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Renault E-Space und die neue E-Plattform: 750 km Reichweite, Laden in 15 Minuten – und wann die Modelle nach Österreich kommen

Renault stellt seine größeren Elektroautos ab 2028 auf die 800-Volt-Plattform RGEV medium 2.0: bis zu 750 km Reichweite, Laden in rund 15 Minuten. Was das E-Space Concept davon zeigt und wann die ersten Modelle nach Österreich kommen.

Text geprüft und freigegeben von Antoine BOUQUET
Rotes Renault E-Space Concept von schräg vorne in einer felsigen Wüstenlandschaft unter dunklem Himmel, die Umgebung abgedunkelt, die Studie hell beleuchtet.
Das Renault E-Space Concept, Premiere auf der Paris Motor Show 2026, von Motor News mit Lichteffekten bearbeitet. Pressebild: Renault (Konzeptfahrzeug), Bearbeitung: Motor News — https://media.renault.com/renault-e-space-concept-a-contemporary-vision-of-voitures-a-vivre/?lang=eng

Renault stellt seine größeren Elektroautos ab 2028 auf eine neue Basis. Die Plattform RGEV medium 2.0 arbeitet mit 800 Volt, soll bis zu 750 Kilometer WLTP-Reichweite ermöglichen und den Akku zum Start in rund 15 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. [1] [5] Auf der Paris Motor Show hat die Marke mit dem E-Space Concept gezeigt, wie ein Familien-Van auf dieser Technik aussehen könnte. [3] Was hinter den Zahlen steckt, welche Modelle zuerst kommen und was Renault Österreich bisher sagt.

Eine Plattform vom Captur-Format bis zum Espace

Angekündigt hat Renault die Plattform im März mit seinem Strategieplan futuREady, im Oktober folgten weitere technische Details. [1] [6] Sie ist für die Segmente B+ bis D ausgelegt, also ungefähr von der Größe eines Captur bis zu Espace und Rafale, und soll Limousinen, SUV und Vans tragen. [1] [6] Der Radstand fällt etwas länger aus als bei der heutigen Architektur, auf der unter anderem der 4,47 Meter lange Scénic steht. [6]

Der größte Umbau betrifft die Batterie. Renault verzichtet auf klassische Module und setzt die Zellen direkt in die Fahrzeugstruktur, im Fachjargon „Cell-to-Body“. Das spart laut Renault 20 Prozent der Teile, und die Plattform nimmt verschiedene Zellformate auf, von Pouch- über prismatische bis zu Blade-Zellen. [1] Der Schwerpunkt liegt auf günstigen Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), die ohne Nickel und Kobalt auskommen. Mit ihnen sollen bis zu 87 kWh nutzbare Kapazität möglich sein, für Langstreckenmodelle bleiben NMC-Zellen mit höherer Energiedichte im Programm. [5]

Grafik der Renault-Plattform RGEV medium 2.0 ohne Karosserie: vier Räder, Fahrwerk und ein großer, blau hervorgehobener Akku im Unterboden, hinten die Antriebseinheit.
Die Plattform RGEV medium 2.0 ohne Karosserie: Der Akku liegt flach im Unterboden, die Zellen sitzen direkt in der Fahrzeugstruktur. Grafik: Renault Group — https://media.renault.com/with-futuready-the-renault-brand-is-gearing-up-for-a-new-growth-cycle-based-on-a-major-product-and-electrification-offensive-at-european-and-international-levels/?lang=eng

Auch das wirtschaftliche Ziel nennt Renault offen: Autos auf der neuen Basis sollen 40 Prozent günstiger zu produzieren sein als die heutige Elektrogeneration. [5] Ob davon etwas beim Kaufpreis ankommt, sagt der Hersteller nicht.

