereich bietet, weniger durchdacht. Diese Fläche ist für alle Windrichtungen offen und wird von einer Aussparung übersehen, in der ein Smartphone vertikal Platz findet. Ein kleiner Bonus für den Peugeot: Zusätzlich zu den beiden USB-Anschlüssen vorne stehen im Fond zwei weitere zur Verfügung, während der Clio lediglich mit einem Duo am Armaturenbrett auskommt.

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Fragwürdige Details beim Clio

Der Automatikkontrollschalter des Peugeot 208 ist geschickt neben den zwei Getränkehaltern auf der Konsole platziert. Der Clio hingegen versteckt seine Steuerung hinter einer speziellen Klappe, deren Haltbarkeit wir anzweifeln. Diese Lösung könnte, ähnlich wie bei Tablets mit Touchscreen, im Laufe der Zeit anfällig werden. Daher wandert die Steuerung der Automatikgetriebe in die Gehäuseführung. Ein Hebel, der die Feststellbremse mitunter nur zögerlich anzieht – unglücklich. Beide Modelle bieten ein großes Fach unter der Mittelarmlehne, wobei nur der Peugeot über eine Schiebefunktion verfügt, während die des Clio fest und unbeweglich bleibt. In puncto Stauraum ist der 208 also eindeutig der Favorit, da das Handschuhfach tiefer als das im Clio ist.

Multimedia-Defizit bei Peugeot

Ein Bereich, in dem der Clio dem Peugeot eindeutig überlegen ist, ist die Multimedia-Technik. Abgesehen von einem dreidimensionalen i-Cockpit, das in einer gehobenen Ausführung zur Verfügung steht, hat der Peugeot 208 Probleme, eine flüssige Benutzererfahrung auf seinem 10-Zoll-Touchscreen zu bieten. Dabei hat der Clio mit seinem 10,1-Zoll-Display die leistungsstarke OpenR Link-Software, die auf der Basis von Google arbeitet und viele Vorteile bietet, die der 208 nur schwer erfassen kann: von Navigation über hochwertige Sprachsteuerung bis hin zu zahlreichen Anwendungen unter Android.

Das i-Cockpit mit verbesserungswürdigem Blickwinkel

Beide Hersteller nutzen digitale Bildschirme, bieten jedoch physische Tasten für die Klimaregelung an. Der 208 hat hier den Hauch von Luxus, auch wenn ihm ein Temperaturregler fehlt. Die Bedienung erfolgt ausschließlich über den Touchscreen, während der Clio hier deutlich intuitiver bleibt. Bei der Lautstärkeregelung kommen die Rollen ins Spiel: Während der 208 einen Drehknopf nutzt, integriert der Clio diese Funktion in sein digitales Display. In puncto Ausstattung ist der Clio jedoch der einzige, der eine Lenkradheizung bietet. Das kompaktere Modell des 208 hätte den Fahrspaß sogar noch steigern können, wobei der Nachteil besteht, dass Teile des digitalen Displays verdeckt werden könnten. Der Renault punktet hier mit besserer Lesbarkeit.

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Kein elektrischer Clio im Schatten des E-208

Technisch gesehen bietet der neue Clio einen Vollhybridantrieb mit 160 PS an, was ihn effizienter macht als die 145 PS des mild-hybridisierten Peugeot 208. In der unteren Leistungsklasse enttäuscht der Clio mit einem 115-PS-Motor ohne Elektrifizierung, während der Peugeot die Vorteile einer Hybridisierung nutzen kann für seinen 110-PS-Motor und zudem eine unmotorisierte 100-PS-Variante anbietet. Der Clio bietet zusätzlich einen 120 PS starken LPG-Motor an, bleibt jedoch ohne vollelektrische Version. Diese Stellung behält sich Renault für den 5 E-Tech (150 PS) vor, der mit den 156 PS des Peugeot E-208 konkurrieren kann. Der Alpine A290 (220 PS) wird darüber hinaus versuchen, mit dem künftigen E-280 GTI, der stolze 280 PS leisten wird, Schritt zu halten. Auf ein Comeback des Clio RS kann man wohl nicht hoffen – das ehemalige Management hat andere Pläne.

Preisgestaltung: Renault Clio 6 und Peugeot 208

Das entscheidende Kriterium im Wettstreit dieser beiden Protagonisten ist der Preis. Um einen Vergleich zu ziehen, müssen wir auf die Preisveröffentlichung des neuen Renault Clio am Ende des Jahres warten. In der Vergangenheit war der Clio meist günstiger als der 208, doch mit der Neuausrichtung in die höhere Preisklasse scheint eine Wende möglich. Wir sehen uns in ein paar Wochen auf Motornews wieder, um Bilanz zu ziehen.


Neuer Renault Clio 6 trifft auf den Peugeot 208: Erster Vergleich zwischen zwei Marktführern

Der neue Renault Clio 6 tritt im direkten Vergleich mit dem Peugeot 208, seinem prominentesten Rivalen, an. Sehen Sie sich dieses spannende Duell im Video an, das die wichtigsten Aspekte beleuchtet: Design, Motoren, Raumangebot, praktische Nutzung, Verarbeitungsqualität und Multimedia-Technologie. Motornews hat alles für Sie unter die Lupe genommen.

Otto
Ottohttps://www.motornews.at
Otto ist Chefredakteur von MotorNews, wo er seine umfassende Erfahrung im Automobiljournalismus einbringt. Mit seiner Leidenschaft für die Welt der Autos und neuen Technologien leitet Konrad seit über 15 Jahren Redaktionsteams bei Fachpublikationen. Seine Fachkenntnisse reichen von Fahrzeugtests über Markttrends und technische Innovationen bis hin zu den ökologischen Herausforderungen der Automobilbranche. Mit einem scharfen Sinn für Analyse und einem präzisen Schreibstil sorgt er dafür, dass die Gemeinschaft der Autofans mit qualitativ hochwertigen Inhalten versorgt wird, während er die Herausforderungen der Zukunft der Mobilität erforscht. Konrad beaufsichtigt den redaktionellen Prozess und sorgt für eine umfassende und fesselnde Berichterstattung über das aktuelle Geschehen in der Automobilbranche. Für Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : otto@motornews.fr
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