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15 Minuten Ladestopp: was die 800 Volt bringen

Die doppelte Spannung gegenüber den heutigen 400-Volt-Modellen erlaubt höhere Ladeleistungen bei gleichem Strom. Zum Marktstart 2028 sollen 10 bis 80 Prozent in rund 15 Minuten nachgeladen sein, bis 2030 will Renault die Ladezeit auf etwa zehn Minuten drücken. [5] [6] Im Strategieplan knüpft der Konzern die zehn Minuten ausdrücklich an den geplanten Ausbau des europäischen Ladenetzes. [1]

Zum Vergleich: Der Megane E-Tech Electric, den Renault in Paris mit einer neuen 67-kWh-LFP-Batterie gezeigt hat, kommt auf bis zu 500 Kilometer und lädt in 24 Minuten von 15 auf 80 Prozent. [4] Rechnet man das in WLTP-Reichweite pro Lademinute um, schafft der Megane rund 14 Kilometer pro Minute. Die beiden Bestwerte der neuen Plattform ergeben rund 35 Kilometer pro Minute, also mehr als das Doppelte. Ob 750 Kilometer und 15 Minuten für dieselbe Version gelten, hat Renault allerdings nicht angegeben.

Infografik zur Renault-Plattform RGEV medium 2.0: Reichweite 750 km gegenüber 500 km beim heutigen Megane E-Tech, Ladezeit rund 15 Minuten von 10 auf 80 Prozent ab 2028 und rund 10 Minuten als Ziel 2030 gegenüber 24 Minuten von 15 auf 80 Prozent; rund 35 statt 14 Kilometer WLTP-Reichweite pro Lademinute, 1.400 km mit Range Extender, dazu ein Fahrplan von 2026 bis 2030.
Reichweite und Ladezeit der neuen Plattform RGEV medium 2.0 im Vergleich zum heutigen Megane E-Tech, dazu der Fahrplan bis 2030. Infografik: Motor News, nach Angaben von Renault Group, Renault Österreich und dem Pressedienst SP-X.

Kleinere Modelle bekommen die 800-Volt-Technik nicht: Autos der Segmente A und B bleiben bei 400 Volt, für sie peilt Renault bis 2030 Ladezeiten von 20 Minuten an. [1]

Mehr Leistung ohne seltene Erden, Range Extender für 1.400 km

Beim Antrieb bleibt Renault beim fremderregten Synchronmotor, der ohne Permanentmagnete und damit ohne seltene Erden auskommt. Die neue Generation leistet im heckgetriebenen Basismodell bis zu 202 kW (275 PS), rund ein Viertel mehr als heute. Mit einem zweiten Motor an der Vorderachse sind Allradantrieb und bis zu 368 kW (500 PS) möglich. [5]

Renault plant drei Ausführungen: rein elektrisch mit bis zu 750 Kilometern, mit Allradantrieb und bis zu zwei Tonnen Anhängelast sowie mit Range Extender. [2] Bei dieser Variante treibt weiterhin der Elektromotor die Räder an, ein kleiner Verbrenner erzeugt bei Bedarf Strom. Die Gesamtreichweite soll so auf bis zu 1.400 Kilometer steigen, bei CO₂-Emissionen unter 25 Gramm pro Kilometer. [1] [5]

Draufsicht auf das Fahrgestell der Range-Extender-Version: vorne ein orange hervorgehobener Verbrennungsmotor mit Kühler, dahinter dunkle Tankbehälter, in der Mitte der blaue Akku, hinten der Elektromotor.
Die Range-Extender-Version von oben: Vorne erzeugt ein Verbrenner Strom, angetrieben werden die Räder vom Elektromotor an der Hinterachse. Grafik: Renault Group — https://media.renault.com/with-futuready-the-renault-brand-is-gearing-up-for-a-new-growth-cycle-based-on-a-major-product-and-electrification-offensive-at-european-and-international-levels/?lang=eng

Auch die Elektronik wird umgebaut: Statt vieler einzelner Steuergeräte arbeitet ein zentraler Rechner, rund 90 Prozent der Fahrzeugfunktionen sollen sich per Over-the-Air-Update aktualisieren lassen. Das Betriebssystem basiert auf Android und entsteht gemeinsam mit Google. Allradmodelle können eine Allradlenkung und elektronisch geregelte Dämpfer bekommen, Steer-by-Wire und Brake-by-Wire sind vorgesehen. [5]

E-Space Concept: der Espace kehrt als Elektro-Van zurück

Wie ein großes Familienauto auf dieser Basis aussehen könnte, zeigt Renault mit dem E-Space Concept. Die Studie knüpft an den ersten Espace von 1984 an, den Renault als „voiture à vivre“ versteht, als Auto zum Leben, und ist bewusst als Gegenentwurf zu den SUV gezeichnet. [3] Sie ist 4,70 Meter lang, 2,02 Meter breit und 1,67 Meter hoch, steht auf 23-Zoll-Rädern und hat eine niedrige Gürtellinie mit tief heruntergezogenen Glasflächen. [3]

Rotes Renault E-Space Concept in der Seitenansicht auf hellem Sand vor hohen Felswänden.
Das E-Space Concept ist 4,70 Meter lang und erinnert in den Proportionen an den ersten Espace von 1984. Pressebild: Renault (Konzeptfahrzeug) — https://media.renault.com/renault-e-space-concept-a-contemporary-vision-of-voitures-a-vivre/?lang=eng

Innen stehen sechs Einzelsitze auf einem ebenen Boden, gegenläufig öffnende Türen ohne B-Säule geben den Zugang frei. Die Sitze der zweiten Reihe lassen sich um 180 Grad drehen und bilden mit der dritten Reihe eine Sitzgruppe, die Renault nach dem französischen Schnellzug „TGV-Sitzgruppe“ nennt. Klappt man die Sitze ganz um, entsteht ein großer Tisch für die dritte Reihe. [3] Mit dem Regler lassen sich beide Anordnungen vergleichen.

E-Space Concept von oben ohne Dach: sechs Sitze, in der zweiten Reihe umgeklappt zu dunklen Tischflächen.E-Space Concept von oben ohne Dach: die Sitze der zweiten Reihe sind nach hinten gedreht und bilden mit der dritten Reihe eine Sitzgruppe.
Links die umgeklappten Sitze als Tisch für die dritte Reihe, rechts die um 180 Grad gedrehte zweite Reihe als Sitzgruppe. Pressebilder: Renault (Konzeptfahrzeug, Computergrafik) — https://media.renault.com/renault-e-space-concept-a-contemporary-vision-of-voitures-a-vivre/?lang=eng

Vorne zieht sich das 1.130 Millimeter breite Display „OpenR Panorama“ über das gesamte Cockpit. Es ist kein Touchscreen: Bedient wird über zwei bewegliche Touchscreens am Lenkradträger, und die Lenkung arbeitet per Steer-by-Wire ohne mechanische Verbindung zu den Rädern. [3] Daten zu Motor, Batterie oder Reichweite hat Renault für die Studie nicht genannt. [7] [8] Neben dem E-Space zeigte Renault in Paris zwei weitere Studien mit Blick auf die eigene Geschichte, den Renault 8 Gordini Concept und den Renault 4 JP4x4 Concept. [12]

Wann die neuen Modelle nach Österreich kommen

Renault Österreich hat die Pläne veröffentlicht, aber noch keinen Termin und keinen Preis für den heimischen Markt genannt. [2] [3] Bis 2030 will die Marke in Europa zwölf neue Modelle bringen, die nächste Generation im C- und D-Segment steht auf RGEV medium 2.0. [2] So sieht der bisher bekannte Fahrplan aus:

  • Rafale Elektro: Er soll als erstes Modell auf die neue Plattform wechseln und den Rafale erstmals rein elektrisch anbieten. Laut spanischen Branchenberichten beginnt die Produktion im Werk Palencia im Juni 2028. [11]
  • Nächster Scénic: Die zweite Generation folgt laut denselben Berichten im April 2029, ebenfalls aus Palencia. [11] Renault selbst bestätigt für die spanischen Werke bislang zwei Elektroautos der Kompaktklasse auf RGEV medium 2.0, ohne sie zu benennen. [10]
  • E-Space: Eine Serienversion ist nach Angaben des Herstellers derzeit nicht geplant. [8] [9] Technisch wäre die Plattform dafür ausgelegt, sie kann ausdrücklich auch Vans tragen. [1] [6]
  • Captur und Symbioz: Elektrische Versionen sind erst ab 2030 vorgesehen. [11] Als B-Segment-Modelle fallen sie unter Renaults 400-Volt-Linie. [1]

Stimmt der Produktionsstart im Juni 2028, ist in Österreich vor Ende 2028 kein Renault auf der neuen Plattform beim Händler zu erwarten. Ein Teil der E-Space-Technik kommt aber sicher in Serie: Das OpenR Panorama soll zuerst im nächsten Rafale und im nächsten Scénic eingesetzt werden. [3]

Cockpit des E-Space Concept mit kompaktem Lenkrad, breitem Panorama-Display über die ganze Armaturentafel und zweitem Bildschirm darunter; durch die Frontscheibe ist eine Felslandschaft zu sehen.
Das Display OpenR Panorama aus dem E-Space soll zuerst im nächsten Rafale und im nächsten Scénic in Serie gehen. Pressebild: Renault (Konzeptfahrzeug) — https://media.renault.com/renault-e-space-concept-a-contemporary-vision-of-voitures-a-vivre/?lang=eng
Quellen und Referenzen

[1] Renault Group — Renault Group launches futuREady opening a new strategic era, 10. März 2026
https://media.renaultgroup.com/renault-group-launches-futuready-opening-a-new-strategic-era/?lang=eng

[2] Renault Österreich — Renault startet europaweite und globale Modelloffensive
https://media.renault.at/48/article/2849

[3] Renault Österreich — Renault E-Space Concept: Die moderne Vision eines „voiture à vivre“, 12. Oktober 2026
https://media.renault.at/article/2923

[4] Renault Österreich — E-Space Concept: Renault feiert seine „voitures à vivre“ auf der Paris Motor Show 2026
https://media.renault.at/article/2919

[5] autoservicepraxis.de — Neue Elektroplattform von Renault: 750 Kilometer, 15 Minuten, 21. Oktober 2026
https://www.autoservicepraxis.de/nachrichten/autobranche/neue-elektroplattform-von-renault-750-kilometer-15-minuten-3918353

[6] WELT — Neue Elektroplattform von Renault, 12. Oktober 2026
https://www.welt.de/motor/news/article6accb3408776d79fbd9ca0b3/neue-elektroplattform-von-renault.html

[7] auto motor und sport — Renault E-Space Concept: Die Rückkehr des Espace als Elektro-Van
https://www.auto-motor-und-sport.de/elektroauto/renault-e-space-concept-die-rueckkehr-des-espace-als-elektro-van/

[8] ecomento — Renault E-Space Concept: Elektrischer Van mit sechs Sitzen, 12. Oktober 2026
https://ecomento.de/2026/10/12/renault-e-space-concept-elektrischer-van-mit-sechs-sitzen/

[9] heise online — Renault E-Space vorgestellt: Der Van ist tot, es lebe der Van
https://www.heise.de/news/Renault-E-Space-vorgestellt-Der-Van-ist-tot-es-lebe-der-Van-11483815.html

[10] electrive — €600 million for Renault's Spanish production sites, 25. September 2026
https://www.electrive.com/2026/09/25/e600-million-for-renaults-spanish-production-sites/

[11] vybe — Renault: Captur und Symbioz werden ab 2030 elektrisch
https://www.vybe.ch/renault-baut-sein-elektro-angebot-aus-diese-vier-suv-modelle-stehen-im-fokus/

[12] MeinBezirk — Renault Espace kehrt als E-Space zurück und punktet mit ikonischem Design, 16. Oktober 2026
https://www.meinbezirk.at/c-motor/renault-espace-kehrt-als-e-space-zurueck-und-punktet-mit-ikonischem-design_a8941353